Zwischen Unteröwisheim und Ubstadt brachten die orkanartigen Windböen einen LKW Anhänger zu Fall. Für die Bergung musst die Landtraße gesperrt, und der Verkehr über Feldwege umgeleitet werden. Foto: Aaron Klewer / Einsatz-Report24
Landfunker RegioPortal | 04 - REGION | Sturmtief Sabine holt die Region aus dem Wochenende

Sturmtief Sabine holt die Region aus dem Wochenende

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Region | 10.02.2020 | Nach einem märchenhaften Wochenende sorgt das Sturmtief Sabine seit Sonntag Abend mit orkanartigen Böen für einen unschönen Start in die Woche.

Umgestürzte Bäume, verwehte Verkehrsschilder und Dachziegeln. In der gesamten Region hinterließ Sabine ihre Spuren.

Besonders deutlich wirkt sich der Sturm auf den Verkehr aus. Die regionalen Stadtbahnlinien der AVG stellten am frühen Morgen den kompletten Betrieb ein. Sie werden voraussichtlich noch bis 14 Uhr aus Sicherheitsgründen gesperrt sein. Nur einige wenige Straßenbahnlinien in Karlsruhe selbst sind unter Einschränkungen noch in Betrieb. In Bruchsal blieben die Stadtbuslinien in Betrieb.

Wegen einem umgestürzten Baum wurde auch die Eisenbahnstrecke Germersheim-Bruchsal zwischen Philippsburg und Graben-Neudorf gesperrt.

Die S-Bahn Rhein-Neckar und Abellio ließen am Morgen aufgrund von Sturmschäden die Regionalbahn-Verbindungen in der Region ausfallen. So war die Bahnstrecke zwischen Bruchsal-Weingarten nur eingleisig zu befahren. Seit 15 Uhr rollten dann die Züge der S-Bahn Rhein Neckar und der Deutschen Bahn wieder.

Alle Ortschaften betroffen

Hilfeleistung der Feuerwehr war in Östringen gefordert, als sich die  Blechdächer zweier Garagen verselbstständigten und die Straße am Tiefenbach durch einen Baumbruch vorübergehend versperrt war. Wegen der Gefahr durch fallende Äste mussten die Östringer Einsatzkräfte auch die Landstraße 635 zwischen der Siedlung Schindelberg und Odenheim sperren.

Forst Baum Feuerwehr
In Forst musste die Feuerwehr am Montag morgen auch einen umstürzenden Baum bergen.

 

Wegen der Gefahr durch brechende Äste musste auch die Landstraße 618 zwischen Oberacker und Heidelsheim gesperrt werden.

Fallende Ziegel in Forst und ein vom Wind umgestürzter LKW Anhänger auf der Landstraße zwischen Unteröwisheim und Ubstadt verlangten viel Geduld von morgendlichen Pendlern. Der mit Styropor beladende LKW-Anhänger war um 6:30 Uhr von einer Sturmböe erfasst worden. Die Landstraße 554 konnte erst gegen 9:30 Uhr freigegeben werden.

Verkehrsbehinderungen gab es auch in Bretten durch eine Ampel, die drohte auf eine Fahrbahn zu stürzten. In den Brettener Stadtteilen Bauerbach, Büchig und Sprantal sowie in Teilen von Gondelsheim erfolgten über die Nacht Stromausfälle wegen beschädigten Freilandleitungen.

Hunderte Einsätze in der Region

Schon seit Sonntagabend setzten sich in den allen Städten und Gemeinden die Führungsgruppen der Feuerwehren und Polizei mit den örtlichen Bauhöfen in Bereitschaft, um die anstehenden Einsätze koordinieren zu können.

Überwiegend wegen umgestürzten Bäumen mussten die Feuerwehren im Landkreis mit 400 Einsatzkräften zu 210 Einsätzen ausrücken. Schon in den frühen Morgenstunden zählte die Polizei in Stadt und Landkreis Karlsruhe weit über 170 Einsätze.

Da noch bis Montagnachmittag, um 17 Uhr, mit weiteren Böen zu rechnen ist, werden die Einsatzkräfte und Straßenmeistereien in der Region über den Tag beschäftigt bleiben.

Am Dienstag soll es jedoch wieder mit stürmischen Winden und Starkregen zu rechnen sein.

Im Laufe des Dienstages wird laut Wetterprognose noch mit weiteren sturmbedingten Ereignissen zurechnen sein.

Aufgrund der Gefahrenlage durch herabfallende Äste ist dem Besuch von Wäldern abzuraten.

Die Bevölkerung wird von den Einsatzkräften gebeten, sich bei Schadenfällen nicht unnötig selbst in Gefahr zu bringen.

 

Geschlossene Schulen?

Unsicherheit gab eine Richtlinie des Kultusministeriums über den Schulbetrieb in Baden-Württemberg. Demnach war es Eltern freigestellt, ob sie ihren Kindern den Schulweg zutrauen möchten, und konnten sie demnach aus der Schule befreien lassen.

Entgegen einzelner Meldungen blieben die Schulen in der Region jedoch geöffnet, auch um die wenig verbleibenden Schüler zu betreuen.

Anmerkung der Redaktion: Andere Länder, andere Sitten.

Aufgründ der föderalistisch strukturierten Bildungspolitik in Deutschland waren schlussendlich die Ministerien der Länder dafür verantwortlich, wie der Unterricht während dem Sturmtief Sabine zu handhaben sei.

In Baden-Württemberg, aber auch in so gut wie allen anderen Bundesländern, oblag die Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten, ob sie ihren Schützlingen den Weg in die Schule zumuteten. Die Folgen, viel Verwirrung, und trotzdem leere Klassenzimmer.

Wie es einfach ginge, das zeigt Bayern. Dort entscheiden Koordinierungsstellen über einen Unterrichtsausfall, und ließen diesen am Montag einfach im gesamten Freistaat einfach ausfallen.

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