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Landkreis | „Globalisierung bedeutet Solidarität und Verantwortung“


Nachbericht | Erzbischof Burger spricht beim Forum Führungskräfte im Kloster Hegne in Allensbach

„Wir brauchen in einer globalisierten Welt auch eine globale soziale Marktwirtschaft. Wir brauchen rechtsgültige Standards für die Weltwirtschaft“

– das hat Erzbischof Stephan Burger am Dienstag (27.11.) im Kloster Hegne gefordert. In seinem Vortrag vor dem „Forum Führungskräfte“ zum Thema „Welche Wirtschaft dient dem Menschen?“ erklärte er weiter, „Globalisierung bedeutet auch globalisierte Solidarität und Verantwortung, die wir nun endlich übernehmen müssen.“

Erzbischof: Keine moderne Form der Sklaverei manifestieren

Der Erzbischof sieht in bestimmten Ausprägungen des Kapitalismus „nicht nur das Prinzip der Nachhaltigkeit verletzt“, sondern damit auch das Prinzip eines universellen Gemeinwohls.

Hier brauche es den politischen Einsatz der Staatengemeinschaften, die die Länder im Sinne der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes in die Pflicht nehmen. Der Misereor- und Caritas-Bischof betonte:

„Es gibt bisher keine Teilhabegerechtigkeit am Markt. Es gibt immer noch viele Länder und Staaten, die wir von der Wirtschaft ausschließen oder die wir wirtschaftlich sogar ausnutzen”

“Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die zu Leidtragenden unserer Wirtschaft gemacht werden, denen wir die Möglichkeit und den Zugang zu Wohlstand, Arbeit und Entwicklung nehmen. Es gibt Gewinner und Verlierer dieser Wirtschaft. Es ist folglich kein Wunder, dass sich einige Menschen auf den Weg in Länder machen, wo sie vielleicht mehr Zugang zu diesen Möglichkeiten haben.“

So müsse sich die Kirche dafür einsetzen, dass Gewinn nicht auf dem Rücken anderer Länder und Menschen geschehen dürfe.

„Es geht darum, dass wir hier nach einer Wirtschaft fragen, die dem Menschen dient und nicht nach unserer Wirtschaft, der andere Menschen dienen. Es geht darum, dass keine moderne Form der Sklaverei manifestiert wird.“

Mit bewusstem Kaufverhalten zum Kulturwandel

Im Bereich des Klimaschutzes sieht der Erzbischof alle Menschen in der Verantwortung. So versuche etwa die Erzdiözese Freiburg seit zwölf Jahren, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen, mit Gebäudesanierungen, einem Umweltpreis, Verwendung regenerativer Energien, Einsatz von Elektromobilität, Fair Trade und dem Engagement für eine CO2-neutrale Diözese.

Jede und jeder Einzelne könne als Konsument mit seinem Kaufverhalten das Angebot-und-Nachfrage-Verhältnis steuern: „Das sehen wir ja beispielsweise daran, dass in Deutschland durch die Bürgerinnen und Bürger selbst immer vehementer ein Verzicht auf Plastik im Verkauf gefordert wird und die Konzerne darauf reagieren.

Ein Umdenken, ein Mentalitätswandel in unseren Köpfen nach dem Motto ‚Ich verzichte, weil es mir schon gut geht, um damit anderen ein besseres Leben zu ermöglichen‘ kann nach und nach auch zu einem Kulturwandel führen.

Stephan Burger ergänzte: „Wir müssen diesen Kulturwandel aber schließlich auch von unserer Politik, von der Weltgemeinschaft einfordern, damit diese für eine soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in unserer Weltwirtschaft sorgen.“

Erzbischof: Arbeit ist mehr als eine messbare Leistung

Der Erzbischof thematisierte bei der vom Fachbereich Kirche und Wirtschaft der Erzdiözese Freiburg organisierten Veranstaltung außerdem Chancen und Risiken der Digitalisierung.

So ist der aktuelle „Trend zu Selbstausbeutung und Überforderung“ nach seiner Überzeugung nicht „mit den Sozialprinzipien unserer Gesellschaft und der katholischen Soziallehre“ zu vereinbaren.

Er erklärte weiter, diesem Trend könne nicht nur auf globaler Ebene, sondern in jedem einzelnen Unternehmen entgegengewirkt werden, „wenn wir uns vergegenwärtigen, dass Arbeit immer mehr als Quelle des Einkommens, mehr als messbare Leistung ist“.

So sei Arbeit immer auch Begegnung und geschehe im sozialen Kontext.

„Arbeit ist immer auch Persönlichkeitsentwicklung und somit sinnstiftendes Element im Leben. Digitaler Wandel, Globalisierung und Kapitalismus bringen somit nicht nur drängende ethische Herausforderungen für die Weltwirtschaft und ihre Beziehungen auf die Agenda, sondern fordern uns auch heraus, über unser Verständnis und Verhältnis von Mensch und Arbeit nachzudenken.“

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