EXILER :: Beharrlichkeit zahlt sich aus

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 Wer hat noch nicht einmal in seinem Leben von einer Teilnahme an einem internationalen Turnier geträumt? Der Exil-Bruchsaler Ralf Fehrenbach jedenfalls hat sich diesen Traum erfüllt und kämpfte sich mit Beharrlichkeit und Leistung in den Kader der Hockeynationalmannschaft Ü50. Nun ist er amtierender Hockeyeuropameister und kann mächtig stolz auf sich sein.  

Ralf lernte das Hockeyspielen bereits als Siebenjähriger bei der TSG Bruchsal und spielte später in der 1. Herrenmannschaft, ehe es ihn 1989, bedingt durch sein Studium der Biotechnologie, nach Straßburg verschlug. Fortan spielte er beim JSK Strasbourg. „Ein perfekter Integrationsweg, vor allem wenn die Sprachkenntnisse noch klein sind“,  wie er sich an seine Anfänge in Frankreich erinnert.

Mittlerweile lebt Ralf in Belgien, 1992 verschlug ihn seine Arbeit dort hin. Dem Hockeysport blieb er weiterhin treu. Bis heute spielt er beim Royal Hockey Club Namur. Bei einem Übungsturnier in Hamburg hatte er erste Kontakte mit den German Masters (Nationalspielerkader Ü50) und fortan setzte er es sich zum Ziel die Qualifikation für diesen Kader zu erreichen.

Ausdauer und Geschwindigkeit

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Im Wesentlichen besteht der Kader aus ehemaligen Spielern der ersten Ligen und natürlich auch Ex-Nationalspielern, also technisch hochversierten Spielern und Ballzauberern. Eine solche hochkarätige Hockeyvergangenheit konnte der Bruchsaler leider nicht aufweisen. Im modernen Hockey ist jedoch eine weitere Komponente wichtig: Ausdauer und Geschwindigkeit.Masters Was für Erstmannschaftsspieler selbstverständlich ist, ist für einen Senior nicht mehr so einfach zu erbringen. Genau hier wollte Ralf seine Stärken unter Beweis stellen und diese dann als Gegengewicht zur Technik einbringen. Übung macht den Meister! Also stürzte er sich ins Training. Einmal die Woche Ausdauertraining/Intervalltraining.  Zweimal die Woche technisches Training mit der zweiten Mannschaft seines belgischen Vereins. Am Wochenende Meisterschaftsspiele mit der Seniorenmannschaft. Wenn ab und zu das Training nicht stattfand, gab es ein Ersatzprogramm – laufen kann man immer.

Beim Auswahlturnier im April 2015 in Krefeld ging es dann zur Sache mit Training und Spielen. Nicht ganz unerwartet befand Ralf sich nicht unter den 18 Auserwählten. Dennoch wurde er aufgrund seiner körperlichen Verfassung und seiner flexiblen Einsetzbarkeit auf die Liste der Nachrücker gesetzt. Ein erster Teilerfolg, der ihm ermöglichte an Vorbereitungsspielen gegen eine holländische Seniorenmannschaft teilzunehmen. „So bestritt ich meine ersten „internationalen“ Spiele mit der deutschen Ü50 Mannschaft. Ende Mai kam dann der Anruf vom Teammanager: ‚Du bist dabei.’“ Der zielstrebige 53-Jährige hatte es geschafft.

Hockey-Europa-Meister Ü50

Vom 22 bis 28 August 2015 fand in London, St. Albans City der 50+ Senioren European Cup statt. „Wir hatten insgesamt fünf Spiele, drei in der Vorrunde gegen Wales (7:0), Italien (4:1) und Spanien (2:1), dann das Halbfinale gegen Holland (5:1) und letztlich gewannen wir das Finale gegen England (1:0). Es war ein einmaliges Erlebnis“, schwärmt der frischgebackene Europameister, „Die Harmonie in der Mannschaft war klasse – ein echtes Team.“
Ralf hat das Möglichste aus sich rausgeholt und sein Ziel hartnäckig verfolgt. Belohnt hat er sich mit dem Europameistertitel. Seine Strategie ist aufgegangen. „Man muss an seinen Stärken arbeiten und diese gewinnbringend einsetzen, sich immer bereit halten und zur Verfügung stehen. Mit Beharrlichkeit zum Ziel.“