no comment – Der WILLI-Kommentar

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Der noComment-Kommentar
Händler wehrt euch.
Oder wie auch Kleinvieh richtig großen Mist machen kann.


Der Einzelhandel tut sich schwer, wenn ihnen die Konkurrenz im Internet mit Angeboten zu schaffen macht. Beim Händler anschaun, im Internet kaufen. Smart shopping! Im Internet gibt’s keine Mieten für Innenstadtlage, keine Deko, kein Verkaufspersonal, keine Umkleidekabine, keine Toiletten, keine Steuern, keine Parkplatzgebühren. Da trimmen findige Unternehmer mit oft fremdem Geld das Portal auf Gewinn. Wo der Händler mit der Gewerkschaft, der Polizei, dem Ordnungsamt oder dem Kunden Ärger hat, wird verpackt, verschickt und zurückgenommen. Umtausch inklusive. Easy going. Wie die das alles machen… nun ja, wenn man all die Standortkosten nicht hat, scheint es sich zu rechnen.

Da muss der Handel eben kreativ sein. „Flexible Response“!
Haben sich nicht neulich die Rossmanns und die DMs die Waren gegenseitig aus den Regalen gekauft, und ins eigene Regal gestellt, weil deren Verkaufspreis günstiger war, als der Einkaufspreis. Ja, das ist kreativ. Das ist Unternehmertum. Oder ist das bescheuert?

Was lernt der gemeine Händler? Warum immer „fein“ sein. Auch mal drecksackmäßig die Hebel dort ansetzen, wo es zum Beispiel dem Internetwettbewerb weh tut.

Achtung, das ist Notwehr.
Denn wenn alle nur noch im web kaufen, können wir die Stadt dicht machen. Also nur Mut ihr Händler. Keine schönen Schaufenster, schöne Bestellungen sind angesagt. Die Händlerinitiative „Standort plus“ bläst zum Gegenwind. Der übermächtigen Konkurrenz in Amazonien wird Sturm ins Gesicht geblasen.

Die „Standort Plus-Initiative“
Bestellt was das Zeug hält. Immer am langen Bestellsamstag wird der Internethandel leer gekauft. 100 stationäre Händler bestellen beim Internethändler der Woche ihre Lieblingsprodukte: Sperrig, groß, schwer, teuer.

Einfach, kostenfrei bringen lassen und ohne Ansehen am letzten Tag der Umtauschfrist, kostenfrei ohne Angaben von Gründen wieder zurück. Lustig. Gell? Ja, das nervt dann auf Dauer, wenn man jede Woche der Internet-Händler der Woche wird. Und ein paar Tage später der Rücknehmer des Monats.

Eine Aktion der Leistungsgemeinschaft stationärer Handel im WILLI Land
Sie finden das irgendwie gemein? Ich auch. Aber der Internethandel ist auch gemein. Er nutzt die Vorteile des Internets gnadenlos aus. Nicht nur wegen der Steuervermeidung. Und keiner von denen findet das gemein. Das ist doch alles legitim. Kreativ. Um Schlupflöcher zu finden werden ganze Abteilungen gegründet. Die finden das clever. Ich sage, das sind Totengräber des gesellschaftlichen und unternehmerischen Miteinanders. Die haben Kanonen mit denen sie auf Spatzen schießen können, während der kleine Händler mit dem Spatzengewehr auf Elefanten schießen soll.  

Aber irgendwie finde ich die Vorstellung witzig, wenn Berge von Wein, Klamotten, Schuhen, Lampen, Gartenmöbel, Waschmaschinen, Computern, Möbel und weiß der Teufel, was ich nicht alles nicht brauche an die immer gleiche Adresse geliefert… Und schwupp, wieder abgeholt wird.
Die Lieferunternehmen haben gut zu tun, das schafft Arbeitsplätze. Die Besteller haben fast keine Arbeit und am Ende wird ganz Amazonien von Kleinbonums Retouren überschwemmt.

Manche Lösungen sind ganz einfach. Man glaubt manchmal nicht daran, weil es so einfach klingt. Aber Genialität und Wahnsinn liegen oft eng beieinander. Vielleicht auch Amazonien und Kleinbonum.

Nicht jammern. Melken!


U. Konrad
Sammelbesteller des Monats

Eingestellt am 28.08.2017



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