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WILLI-Interview | Was der Landrat dem Land rät

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Interview mit Dr. Christoph Schnaudigel, Landrat des Landkreises Karlsruhe

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„Die derzeitige Situation ist für alle psychisch belastend, erschwerend kommt hinzu, dass es immer wieder Phasen der Hoffnung gibt, die dann von einer weiteren Welle wieder zunichte gemacht werden“, sagt der Landrat im Interview zur „Lage in der Region“.

Er betont, dass vor allem die Mitarbeitenden in der Pflege und in den Krankenhäusern tatsächlich auf dem Zahnfleisch gehen. Eine Lösung für die Probleme hat er auch nicht parat, sagt aber, dass seiner Meinung nach, unabhängig von parteipolitischen Einflüssen oder Entscheidungen die Grundsituation für alle schwierig sei.

„Jeder ist bemüht, aus dieser Situation das Beste zu machen, das Zermürbende ist, dass es eben nicht so schnell geht, wie wir uns das alle erhofft haben.“

Er ist sich sicher, dass wir jetzt nicht in dieser Situation stecken würden, wenn wir im Sommer und im Herbst mehr geimpft hätten. Der Landrat appeliert wiederholt an die Eigenverantwortung, sich impfen zu lassen. Auf den Intensivstationen liegen zu 90 Prozent Ungeimpfte. Jetzt könne man natürlich drüber streiten was man im Sommer hätte besser machen können, um die Impfquote zu steigern?

Wir brauchen neue Bildungsangebote

In der weiteren Unterhaltung sagte Schnaudigel, dass die Coronakrise wie ein Brennglas ein Stück weit den Blick auf das gerichtet habe, was verbesserungsbedürftig ist. Da gehöre natürlich auch das Thema Digitalisierung an Schulen dazu. Die Computerprogramme für Schüler, insbesondere auch aus sozial benachteiligten Familien, mussten in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft werden.

Homeschooling sei natürlich nicht nur Technik, sondern ist auch Pädagogik. Ein Lehrer werde noch lange kein Homeschooler, nur weil er eine schnelle Datenleitung hat und ein Laptop bedienen könne, sagte der Landrat.

„Wir wollen kein Homeschooling. Wir brauchen neue Bildungsgänge, wir brauchen neue Bildungsangebote.“

Es sei wichtig, mit den beruflichen Schulen, mit der Handwerkskammer, mit der Industrie, mit den Schulträger zu kommunizieren. Die Lehrpläne müssten angepasst werden, da gäbe es großen Nachholbedarf, ist sich Schnaudigel sicher. Diese Aufgabe werde an alle Beteiligten in der Zukunft noch große Ansprüche stellen.

„Die wenigsten von uns haben vor Corona Videokonferenzen durchgeführt. Aber in vielen Bereichen wird es eine Alternative sein, weil man nicht wegen einer kurzen Abstimmung nach Stuttgart oder nach Karlsruhe fahren muss. Da haben wir viel gelernt.“

Neujahrsempfänge digital – oder gar nicht

Der Landrat hält es in diesem Jahr für richtig, dass man Neujahrsempfänge in digitaler Form macht oder sie sogar doch noch mal ausfallen lässt. Er gibt zu bedenken, dass die Situation in den Kliniken hier wichtiger sei.

Im Zweifel stünden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken – insbesondere auf den Intensivstationen – dann gerade.

Sein Fazit : Solidarität zeigen.

Aus RegioMagazin WILLI 01/2022

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