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Taucher Heidesee Forst Werner Scheyer

Forst | Unterwasser zuhause

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Icon-Stadtmagazin WILLI Reportage | Der 81-jährige Taucher Werner Scheyer berichtet über seine Leidenschaft

Des einen Freud, des anderen Leid, so könnte man das Ende der Badesaison am Forster Heidesee resümieren. Während für die Badegäste nun mit den herbstlich kühleren Tagen die Saison zu Ende gegangen ist, sind die Taucher (und auch die Angler) möglicherweise ganz froh, ihren See wieder alleine für sich genießen zu können. Dem 81-jährigen Werner Scheyer ist sowieso egal wie das Wetter ist, er taucht einfach ab, ob es stürmt oder schneit.

Taucher Heidesee Forst Werner ScheyerVor über 50 Jahren, 1968, war der in Bretten lebende Ingenieur Gründungsmitglied des Tauchsportclubs Muräne Karlsruhe. Damals haben sich 20 Tauchsportinteressierte zu einem Verein zusammengeschlossen und erste Tauchgänge in den Seen der Region unternommen. Ihre Ausrüstung, wie z.B. Atemregler haben sie zum Teil selbst entwickelt und sich gemeinsam spezialisiert und fortgebildet. In den 1990er Jahren, mit Ende 50 hat Werner Scheyer die Gelegenheit genutzt und ist als ehemaliger Siemens Mitarbeiter in den vorgezogenen Ruhestand gegangen. Seither widmet er sich seinem Hobby ganz ausgiebig. Er kennt viele schöne Tauchreviere auf der Welt, war in den Tropen, auf Hawaii und den Galapagos Inseln.Heute beschränkt er seine Reisen auf Ägypten, dafür aber immer noch mehrere Wochen lang.

Sollte er nicht im Roten Meer tauchen, ist er so gut wie täglich am Heidesee in Forst im Neoprenanzug anzutreffen. Eine Stunde lang durchtaucht er den See, Sommer wie Winter. Für ihn machen die Jahreszeiten keinen Unterschied. Da unten, wo er sich aufhält, ist es immer kühl und so dunkel, dass er sich nur nach der Kompassuhr bewegt, eine andere Orientierung ist nicht möglich. Vergleichbar sei das Tauchen im dunklen See mit dem Skifahren im Nebel, durch die fehlenden Kontraste weiß man nicht mehr, wo oben und unten ist. Bisher hat Werner Scheyer dank seiner präzisen Ausrüstung immer problemlos und pünktlich an den Steg zurückgefunden.

Um gesundheitliche Risiken auszuschließen, geht er alle zwei Jahre zur ärztlichen Inspektion, seit seinem 40sten Lebensjahr benötigt er jährlich eine Tauchtauglichkeitsbescheinigung. Der Gesundheitszustand des Seniors ist tiptop, er hat den Ruhepuls eines Sportlers und trägt die mehrere Kilo schwere Ausrüstung bis zum Steg am See. „Das einzige Manko, was mir das Alter auferlegt hat, ist, ich muss mich beim Bücken etwas mehr mühen, um die Flossen anzuziehen“, klagt er, vermutlich nicht ganz ernst gemeint.

„Unser Tauchclub übernimmt wechselweise die Aufsicht und den Rettungsdienst während der Badesaison am Heidesee, deshalb haben wir hier einen Raum für unsere Gerätschaften und dürfen den See für Tauchgänge nutzen.” Während er sich für seinen täglichen Tauchgang fertig macht, erzählt er über die Entwicklung des früheren Baggersees Bühler zum Freizeitpark Heidesee.

Werner Scheyer war auch involviert in die Installation der Tiefenwasserbelüftungsanlage, die seit den 1980er Jahren den See im Gleichgewicht hält und zweimal jährlich von den Tauchern gesäubert wird. Auch deren Verankerungen am Grund des Sees prüft Schreyer zusammen mit seinen Tauchkollegen. Ebenso steht die regelmäßig Kontrolle der Badeinseln, die während der Sommersaison in den See eingelassen sind, auf seiner Agenda.

Als Taucher, der viele Stunden seines langen Lebens unter Wasser verbracht hat, ist Werner Schreyer daran gewöhnt nicht so viel zu reden, denn als wir am Steg angekommen sind dreht er sich mit einem letzten Gruß um – und schwups war er abgetaucht in die Tiefe des Heidesees.

Text und Fotos: Andrea Bacher-Schäfer

Erstveröffentlichung in RegioMagazin WILLI 10/19

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