Foto: Anna Gabriel | Gemeinde Bad Schönborn.

Bad Schönborn | „Unsere Landschaft ist ausgezeichnet!“ – Streuobstanbau ist nun offiziell immaterielles Kulturerbe

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Der Streuobstanbau in Deutschland ist nun offiziell immaterielles Kulturerbe in dem Bereich „Traditionelle Handwerkstechniken“ der Kategorie „Kultur und Natur“

31.03.2021 | Dies haben die Kulturminister der Länder vor Kürze bei der Kulturministerkonferenz bestätigt. Ein wichtiger Teil von Bad Schönborns Gemarkung ist davon tangiert. „Diese Anerkennung würdigt das Engagement zahlreicher, oft ehrenamtlicher Streuobstakteure beim Erhalt dieser einzigartigen Kulturform. Bei uns gilt der Dank insbesondere dem AHNU (Arbeitskreis Heimat Natur Umwelt) um Erwin Holzer und allen Eigentümerinnen und Eigentümern der Streuobstwiesen, die sich beständig um den Erhalt der Obstbäume und Wiesen kümmern“, erklärt Bad Schönborns Bürgermeister Klaus Detlev Huge. Die Auszeichnung würdige zudem das Engagement rund um die Artenvielfalt.

In diesem Jahr feiert der Obst-​Gen-Garten in Bad Schönborn, der dem Erhalt vieler seltener Obstsorten gewidmet ist, bereits sein 20-jähriges Bestehen. Der AHNU wird 40 Jahre alt. Das im Frühling geplante Fest wird zwar Corona-​bedingt voraussichtlich erst im Herbst stattfinden können, doch das Engagement der Akteure ist ungebrochen hoch.
Streuobstwiesen prägen die regionale Identität und ermöglichen die Weitergabe von Wissen rund um den Naturschutz. Auch nachfolgende Generationen werden durch Einrichtungen wie Obst-​Lernpfade für diesen wichtigen Aspekt der ökologischen Vielfalt sensibilisiert.

Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts gehen die Streuobstbestände zurück – nicht nur in der Region, sondern Europaweit, wie auf der deutschen Seite der UNESCO zu lesen ist. Zum einen gehe dadurch ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna verloren, zum andere schwindet das Wissen um Streuobst sowie die Erfahrungsmöglichkeit mit dieser besonderen Baumkultur.
Viele Ehrenamtliche tragen dazu bei, dass es heute überhaupt noch Streuobst gibt. Sie setzten sich nicht nur in der Pflege und Erhaltung der Streuobstbestände ein, sondern engagieren sich auch politisch und lokal, um das Verständnis in Gremien und Gemeinden hierfür zu fördern.

In den 70er und 80er Jahren – vor allem in Zeiten der Flurbereinigung – musste auch die Gemeinde Bad Schönborn ständig appellieren, dass Baumbesitzer ihre wertvollen Obstbäume nicht für Brennholz absägten. Anfang der 80er – nach Gründung des AHNU – wurde eine Arbeitsgruppe vom Gemeinderat eingesetzt, um wichtige Gebiete auf der Gemarkung zu erörtern, die schützenwert sind. Dazu zählten auch Obstbestände und besondere Biotope.
Gerade die Biodiversität sei ein wichtiger Bestandteil des Streuobstanbaus in Deutschland, so die UNESCO. Die Bewirtschaftung der Wiesen und die Verarbeitung des Obstes geben auch Anlass, dass die Auszeichnung Immaterielles Kulturgut im Bereich „Traditionelle Handwerkstechniken“ stattfand. Das handwerkliche und landschaftliche Knowhow sowie die Fortführung von verbundenen Bräuchen und Traditionen trugen dazu bei, diese Auszeichnung zu sichern.

Der europaweite Tag der Streuobstwiese ist für den 30. April geplant.
Für einen Kur- und Bäderort wie Bad Schönborn, der seine Gäste mit idyllischer und intakter Natur anlockt, sei die Aufnahme der Streuobstwiesen als Immaterielles Kulturgut von besonderer Bedeutung, betont Bürgermeister Huge. Nicht zuletzt werbe man neuerdings mit dem Marketing-Claim „Bad Schönborn – Meine Natur.“

 

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