Foto: AOK-Mediendienst

Karlsruhe | Psychische Erkrankungen: weniger Fälle, längere Fehlzeiten

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17.03.2021 | Gesamt-Krankenstand 2020 im Landkreis Karlsruhe unverändert

Eine AOK-Statistik belegt, dass im vergangenen Jahr trotz der Pandemie im Landkreis Karlsruhe lediglich in den Monaten März und April sowie Oktober und November ein höherer Krankenstand festzustellen war als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Der Krankenstand der AOK-Mitglieder in Betrieben im Landkreis Karlsruhe betrug sowohl im Jahr 2020 wie auch 2019 5,7 Prozent.

Mit dem Krankenstand wird der Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr gemessen. „Im Corona-Jahr lag diese Kennzahl landesweit bei 5,1 Prozent, bundesweit bei 5,4 Prozent“, zieht Carlo Petruzzi, Koordinator für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Mittlerer Oberrhein, den Vergleich. Das ist das Ergebnis einer Studie der AOK Mittlerer Oberrhein für den Landkreis Karlsruhe, bei der Daten von insgesamt 84.897 beitragspflichtigen Mitgliedern berücksichtigt wurden.

Im März erreichte der Krankenstand im Landkreis Karlsruhe mit Hereinbrechen der Pandemie mit 8,3 Prozent seinen Höchststand. Im restlichen Jahr lag er – zum Teil deutlich – unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Der niedrigste Stand war mit 4,6 Prozent im Juni und August zu verzeichnen.

Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen

Petruzzi schlussfolgert: „Die Daten legen nahe, dass Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen auch jenseits der Pandemie wirken. So sank der Anteil der Atemwegserkrankungen von 24,1 im Jahr 2019 auf 21,6 Prozent in 2020, der Anteil der Erkrankungen des Verdauungssystems im gleichen Zeitraum von 8,4 auf 7,5 Prozent.“ Auch Verletzungen traten seltener auf. „Das lässt sich wohl auf die Schließung von Freizeit- und Schulsportstätten zurückführen“, so Petruzzi.

Psychische Erkrankungen

Wegen psychischer Erkrankungen hatten sich im Corona-Jahr landesweit weniger Menschen krankschreiben lassen, dafür aber mit längerer Krankheitsdauer. „Auch im Landkreis Karlsruhe fiel der Anteil der psychischen Erkrankungen an allen Arbeitsunfähigkeitsfälle – von 5,1 Prozent im Jahr 2019 auf 4,8 Prozent in 2020“, beziffert Petruzzi die Entwicklung. Gleichzeitig stieg die Dauer einer durchschnittlichen psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über drei Tage – von 27,3 Tagen im Jahr 2019 auf 30,5 Tage je Fall in 2020. „Die Pandemie und ihre Folgen können sich für Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen besonders belastend auswirken“, so Petruzzi. Generell verstärke sich damit der Trend der vergangenen Jahre zu immer längeren Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen.

Covid-19

Von Fehlzeiten in Zusammenhang mit Covid-19 waren landesweit insbesondere Berufe in der Altenpflege, in der Haus- und Familienpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Kinderbetreuung und -erziehung betroffen. Die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 zeigten sich bei den Berufen in der Landwirtschaft sowie in der Hochschullehre und -forschung.

 

 

 

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