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Bruchsal/Büchenau | Praxis-Impfstart als Wackelpartie – ein Hausarzt aus Büchenau berichtet

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07.04.2021 | Seit dem 06. April können Hausärzte ihren Patienten die Impfung gegen das Corona-Virus verabreichen. Was sich in der Theorie nach einem sinnvollen politischen Beschluss angehört hat, entpuppt sich für Hausärzte in der Praxis als etwas, das den normalen Praxisbetrieb enorm behindert, so Dr. Andreas Wichmann, Internist und Hausarzt in Bruchsal-Büchenau.

Denn seit der sicheren Zusage, dass auch Hausärzte Impfdosen zur Verabreichung an ihre Patienten bekommen, läutet das Telefon in seiner Praxis am laufenden Band, erzählt er. Ein “vernünftiges Arbeiten” sei dadurch kaum mehr möglich und die regulären Patienten könnten die Praxis telefonisch nur noch schwer erreichen. Dabei seien die Anrufer in den seltensten Fällen auch diejenigen, denen eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt nach der Impfreihenfolge zustünde.

Was Sie jetzt wissen müssen:
Um Ihren Arzt und seine Mitarbeiter/-innen zu entlasten und den laufenden Betrieb der Praxis nicht zu behindern, rufen Sie bezüglich einer Corona-Impfung vorerst am besten noch nicht in der Praxis an.
Ihr Arzt wird eine Dringlichkeitsliste für alle seine Patienten erstellen und Sie dementsprechend anrufen.

Durchführung erfordert aufwendige Planung
Auch die Planung der Impfungen fordert Zeit, insbesondere im Falle einer Belieferung mit einem Impfstoff, der nach Öffnung des Fläschchens nur noch 5-6 Stunden lang verimpft werden könne, wie z.B. beim Impfstoff von Biontech. Pro Fläschchen ergeben sich 6 Dosen à 0,3 ml. Es müssen also 6 Patienten pro geöffnetem Fläschchen geimpft werden, wenn keine Dosis verschwendet werden soll.

In der Woche vor dem Impfstart in den Hausarztpraxen habe man dementsprechend einige Stunden damit zugebracht, vorab Termine mit denjenigen Patienten zu vereinbaren, bei welchen eine Impfung aufgrund ihres Alters oder aufgrund einer Vorerkrankung drängt. Dabei sei zusätzlich unklar gewesen, wie viele Dosen schlussendlich geliefert werden würden, berichtet Dr. Wichmann.

Undurchsichtiges Vorgehen und schlechte Informationspolitik erschweren die Planung
Die Ärzteschaft habe zunächst aus den Medien davon erfahren, dass eine Impfung durch die Hausärzte ermöglicht werden solle – kurz darauf habe man diesbezüglich von der KV ein Schreiben erhalten, in dem auch darum gebeten worden sei, von Nachfragen abzusehen, welche Impfpräparate und wie viele Dosen davon geliefert werden würden. In der vergangenen Woche bestellte Dr. Wichmann die maximal mögliche Anzahl von 50 Dosen, wusste zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht, ob er diese Anzahl auch erhalten würde. Auch von möglichen Verzögerungen bei der Lieferung erfuhr er am Dienstag, den 6. April – dem Tag des Impfstarts in Hausarztpraxen- aus den Medien. Schlussendlich erhielt er am Abend des 06. Aprils gegen 19:00 Uhr 48 Dosen des Biontech-Impfstoffes.

 

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2 Feedback

  1. Könnte man die ganzen Behörden, Bürokraten und Bedenkenträger nicht in einen zeitlich bedrenzten Tiefschlaf versetzen? Die Impfung sollte dann an große Industrieunternehmen übergeben werden, die das mit Sicherheit in kurzer Zeit erledigen würden.
    Ja, so schräg fängt man inzwischen an zu denken ! Es ist zum Heulen !

  2. Unverständlich, dass nach über einem Jahr Corona immer noch kein Konzept erarbeitet wurde und die Bürokratie hier auf das Mindestmaß reduziert wurde. Hier sind wir nicht vergleichbar mit anderen EU-Ländern. Es ist wichtig ausreichend Impfstoff bereit zu stellen und ganz schnell einen Großteil der Bevölkerung die darauf schon lange wartet zu impfen!

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