Die Vertreter des Gesundheitsamtes, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup klärten gemeinsam über das Corona-Virus auf

Karlsruhe | Stadt und Land über die regionalen Entwicklungen rund um den Corona-Virus

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06.03.2020 | In einem gemeinsamen Pressegespräch am frühen Nachmittag des 6. März informierten Vertreter des Gesundheitsamtes, der Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup über die neusten Entwicklungen in Sachen des Corona-Virus. An dem Treffen in der integrierten Leitstelle de Stadt- und Landkreises Karlsruhe nahmen mehr als zwei Dutzend Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Medien teil.

Inzwischen sind in Baden-Württemberg mehr als 100 Fälle des Corona-Virus bestätigt worden, davon aktuell vier im Landkreis Karlsruhe. Mit den zunehmenden Fallzahlen wächst auch die Verunsicherung in der Bevölkerung. Daher war es ein Anliegen der Stadt und des Landkreises, aufzuklären und Fragen zu beantworten.

Nachdem zu Beginn des Pressegesprächs die vier Fälle unserer Landkreises Karlsruhe dargelegt wurden, wurde zwar deutlich, dass bisher die Infektionsketten gut nachverfolgt und somit eine Ausbreitung minimiert werden konnte. Gleichzeitig waren sich die Vertreter des Gesundheitsamts, der Stadt und des Landes einig, dass eine Ausbreitung des Virus nicht verhindert werden kann. Vielmehr ist das gemeinsame Ziel der Vertreter, diese zu verlangsamen.

Verbreitung des Virus soll verlangsamt werden

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel erklärte, dass die Verlangsamung der Ausbreitung des Covid19-Virus deshalb wichtig sei, weil derzeit auch eine Influenza-Welle im Gange sei, die viele Kapazitäten der Krankenhäuser in Anspruch nimmt. Allerdings gehe die Grippewelle allem Anschein nach langsam zurück, wie auch Dr. Ulrich Wagner, Abteilungsleiter für Gesundheitsschutz im Gesundheitsamt bestätigte. Mit der gewonnen Zeit sollen somit auch mehr Kapazitäten für Corona-Infizierte frei werden.

„Es ist ja kein Ebola-Fieber“

Bei dem Pressegespräch betonten die Anwesenden auch, dass das Virus hinsichtlich seiner Ansteckungsgefahr und seiner Symptomatik der Influenza ähnle und nicht so ansteckend wie etwa Masern oder Ebola sei. „Wenn man nicht gerade 15 Minuten Face-to-Face mit einer infizierten Person spricht, ist die Ansteckungsgefahr auch nicht besonders hoch“, betonte Oberbürgermeister Frank Mentrup. Außerdem verwies er auf die Wichtigkeit von Handhygiene als Vorsichtsmaßnahme.

Was lässt das Virus so gefährlich erscheinen?

Die Vertreter des Gesundheitsamtes erklärten, was das Corona-Virus im Gegensatz zur Influenza gefährlich macht. Denn die Bevölkerung wird seit Jahren mit Grippewellen konfrontiert und hat daher eine gewisse Grundimunität gegen die Influenza entwickelt. Außerdem gibt es die Grippeschutzimpfung mit immerhin 70-prozentiger Schutzwirkung. Gegen das neuartige Corona-Virus hingegen sind die Menschen in einem viel stärkeren Maß gefährdet, da eben noch keiner immun dagegen ist.

Appell an die Eigenverantwortung

Oberbürgermeister Mentrup rief die Bürgerinnen und Bürger immer wieder dazu auf, eigenverantwortlich zu handeln. So solle jeder bewusst entscheiden, welche Risiken er auf sich nimmt.

Der Landrat und der Oberbürgermeister waren sich einig, dass trotz der Krankheit das gesellschaftliche Leben weitergehen müsse. Ansonsten würden nur Ängste geschürt werden. „Gerade Veranstaltungen vermitteln auch ein gewisses Grad an Normalität“, so Mentrup beim Pressegespräch. Das Risiko und somit die Entscheidung, ob eine Veranstaltung abgesagt oder durchgeführt wird, sei nach einer Liste an Faktoren abzuwägen.

Neuer Fall in unserem Gebiet

Auch in unserer Region ist inzwischen ein erster bestätigter Fall des Virus in Bretten nachgewiesen worden. Diese Information teilte Dr. Ulrich Wagner zu Beginn des Pressegesprächs mit. Bei dem Infiziertem handelt es sich um einen Mann, der aus dem Skiurlaub aus Südtirol zurückgekehrt war. Alle Kontaktpersonen befinden sich derzeit in häuslicher Isolation.

Abstrich-Station soll in Bruchsal entstehen

Zudem soll ab Montag, dem 16. März in Bruchsal eine Abstrichstation zur Überprüfung der Infizierung mit dem Virus eingerichtet. Alle aktuellen Informationen hierzu werden Sie zuerst bei uns erhalten.

Die wichtigsten Telefonnummern zu Fragen rund um das Corona-Virus:

  • städtische Hotline: 0721 133 33 33
  • Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116 117
  • Hotline des Landesgesundheitsamtes: 0711 904 39 555

Außerdem will die Stadt Karlsruhe in den kommeneden Tagen eine Homepage mit Informationen zum Virus einrichten.

 

Siehe auch

CORONA | Fallzahlen Fr. 29.5. | Sechs neuinfizierte und sechs neugenesene Personen. Keine Verstorbenen.

  Hier finden Sie täglich aktualisiert die Zahlen zur Corona-Lage im Landkreis Karlsruhe und den …