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WILLI-Reportage | Frisch auf den Tisch

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Die Obst- und Gemüseabteilungen sind voll mit leckeren Dingen. Wir müssen nur zugreifen. Aber haben wir uns schon einmal gefragt mit welchem Aufwand wir Obst und Co. auf unsere Teller bekommen?

Rainer Simianer aus Hambrücken ist Landwirt und weiß wieviel Arbeit es ist, bis das Gemüse zum Verkauf bereitsteht. Eigentlich hat er Baumpfleger gelernt, doch familiäre Umstände haben ihn vor einigen Jahren dazu getrieben in den landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern einzusteigen.

Die Simianers bauen Spargel und Erdbeeren an. „Die Hauptarbeit gibt es natürlich während der Spargel- und Erdbeersaison, da hat der Tag schon mal mehr als zwölf Stunden“, sagt Rainer lachend. Auch sein Vater Hugo arbeitet immer noch mit. Der über 80-jährige ist noch immer das Oberhaupt im Familienbetrieb. Ebenso arbeiten Rainers Schwestern und deren Familien mit, wenn das Spargelrestaurant Hochsaison hat.

Auch wenn die Saison beendet ist, gibt es immer etwas zu tun auf einem Bauernhof. Maschinen müssen gewartet und die Spargel- und Erdbeerpflanzen das ganze Jahr hindurch gepflegt werden.

Steigende Spritkosten und Düngerpreise machen das Leben schwer

So ganz unbekannt war ihm seine neue Arbeit auf den elterlichen Feldern nicht, als Baumpfleger war er auch viel in der Natur. Aber der Tag als Baumpfleger endete als Angestellter meist pünktlich. „Jetzt gibt es keine geregelten Arbeitszeiten mehr. Das wäre nicht schlimm, aber die Hürden mit denen wir seit einiger Zeit zu kämpfen haben, sind schlimm“ gibt der 46-jährige zu bedenken. Dieses Jahr wurde zum Beispiel viel Spargel aus dem Ausland importiert.

„Zu Preisen, bei denen wir nicht mithalten konnten. Steigende Spritkosten, utopische Preise für Dünger machen uns das Leben schwer. Da wundert es nicht, wenn der Spargel erst gar nicht gestochen wird“.

Viele Verbraucher kaufen noch direkt beim Hersteller

Essen wollen wir alle, aber wo das Essen eigentlich herkommt hinterfragen die wenigsten. Neben einem Spargelrestaurant unterhalten die Simianers noch einen Hofladen. „Es gibt zum Glück immer noch viele Verbraucher, die direkt beim Hersteller einkaufen.“ Und im Hofladen gibt es neben Erdbeeren, Spargel auch selbst gemachte Marmelade.

„Ja die Marmelade. Schmeckt gut, ist aber auch ein langer Weg bis sie verkaufsfertig im Regal steht“, so Rainer. Die Brombeeren und Himbeeren für den leckeren Brotaufstrich werden mit der Hand gepflückt, das ist schon eine Knochenarbeit bei hoher Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus. Danach erst gehen die Beeren in die große Halle zur Weiterverarbeitung durch Maschinen.

Privatleben bleibt oft auf der Strecke

Es gibt auch viele schöne Seiten an diesem Beruf. „Wenn ich mit dem Traktor auf dem Feld bin, steht niemand hinter mir und treibt mich zur Arbeit an. Ich bin mein eigener Herr. Natürlich muss die Arbeit gemacht werden aber ich kann sie mir einteilen“, erzählt Rainer.

Rosig sieht Rainer die Zukunft nicht. Immer mehr Auflagen, steigende Ausgaben und vor allem auch fehlende Nachfolger auf den Höfen. „Privatleben bleibt halt oft auf der Strecke, wenig Urlaub, wer will das schon. Bisher fand sich noch keine Frau, die so ein Leben haben will “, sagt Rainer lachend. Wenige wollen das, aber Obst und Gemüse wollen alle.

Text: Christina Notheisen

Aus RegioMagazin WILLI 09/2022

 

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