video
play-rounded-fill
 

BRUCHSAL 1. MÄRZ 1945 | Als der 16-jährige Josef um sein Leben rannte …


Filmbericht | Am 1. März 1945 erlitt die Stadt Bruchsal eine verheerende Bombardierung. Der Großteil der Stadt versank in Schutt und Asche. 77 Jahre danach erleben wir in einer dramatischen Schilderung von Josef Schlindwein, wie er als 16-Jähriger um sein Leben rannte – von den Häusern und Kellern in der Wörthstraße hinüber zur Lutherkirche .

25.2.2022 | „Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, so hatte ich viel Glück gehabt.“ Josef Schlindwein meint bei diesem Satz nicht nur Bruchsals dunkelste Stunde, sondern auch den Anfang seines Lebens vor 93 Jahren: Als er am 4. Februar 1929 in Karlsdorf geboren worden war, herrschte einer der kältesten Winter überhaupt, sogar der Rhein war zugefroren. Vorsorglich erhielt klein Josef gleich nach der Geburt die Nottaufe.

Fortan war er offensichtlich fest entschlossen, am Leben zu bleiben. Nach der Volksschule begann er mit 14 Jahren bei der Bruchsaler Druckerei Katz eine Lehre als Schriftsetzer. Dort in der Bruchsaler Wörthstraße erlebte er auch den 1. März 1945 – der Tag, an dem auf Bruchsal die Fliegerbomben fielen. Die erste Welle setzte ein, als sein Meister sich mit ihm und einem weiteren Lehrling in den Keller retten wollte. Phosphorbomben schnitten sämtliche Fluchtwege ab. „Wenn es um das eigene Leben geht, schafft man unvorstellbare Kräfte“, erinnert er sich an den Moment, als er buchstäblich durch Wände ging.

Eine „Verzweiflungstat“ rettete vier jungen Menschen das Leben

Damals war es Vorschrift, dass Außenmauern zum Nachbargebäude einen Durchbruch haben müssen, der mit einer 12 cm dicken Backsteinwand wieder geschlossen wurde. Heute spricht er von einer „Verzweiflungstat“, dass er einen Hammer nahm und sich seinen Weg durch zwei Nachbarshäuser bahnte. Schließlich konnte er sich mit weiteren Kollegen in den Keller der Lutherkirche flüchten, wo er die dritte Welle erlebte.
Noch heute erinnert er sich genau an die Namen der Menschen, mit denen er unterwegs war, an das Weinen der Kinder im Keller oder an Verwundete, die sie in den Trümmern zurücklassen mussten. „Das ist eingebrannt im Hirn. Und wenn man noch einigermaßen denken kann, kann man haargenau erzählen, wie es war.“

Der obige Filmbeitrag und die Bilder zeigen die Zerstörung der Stadt und erinnern an Bruchsals bitterste Stunden. Es darf aber bei allem Leid nicht vergessen werden, dass die Zerstörung die Folge eines durch Nazi-Deutschland verursachten Weltkrieges war.
Wir bedanken uns herzlich bei Thomas Moos vom Stadtarchiv und Markus Wittig von der Luthergemeinde für die Unterstützung.

KraichgauTV – wir & ihr von hier!

Was passiert in unserer Region? Wir zeigen es, denn wir kennen die Gegend und die Akteure. Wir wissen, was die Menschen hier beschäftigt und entdecken auch die liebenswerten Dinge, die Öffentlichkeit verdienen. Genau dafür machen wir Fernsehen von hier und für hier. Mit viel bescheideneren Mittel als die öffentlich-rechtlichen, aber umfassend und mit Leidenschaft.

Für manche mag es allein schon eine Nachricht sein, dass der SWR mit einem großen Team für mehrere Stunden auftaucht, um wenige Sendeminuten zu produzieren. Darüber könnten wir nur schmunzeln, wären wir nicht schon wieder unterwegs zum nächsten Dreh oder in der Postproduktion.
Es gibt eben viel zu tun in der Region – und wir sind mittendrin. Nicht sensationsheischend, sondern einfach liebe- und respektvoll berichtend von dem, womit sich die Bewohner in unserer Region beschäftigen.

Deshalb: Teilt gerne unsere Beiträge auf Facebook, wenn sie euch gefallen. Erzählt es weiter, wenn euer Ort bei KraichgauTV zu sehen ist. Schreibt es ins Amtsblatt, wenn euer Verein außergewöhnliches geleistet hat und von unserem Kamerateam besucht wurde.

Denn letztendlich ist das „wir“ und „ihr“ doch nur ein gemeinsames WIR.

 

Kommentieren?
Ja bitte, denn eine offene Diskussion fördert das Miteinander.
Bitte achten Sie dabei auf unsere Kommentarregeln (Info)

Hier geht es zum Kommentarfeld >>>

 

 

Was war? Was kommt?

Nicht täglich auf dem Landfunker? Verstehen wir 🙂
Abonniere den Wochenend-Newsletter, dann wirst du 1x pro Woche
informiert und erfährst alles Wichtige zum Wochenende!

Der Landfunker-Wochenend-Newsletter: Bei Nichtgefallen jederzeit mit einem Klick kündbar!

Siehe auch

Kramen, Kaufen, Kinderlachen: Macht mit beim Merlin Kindersachen-Flohmarkt!

Ankündigung für den 8. Juni 24 | Es ist Zeit, die Schränke zu öffnen und …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Consent Management Platform von Real Cookie Banner Hide picture