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Volocopter Flugtaxi Bruchsal Voloport Alexander Zosel
Foto: The Foreign Office Collective

Flugtaxis für die Metropolen der Welt

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Icon-Stadtmagazin WILLI Volocopter – eine Erfolgsgeschichte aus Bruchsal
Volocopter Flugtaxi Bruchsal Voloport Alexander Zosel
Alexander Zosel beim ersten bemannten Flug im Volocopter.

Schon jetzt sind die Verkehrssysteme in vielen Großstädten überlastet – Chaos und Verkehrsinfarkte sind die Folge. Als eine mögliche Lösung rückt die Erschließung der dritten Dimension in den Vordergrund. Unter dem Stichwort der „Urban Air Mobility“ hat ein regelrechtes Wettrennen zur kommerziellen Nutzung des innerstädtischen Luftraums begonnen. In der Poleposition dabei: das im Bruchsaler Technologiedorf ansässige Unternehmen Volocopter.

Die badischen Luftfahrtpioniere widmen sich seit einigen Jahren der Entwicklung von Multicoptern. Hauptsächlich für den Einsatz als innerstädtische Lufttaxis angedacht, sollen sie wichtige Knotenpunkte wie zum Beispiel Flughäfen oder Businesszentren miteinander verbinden und eine neue Art der Fortbewegung ermöglichen – schnell, leise und ökologisch. Eine Vision, die immer mehr zur Realität wird.

Die Anfänge des Unternehmens liegen rund zehn Jahre zurück, als Gründer Stephan Wolf seinem Sohn eine Spielzeugdrohne schenkte. Wolf entdeckte früh das Potential des kleinen Fluggeräts, da es bereits von einem Grundschüler gesteuert werden konnte. Schnell entstand die Idee, mit einer Drohne Menschen zu transportieren – noch ohne eine konkrete Vorstellung der Umsetzung vor Augen zu haben. Diese entstand erst, als er Jugendfreund Alexander Zosel, damals Mitte 40, ins Boot holte. Der Ettlinger bewies bereits mit vorherigen Geschäftsideen seine Qualitäten als „Macher“. Nach mehreren eigenen, erfolgreichen Unternehmungen, schien er deshalb der perfekte Projektpartner zu sein. Die Erfolgsgeschichte begann.

Doch noch gab es Zweifel an der technischen Machbarkeit einer bemannten Drohne: Zu schwer die Batterien, zu leistungsschwach die Motoren – so lautete die einstimmige Meinung in der Szene. Für die beiden Gründer jedoch kein Grund ihre Vision aufzugeben.

Zusammen mit Physiker Thomas Senkel, den Wolf in einem Internetforum für Drohnentechnologie kennenlernte, entwickelten sie für eine Eigenkonstruktion effizientere Rotorblätter und Motoren. Damit schafften sie es im Herbst 2011 Senkel in die Lüfte zu heben – einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für den ersten bemannten Multicopterflug gab‘s obendrauf. Kurioserweise verfügte beim damaligen Konstrukt lediglich ein Bauteil über ein TÜV-Siegel: ein handelsüblicher Gymnastikball.

Acht Jahre und 85 Millionen Euro Kapitalaufnahme später durch in- und ausländische Investoren wie Geely Holding und Daimler, hat sich das Unternehmen als weltweit erstes eine vorläufige Verkehrszulassung für ihren Multicopter gesichert: Der mit 18 Rotoren elektrisch angetriebene „VoloCity“ verfügt über hochmoderne Assistenzsysteme, die zukünftig autonomes Fliegen möglich machen sollen. Mit Geschwindigkeiten bis zu 110 Stundenkilometer und einer Reichweite von 35 Kilometer ist der Multicopter, der Platz für zwei Passagiere und Handgepäck bietet, auf den urbanen Lufteinsatz ausgerichtet.
Ins städtische Verkehrsnetz integriert werden sollen die Multicopter zukünftig mit sogenannten „VoloPorts“, den Haltestellen der Lüfte. Diese futuristischen Start- und Landeinfrastrukturen sollen beispielsweise auf Hochhäusern oder Autobahnen platziert werden, um Passagieren ein nahtloses und komfortables Reiseerlebnis zu ermöglichen.Gemeinsam mit dem VoloCity soll so die Vision vom urbanen Fliegen Realität werden.

Volocopter Flugtaxi Bruchsal Voloport Alexander Zosel
Volocopter Flugtaxi Bruchsal Voloport Alexander Zosel
Geplante Voloports: flexible Landeinfrastrukturen in Großstädten

Ob im ikonischen Stadtbild von Singapur oder vor den Wolkenkratzern Dubais – bereits mehrfach  demonstrierte der VoloCity bei internationalen Testflügen seine Flugtauglichkeit. Im Testbetrieb am Flughafen in Helsinki bewies er zudem seine Fähigkeit zur Integration in vorhandene Lufträume.

Doch abseits sämtlicher Testphasen in Großstädten der Welt ist weiterhin der kleine Bruchsaler Flugplatz das Testgelände Nummer eins. Regelmäßig können die „Volos“ dort mit kurzer Anfahrt neue Technologien testen und ihre Multicopter optimieren. Ein Standortvorteil, der bereits kurz nach Unternehmensgründung für das Bruchsaler Technologiedorf sprach. Bis heute hält das Unternehmen mit seinen rund 170 Mitarbeitern am Standort fest und bündelt die Kompetenz von High-Class-Ingenieuren aus aller Welt im beschaulichen Bruchsal. Wie so etwas hier möglich ist? Aufgrund des Bruchsaler Status als größter europäischer Umschlagplatz für Spargel, witzelt Gründer Alexander Zosel.

Der spannende Weg des Unternehmens ist noch lange nicht vorbei. Bereits in etwa zwei Jahren rechnet Volocopter mit Genehmigungen für den Flugbetrieb mit Kunden in internationalen Megastädten. Bis dahin müssen sich die Metropolen der Welt jedoch noch auf regelmäßige Starts und Landungen der Multicopter gedulden – die gibt es aktuell nur hier bei uns in Bruchsal.

Text: Text: Jan Taschler, Bilder: The Foreign Office Collective

Alexander Zosel bei KrauchgauTV im Interview:

Bruchsal | Alex Zosel – Vom Skateboard-Freak zum Luftfahrtpionier

Erstveröffentlichung in RegioMagazin WILLI 01/20

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