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Fürstin Elisabeth von Oettingen, Amalienbrunnen vor dem Schloss Bruchsal, Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden

Zum Weltfrauentag am 8. März: Starke Frauen und weibliche Macht in der Geschichte

Bruchsal, 02. März 2026 | Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März rücken die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg Frauen in den Mittelpunkt, die über Jahrhunderte hinweg Geschichte schrieben – als Herrscherinnen, Regentinnen, Äbtissinnen, Bauherrinnen und Reformerinnen.

Die Monumente im Land erzählen nicht nur von bekannten Herrschern, sondern auch von Frauen, die politische Verantwortung trugen, Gemeinschaften führten oder durch Stiftungen und Reformen nachhaltige Wirkung entfalteten. „Wer unsere Schlösser, Klöster und Gärten besucht, entdeckt neben den bekannten Herrschern viele beeindruckende Frauen“, betont Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Frühe Zeugnisse weiblicher Autorität

Heuneburgmuseum in Herbertingen

Die Geschichte weiblicher Macht reicht im Südwesten weit zurück. Auf der Heuneburg belegt das reich ausgestattete Grab einer Frau aus dem 6. Jahrhundert vor Christus eine herausgehobene Stellung in der keltischen Gesellschaft. Es steht exemplarisch für eine lange Linie weiblicher Führungspersönlichkeiten.

Einfluss in Kloster und Residenz

Im Kloster Heiligkreuztal verkörpert Äbtissin Veronika von Rietheim weibliche Leitungsmacht im klösterlichen Kontext. Herzogin Mechthild von der Pfalz prägte im 15. Jahrhundert die Residenz in Urach kulturell und politisch. Auch in Schloss Weikersheim wirkten Fürstin Elisabeth von Oettingen-Oettingen und Gräfin Magdalena maßgeblich an der Ausgestaltung der Residenz mit. Liselotte von der Pfalz machte als Prinzessin am französischen Hof durch ihre umfangreiche Korrespondenz politische Kultur und Alltagsleben ihrer Zeit bis heute nachvollziehbar.

Regentinnen und Netzwerkerinnen

Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden übernahm 1707 nach dem Tod ihres Mannes die Regierung und führte die Markgrafschaft in schwierigen Zeiten. Auch Markgräfin Amalie von Baden, eng mit Schloss Bruchsal verbunden, ging als „Schwiegermutter Europas“ in die Geschichte ein. Durch strategische Heiraten ihrer Töchter wurde Baden zu einem wichtigen Knotenpunkt europäischer Politik.

Gesellschaftliche Verantwortung im 19. Jahrhundert

Büste: Katharina von Württemberg

Franziska von Hohenheim steht für soziales Engagement und moralische Orientierung. Königin Katharina von Württemberg setzte Impulse in Armenfürsorge, Bildung und Landwirtschaft. Annette von Droste-Hülshoff prägte mit ihrer Literatur das gesellschaftliche Selbstverständnis ihrer Zeit. Großherzogin Luise von Baden engagierte sich nachhaltig im Bildungswesen und im Roten Kreuz und schuf über den Badischen Frauenverein neue Strukturen für Frauenbildung und soziale Unterstützung.

Zum Weltfrauentag laden ausgewählte Monumente am 8. März zu Sonderführungen und thematischen Veranstaltungen ein. Im Schloss Bruchsal beleuchtet eine Führung weibliche Figuren in der Deckenmalerei, im Residenzschloss Rastatt steht die Regentschaft Sibylla Augustas im Fokus. In der Sammlung Domnick setzt ein Gesprächskonzert einen musikalischen Akzent. Informationen zu allen Angeboten finden sich im Veranstaltungskalender der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

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