WILLI-Reportage | 25 Jahre im Ring – Pugilist

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Das Wort „Pugilist“ kommt aus dem Lateinischen (lat. „pugil“) und bedeutet übersetzt „Boxer“ oder „gehobener Faustkämpfer“. Gleichsam ist es der Namen des Bruchsaler Boxvereins „Pugilist Boxing & Fitness Gym e.V.“, der dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Demnach ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um einmal einen genaueren Blick auf die Pugilisten zu werfen.

Sie hatten einen Traum – ein echtes Boxing Gym in Bruchsal. Am 25.02.1998 ging dieser Traum in Erfüllung als Bardia Gharib, Holger Dörr, Christian Rihm, Henner Mayer, Bert Baschin, Armin Kistner und Stefan Reindl den ersten Bruchsaler Boxverein gründeten.

Gründungsmitglied Pugilist Bruchsal und Pugilist Miami Gym in Florida: Bardia Gharib wanderte 2011 in die USA aus.

 

Zu Beginn trainierten die Vereinsmitglieder noch auf 80 m² und ohne jegliche Sanitäranlagen im Keller des Secondhandladens „Panoptikum“. Schließlich wusste niemand, ob das Konzept des Boxsports auf positive Resonanz stoßen würde. Obgleich die Ressourcen anfangs dürftig waren, schlossen sich immer mehr Boxerinnen und Boxer dem Verein an. Dies veranlasste die Pugilisten dazu, zunächst in ein angemietetes Lagerhaus in der Franz-Bläsi-Straße und 2001 schließlich ins alte Tenniscenter in der Schwetzinger Str. 60 umzuziehen. Nach zahlreichen Renovierungsarbeiten entstand Schritt für Schritt das Pugilist Boxing & Fitness Gym, wie wir es heute kennen.

20.000 m² bieten Raum für eine große Bandbreite an unterschiedlichen Sportarten. In der Boxing Area, die mit Sandsäcken, Schlagpolstern und Co. ausgestattet ist, trainieren Wettkampf- und Fitnessboxer. Darüber hinaus gibt es einen Ausdauer- und Kraftbereich, eine Zone für Basketball und Breakdance sowie ein Ninja-Parkour, der durch die RTL-Sendung „Ninja Warrior Germany“ inspiriert wurde. Auf dem 16.000 m² großen Außenbereich entstanden Beachvolleyball- und Fußballfelder, weitere Basketballareas, ein Outdoorgym sowie ein Lauf-Parkour mit einer Rundenlänge von 800 Metern.

Alte Tennishalle: Nach zahlreichen Renovierungsarbeiten entstand das Pugilist Boxing & Fitness Gym in der Schwetzinger Straße.

 

Seit dem Jahr 2008 feiern die Pugilisten ihre traditionelle Boxnacht. In spannenden Kämpfen treten interne Wettkampfboxer gegen geladene Gäste anderer Boxvereine in den Ring und zeigen vor Publikum, was sie im Training gelernt haben. Die Resonanz der Besucher ist jedes Mal sehr positiv und so wurde die Boxnacht mit der Zeit zum Hauptevent des Vereins. Dieses Jahr wird sie aufgrund des 25-jährigen Jubiläums wohl noch spektakulärer ausfallen – wir dürfen also gespannt bleiben.

jährlich, stattfindende, traditionelle Boxnacht


Pugilist International

Obgleich sich der Boxsport heute erfolgreich in Bruchsal etabliert hat, blieben die Projekte der Pugilisten nicht nur auf regionaler Ebene. Im Jahr 2011 wanderte Gründungsmitglied Bardia Gharib in die USA aus und gründete in Florida das „Pugilist Miami Gym“, die „US-Zweigstelle“ des „Pugilist Boxing & Fitness Gym Bruchsal“. Es ist offizielles Mitglied in der Florida Gold Coast Association sowie in der USAB*. Bardia Gharib selbst war schon immer von den USA und der damit verbundenen „Just-do-it-Mentalität“ fasziniert, wie er uns in einem Interview 2018 bereits erzählte. Gharib entwarf außerdem das Projekt „Pugilist Academy – Train your Brain“, für das Präsident Henner Schulte-Ebbelich und Vize-Präsident Holger Dörr im Jahr 2012 von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Goldenen Stern des Sports ausgezeichnet wurden.

*Amerikanisches Pendant zum
Deutschen Boxsport Verband (DBV)

„I´m so fast that last night i turned off the light switch in my hotel room and was in bed before the room was dark!“

Muhammad Ali (US-amerikanischer Spitzenboxer)

Philosophie
Charakterisierend für den Bruchsaler Boxverein ist die Tatsache, dass sich neben den Wettkämpfern zahlreiche Hobby- und Freizeitsportler im Boxtraining etabliert haben. Bardia Gahribs Vision war es, das Boxen zu einem Breitensport zu machen – mit Erfolg. Von Kindern- und Jugendlichen über Erwachsene bis hin zu Neugierigen im fortgeschrittenen Alter sind alle Altersklassen vertreten. Zum Einen umfasst der Boxsport ein intensives Ganzkörpertraining, zum Anderen schult er die eigene Aufmerksamkeit. Beim Boxen geht es darum, seinen Gegner „zu lesen“, ihn zu verstehen und daraufhin zu handeln. Entgegen der Erwartung vieler Menschen spielt hierbei die Kopfarbeit eine entscheidende Rolle.

Das Konzept des Vereins ist nicht nur in sportlicher, sondern auch in sozialer Hinsicht weitreichend ausgeprägt. So gibt es unter anderem eine Hausaufgabenbetreuung für Kinder und Jugendliche. „Boxen ist kein elitärer Sport, sondern ein Randsport. Viele der Jungs und Mädels haben in der Schule Probleme. Wenn man dreimal in der Woche zum Training geht und am Wochenende auf Turnieren ist, fehlt oft die Zeit zum Lernen. Dem wollen wir entgegenwirken. Wir machen mit den Kindern und Jugendlichen Hausaufgaben oder bereiten sie auf eine Prüfung vor, die Eltern schätzen das sehr“, erklärt uns Holger Dörr im Rahmen eines Studiointerviews. Insbesondere die Crewmitglieder und Coaches um Vorstandsmitglied und Studioleiter Timo Bohn sorgen für die familiäre Atmosphäre im Pugilist Boxing & Fitness Gym.

Die Aufmerksamkeit gegenüber den Vereinsmitgliedern sowie verschiedene Trainingseinheiten und Kurse schaffen Zusammenhalt und Gemeinschaft. Ein Phänomen, das heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist, wo doch der Leistungsdruck und das Konkurrenzdenken in unserer Gesellschaft immer weiter ansteigen. „Es ist egal, auf welchem sportlichen Niveau ihr euch befindet, hauptsache ihr seid dabei und macht mit“, betont Timo Bohn gerne gegenüber Neueinsteigern und aktiven Mitgliedern im Boxsport. Jeder ist bei den Faustkämpfern willkommen und kann nach seinen Möglichkeiten und körperlichen Voraussetzungen vorurteilsfrei trainieren. Wir freuen uns in diesem Sinne auf die nächsten Jahre mit den Pugilisten!

Klimaschutz
Ein weiteres Anliegen des Vereins ist der Klimaschutz. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie der Nationalen Klimaschutzinitiative konnten bereits einige Projekte zur Senkung der Treibhausgasemission erfolgreich abgeschlossen werden. Im Zuge dessen ist die Hallenbeleuchtung heute mit LED-Technik betrieben, das Rechenzentrum besitzt eine neue Hardware zur CO2 Einsparung und die Lüftungsanlage wurde energetisch sinnvoller saniert.

Text: Annika Haas, Bilder: Pugilist

Aus RegioMagazin WILLI 05/2023

 

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