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Foto: Barbara Lohner

Oberderdingen | Letzte öffentliche Telefonstelle muss weichen

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1.4.22 | Das Smartphone macht Telefonzellen überflüssig

In Oberderdingen wird noch eine öffentliche Telefonstelle am Marktplatz in der Brettener Straße betrieben. Diese will die TELEKOM im Jahr 2022 abbauen.

Grund dafür ist Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) zum 1. Dezember 2021. Darin entfällt die verpflichtende Universaldienstleistung- also der Zugang zu öffentlich zugänglichen Telefondiensten zu gewährleisten.

Deshalb gibt es auch keine Möglichkeit auf den Erhalt der letzten „Telefonzelle“ in der Gemeinde zu bestehen.

Die allererste Telefonzelle, der sogenannte Fernsprechkiosk, wurde 1881 in Berlin aufgestellt. 1899 kam der Münzfernsprecher auf, Telefonzellen für geschlossene Räume. Dadurch konnten zum ersten Mal auch Menschen telefonieren, die sich keinen eigenen Festnetzanschluss leisten konnten. Ab den Zwanzigern gehörten sie zu jeder Stadt dazu

In ihnen wurde getratscht, diskutiert, aber auch Schutz vor Unwettergesucht. Die Telefonzelle ist ein nostalgisches Fossil aus der Vergangenheit. Ihre Hochzeit hatte das Telefonhäuschen in den 90er Jahren. Laut Deutschem Städtetag befanden sich mehr als 160.000 Telefonstandorte im öffentlichen Raum. Damals war es wichtig, dass die Gespräche nicht in die Öffentlichkeit drangen, heute ist das den meisten Menschen egal.

Die Nachfrage für diese öffentliche Dienstleistung ist in Deutschland aufgrund des stetig wachsenden Fest- und Mobilfunknetzes drastisch gesunken und hat das Ende der öffentlichen Telefonstellen eingeläutet.

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