Engagement, Umwelt und Gemeinschaft: Gondelsheim stellt wichtige Weichen für die Zukunft

GONDELSHEIM, 02. FEBRUAR 2026 | Nachhaltige Waldwirtschaft, neue Ideen für den Saalbach, konkrete Antworten auf Starkregenereignisse und ein besonderer Abschied aus dem Gemeinderat prägen aktuell die kommunalpolitische Agenda in Gondelsheim.

In Gondelsheim werden derzeit wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Gleich mehrere Entscheidungen und Projekte zeigen, wie breit das Spektrum kommunaler Verantwortung ist – von nachhaltiger Forstwirtschaft über Klima- und Hochwasserschutz bis hin zur Würdigung jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagements.

Schlosswald künftig unter staatlicher Betreuung

Der Gondelsheimer Privatwald Kirrloch, besser bekannt als Schlosswald, wird künftig vom Landratsamt Karlsruhe beförstert. Damit übernimmt die Behörde neben dem Kommunalwald nun auch die forstliche Betreuung des Schlosswaldes einschließlich des Holzverkaufs. Bürgermeister Markus Rupp und Schlosseigentümerin Deniz Weidenhammer zeigen sich zufrieden mit der neuen Regelung, die nach einem gemeinsamen Gespräch und dem anschließenden Vertragsabschluss zustande kam. Beide verbinden damit auch die Hoffnung auf eine entspanntere Situation rund um das Schlossstadion sowie entlang der Kreisstraße K3506.

Ein neuer Blick auf den Saalbach

Mit dem Projekt „Erlebbare Saalbach“ möchte die Gemeinde den Bereich rund um die Saalbachhalle nachhaltig aufwerten. Ziel ist es, den Bach stärker als öffentlichen Aufenthaltsraum in das Ortsleben zu integrieren und ihn bewusst positiv zu besetzen – auch als Gegenbild zu den Erfahrungen nach dem Hochwasserereignis im August 2024. Vorgesehen sind unter anderem eine kleine Kulturbühne auf der Westseite, ein Skulpturenweg mit regionalen Künstlerinnen und Künstlern sowie ein blau-grüner Freizeit- und Erholungsbereich auf der Ostseite. Bereits vorhandene Trittsteine verbinden beide Ufer und machen den Saalbach im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar.

Die Umsetzung vieler Maßnahmen soll mit überschaubarem finanziellem Aufwand erfolgen, unter anderem mithilfe von Fördermitteln aus dem Landessanierungsprogramm. Der Skulpturenweg hingegen wird ausschließlich über Spenden und Sponsoring realisiert. Das Projekt soll Teil der Haushaltsplanungen 2026 werden.

Flurneuordnung als Antwort auf Starkregen

Einen weiteren wichtigen Beschluss fasste der Gemeinderat am 27. Januar 2026 mit der Einleitung eines Flurneuordnungsverfahrens im Außenbereich der Gemeinde. Hintergrund sind die zunehmenden Herausforderungen durch Starkregen, Hochwasser und Erosion. Anders als frühere Verfahren steht diesmal nicht die klassische Flurbereinigung im Mittelpunkt, sondern ein ganzheitlicher Ansatz mit Maßnahmen zum Hochwasserschutz, zur Verbesserung der Entwässerung, zur Renaturierung von Gewässern und zur ökologischen Aufwertung der Landschaft.

Die Gemeinde verpflichtet sich, hierfür einen ökologischen Mehrwert bereitzustellen und übernimmt eine Bürgschaft, um die Flächenverfügbarkeit sicherzustellen. Förderquoten von bis zu 60 bis 70 Prozent sind möglich. Bürgermeister Rupp machte deutlich, dass Flurneuordnung kein einfacher Prozess sei, jedoch eine notwendige Verantwortung gegenüber Gemeinde, Landwirtschaft und Umwelt darstelle.

Dank und Anerkennung für jahrzehntelanges Engagement

Neben diesen strukturellen Themen stand in derselben Gemeinderatssitzung auch ein sehr persönlicher Moment im Mittelpunkt: Gemeinderätin Petra Schalm verabschiedete sich nach mehr als zwei Jahrzehnten engagierter kommunalpolitischer Arbeit auf eigenen Wunsch aus dem Gremium. Gleichzeitig wurde ihr die Goldene Bürgermedaille der Gemeinde verliehen – die zweithöchste Auszeichnung Gondelsheims.

In seiner Würdigung hob Bürgermeister Rupp nicht nur die Vielzahl der begleiteten Projekte hervor – von Infrastruktur über Hochwasserschutz bis hin zum Krisenmanagement –, sondern vor allem Schalms Haltung: nah bei den Menschen, verlässlich im Handeln und stets dem Gemeinwohl verpflichtet. Besonders sichtbar war ihr Engagement auch im Gewerbeverein Gondelsheim sowie beim seit Jahrzehnten organisierten Hallenflohmarkt in der Saalbachhalle, dessen Erlöse sozialen Einrichtungen zugutekamen.

Ob nachhaltige Waldwirtschaft, neue Perspektiven für den Saalbach, konkrete Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels oder die Würdigung ehrenamtlichen Engagements: Gondelsheim zeigt derzeit, wie vielfältig kommunale Verantwortung ist – und dass Zukunft dort entsteht, wo Entscheidungen getroffen und Menschen mitgenommen werden.

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