GONDELSHEIM | Vier Kunstwerke entlang der Saalbach bilden den neuen Skulpturenweg, der am Freitag, 23.10., offiziell eingeweiht wurde. Die Initiative stammt vom Neutharder Künstler Flor Sumenho. Finanziert wurde das Projekt mit Unterstützung regionaler Sponsoren und durch das Entgegenkommen der beteiligten Künstler.
Seit der Hochwasserkatastrophe vom 13. August 2024 ist die Saalbach in Gondelsheim auch mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden. Dabei zeigt der Bach die meiste Zeit seine schönen Seiten. Der neue Kunstpfad soll genau diese wieder stärker ins Bewusstsein rücken und zugleich Raum für die Auseinandersetzung mit dem Erlebten schaffen.
Die Idee hatte Flor Sumenho im Frühjahr 2025. Er gewann drei weitere Kunstschaffende für das Projekt und steuerte selbst die „Herrschaftsspatzen“ bei: drei übergroße Bronzespaten auf einem Stahlring, die den Spitznamen und das Selbstbewusstsein der Gondelsheimer aufgreifen. Karl Vollmer beschäftigt sich mit der örtlichen Herrschaftsgeschichte. Sein kubistischer Kopf auf einem Stahlträger trägt kleine Teufelshörner. Rosemarie Vollmer schuf eine gekrönte Wassernixe als fantasievolle Hommage an die Saalbach.
Tom Naumann, Leiter der Kunstabteilung der Musik- und Kunstschule Bruchsal, setzt mit einer aufgebrochenen Gitterstruktur einen anderen Akzent. Sein Werk erinnert unmittelbar an die Flut von 2024.
Der Skulpturenweg verbindet Kunst mit Ortsgeschichte und der Erinnerung an das Hochwasser. Zugleich ist er Teil des Projekts „Erlebbare Saalbach“, das den Bach wieder als Ort der Begegnung und Erholung ins Bewusstsein Rückt.
Möglich wurde die Umsetzung durch die Unterstützung der Sparkasse Kraichgau, der EnBW, der Stadtwerke Bretten, von Südbau und Sweet & Lucky. Auch die beteiligten Künstler leisteten durch den weitgehenden Verzicht auf marktübliche Honorare einen Beitrag.
Mit dem neuen Skulpturenweg erhält Gondelsheim neben dem Historischen Rundgang und dem Planetenweg eine weitere kulturelle Station. Und die Saalbach bekommt eine neue Rolle: nicht nur als Schauplatz der Flutkatastrophe, sondern wieder als ein Stück Lebensqualität mitten im Ort.
Fotos (2): Hubert Hieke, Sparkasse Kraichgau (1)








