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Kreisverkehr im Realitätscheck: Was viele Kommunen falsch machen


Im KraichgauTV-Studiogespräch spricht Moderator Ulrich Konrad mit Dr. Matthias Zimmermann vom KIT über zwei Themen, die aktuell viele Kommunen beschäftigen: Kreisverkehre und die Zukunft des Radverkehrs.

23.03.2026 | Wie sicher sind Kreisverkehre wirklich? Wann funktionieren sie besser als klassische Kreuzungen und wo stoßen sie an ihre Grenzen? Im Gespräch wird schnell deutlich: Der Kreisel gilt zwar vielerorts als bewährte Lösung, doch eine Standardlösung für jede Situation ist er nicht. Entscheidend sind immer die Details: Verkehrsaufkommen, Platzverhältnisse, Gestaltung der Zufahrten und die Frage, ob die Verkehrsführung für alle Verkehrsteilnehmenden eindeutig erkennbar ist.

Zimmermann ordnet das so ein: „Für viele Situationen ist der Kreisel eine sehr gute und sehr sichere Lösung.“ Gleichzeitig gilt aber: „Er hat auch seine Anwendungsgrenzen.“

Zwei Kreisverkehre aus der Region im Vergleich

Besonders anschaulich wurde das Thema am Vergleich von zwei Kreisverkehren aus der Region. Im Gespräch ging es unter anderem um den Kreisverkehr in der Forster Straße in Bruchsal und den Kreisverkehr in der Bruchsaler Straße in Forst. Beide liegen nur wenige hundert Meter auseinander und zeigen dennoch deutlich, wie stark sich Bauweise und Gestaltung auf das Fahrverhalten auswirken können.

Während bei einem der beiden Kreisverkehre bauliche Elemente stärker zum Abbremsen zwingen, verleiten andere Lösungen eher zu höherer Geschwindigkeit. Genau solche Unterschiede können am Ende entscheidend für die Verkehrssicherheit sein. Denn, so Zimmermann: „Kreisverkehre sind nur dann sicher, wenn die Geschwindigkeit gering ist.“

Viele Details entscheiden über Sicherheit

Neben der Grundsatzfrage Kreisel oder Kreuzung ging es im Interview auch um Details, die oft unterschätzt werden: Wie viel Platz braucht ein Kreisverkehr wirklich? Wann sind Zebrastreifen sinnvoll? Darf Kunst in die Mittelinsel oder wird sie zum Risiko? Und welche Rolle spielen Bepflanzung und bauliche Gestaltung?

Gerade solche scheinbar kleinen Punkte zeigen, wie komplex Verkehrsplanung in der Praxis ist.

Radverkehr gewinnt weiter an Bedeutung

Dr. Matthias Zimmermann ist als Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) ausgewiesener Experte für Fahrradmobilität. Im Gespräch ging es deshalb auch um die zunehmende Bedeutung von Fahrrädern und Pedelecs im Alltagsverkehr.

Dabei macht Zimermann deutlich: „Ich vertrete alle Radfahrenden: die, die mit Muskelkraft fahren und echte Pedelecs.“

Gleichzeitig stehen Kommunen vor der Herausforderung, Infrastruktur zu schaffen, die nicht nur gut gemeint ist, sondern auch wirklich funktioniert. Ob Schutzstreifen, eigene Radfahrstreifen oder getrennte Radwege sinnvoll sind, hängt stark von Platz, Verkehrsmenge und örtlichen Gegebenheiten ab.

Der Verkehr der Zukunft muss alle mitdenken

Deutlich wurde im Gespräch: Moderne Verkehrsplanung muss Auto, Fahrrad und Fußverkehr gemeinsam denken. Gerade im ländlichen Raum ist vieles noch stark auf das Auto ausgerichtet. Gleichzeitig wächst der Druck, sichere und attraktive Alternativen zu schaffen.

Das komplette KraichgauTV Interview liefert Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Verkehrsplanung und zeigt, warum scheinbar kleine Details am Ende große Auswirkungen auf Sicherheit und Verkehrsfluss haben können.

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