Angeschlagen durch Pilzbefall - die alte Dorflinde in Gondelsheim

Zeugin eines Jahrhunderts: Alte Gondelsheimer Dorflinde soll gerettet werden

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4.3.2024 | Seit über achtzig Jahren wacht eine Winterlinde über den Rathausplatz von Gondelsheim, ein stiller Zeuge der Dorfgeschichte, der nun um sein eigenes Überleben kämpft. Die letzten Jahre haben ihr zugesetzt. Trockenheit und Hitze, verschärft durch den Klimawandel, sowie der Befall durch den Linden-Massaria-Pilz fordern ihren Tribut.

Die Dorflinde von Gondelsheim, ein Baum, der fast ein Jahrhundert Wind und Wetter trotzte, ist nicht nur ein Zeuge der Zeit, sondern auch ein zentraler Ort für Begegnungen und Geschichten. Ihre weit ausladenden Äste boten Schatten für Feste, Versammlungen und unzählige Momente des Zusammenhalts. Doch in den letzten Jahren hat der Klimawandel seine Spuren hinterlassen. Trockenheit und extreme Hitze setzen der Linde zu, lassen Blätter welken und Äste absterben.

Ein Kampf gegen die Zeit: Rettungsmaßnahmen für die Dorflinde

Auf Empfehlung des Gemeinderats Christian Feldmann wurde bereits 2022 ein Baumsachverständiger beauftragt, die Linde zu begutachten. Als Sofortmaßnahme wurden die Pflastersteine im Bereich der Baumscheibe entfernt, um den Baumwurzeln mehr Niederschlagswasser zukommen zu lassen. Da sich der Gesundheitszustand der Linde nicht verbesserte, erfolgte im Sommer 2023 erneut eine Begutachtung durch den Fachmann.

Seine Diagnose: Befall des Baumes durch den Linden-Massaria-Pilz, ein Schwächeparasit, der vor allem durch äußere Umstände geschwächte Bäume befällt. Da die Linde keine holzzerstörenden Pilze am Stamm und Wurzelansatz, wie z.B. den Brandkrustenpilz, aufweist, besteht keine akute Gefahr der Standsicherheit. Auch zeigt die Linde eine umfassende Ersatzkronenbildung, wodurch die Linde den Kronen- und Blattverlust durch den Massaria-Pilz kompensieren kann.

Folglich besteht die Hoffnung, dass die Linde gerettet werden kann. In welchem Umfang jedoch die Hauptkrone der Linde erhalten werden kann, hängt vom Erfolg der weiteren, vom Gutachter empfohlenen Maßnahmen ab. Als weitere Maßnahme wurde deshalb im ausgehenden Winter die Eibenhecke im Nahbereich der Linde als Wasser- und Nährstoffkonkurrent entfernt.

Zudem findet voraussichtlich Mitte Mai, zu Beginn des Saftflusses, wenn der Baum die Schnittwunden gut verheilen kann, eine fachmännische Schnittmaßnahme im Kronenbereich statt. Dabei werden die vom Pilz befallenen und abgestorbenen Kronenteile entfernt.

Für den empfohlenen Schnittzeitpunkt im Frühjahr hat die Gemeinde eigens eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung beim Landratsamt beantragt.

„Wir wünschen uns alle, dass die Erhaltungsmaßnahmen erfolgreich sind und uns die Dorflinde als kulturelles Kleinod in Gondelsheim für uns und unsere Nachfahren erhalten bleibt, denn die Linde ist seit Generationen ein zentraler Bestandteil des Ortsbildes und wird von Einheimischen und Besuchern gleichermaßen geschätzt“, so Bürgermeister Markus Rupp.

Mit diesem Schritt demonstriert die Gemeinde Gondelsheim einmal mehr ihr Engagement für den Umweltschutz und die Bewahrung ihres kulturellen Erbes. Die Linde am Rathausplatz ist nicht nur ein Baum, sondern ein lebendiger Ausdruck der Identität.

 

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