Foto: Simone Staron

VORMERKEN | Soul-Sorge, die ordentlich barockt! 140 Jahre Hofkirchenchor Bruchsal

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Chorleiter Dominik Axtmann freut sich auf dieses Jahr. Riesig. Denn es gibt ein riesiges Programm, zur Feier des 140. Geburtstages des Chors der Hofkirche Bruchsal. Dieser singt sich jetzt schon warm. Zum Beispiel für den Festgottesdienst an Ostern, bei dem die Jubel-Messe Carl Maria Webers gesungen werden soll oder dem an Pfingsten, für den Haydn auf dem Programm steht.

Aus WILLI 03/26 Text: Wolfgang Weismann

Zum ersten Mal stimmte der Chor an Weihnachten des Jahres 1726 an, damals auch für den hier residierenden Fürstbischof Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim, auf dessen Initiative hin das Schloss und auch die Schlosskirche erbaut worden war. Kurz nach dem Bau und dem Eröffnungskonzert malte Cosmas Damian Asam (1686 – 1739), einer der beiden Asam-Künstler-Brüder aus Oberbayern, das Kircheninnere aus. Nachdem die Kirche im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde, ist sie von 1960 bis 1966 wieder aufgebaut worden, allerdings wesentlich größer als vorher und mit einem etwas eigenwilligen Grundriss: Der Altar befindet sich in der Mitte direkt beim Eingang und der Kirchenraum rechts und links davon. Sie ist in ganz schlichten Formen gehalten, ohne Deckenmalerei.

Von 1726 an wurde in der Kirche regelmäßig gesungen und gefeiert. Ein verfasster Chor von Ehrenamtlichen in der heutigen Form existiert aber erst seit 1886, also seit 140 Jahren. Beim Chor- und Orchesterkonzert am Sonntag, den 26. April, wird auch der Komponist Johann Evangelist Brandl (1760 – 1837) gespielt. Dieser war zwar zu Erbauungszeiten noch nicht geboren, aber dennoch ein Bruchsaler. „Wir haben lokale Stücke, unsere eigene Musik, die im 18. Jahrhundert schon so in Bruchsal erklang. Das ist toll!“, findet Axtmann. Leider könne man auch nur singen und spielen, was bereits modern verlegt sei, im Archiv weitere Stücke „auszugraben“, das ginge wegen des hohen Aufwandes nicht.

Zum Vierfachjubiläum feiert der Chor der Hofkirche Bruchsal seine traditionsreiche Geschichte mit einem großen Konzert zwischen Barock und Moderne.

Das Konzert am 26. April feiere sogar einen Quadrupel-Jubiläum, also einen Vierfachgeburtstag, sagt Axtmann: 1050 Jahre Bruchsal, 300 Jahre Hofkirche, 140 Jahre Chor der Hofkirche und den 350. Geburtstag des Fürstbischofs. Mit dabei sind dann auch die Kammerphilharmonie Karlsruhe und die Solisten Julia Obert, Sybille Bachmaier, Gert Bachmaier und Florian Kontschak – insgesamt 125 Mitwirkende unter Leitung Dominik Axtmanns. Dabei geht es musikalisch nicht nur um den Barock, auch Soulmusik und Pop finden ihren Eingang ins Trommelfell.

Musik habe gegenüber anderen Kunstformen aber den „Nachteil“, dass sie geprobt werden müsse, so Axtmann. Da gehen schon mal ein paar Monate ins Land, bis ein Stück so richtig sitzt. „Zudem sind das alles sehr anspruchsvolle Noten“, erklärt er. Die Orchestermitglieder seien Profis, die bräuchten eine Probe, mit dem Chor aber probe er das ganze Jahr über, wöchentlich anderthalb Stunden. „In der Hofkirche zu proben wäre schon eine harte Nummer“, fehlende Stühle, eisige Temperaturen im Winter. Deshalb treffen sich die 57 Aktiven im Vinzentius-Haus in der Bruchsaler Innenstadt.

Chor- und Orchesterkonzert:
26. April, 18 Uhr, Hofkirche

Dennoch sei proben „eine richtig harte Arbeit“, für viele Chormitglieder noch nach dem täglichen Job. „Die Leute bleiben dabei, weil sie ihre Freude daran haben, solche Art von Musik zu proben und aufzuführen.“ Wo könne man das sonst noch machen, mit einem Profichor, bei Gottesdiensten, fragt sich Axtmann. „Das Niveau interessiert die Leute“, man wachse zusammen. Nach der Probe gingen sie meist noch etwas zusammen trinken, „das ist heute deutlich lockerer als es früher der Fall war.“ Als Chorleiter ist ihm dennoch wichtig, die Proben konzentriert und effektiv zu gestalten, „aber es soll humorvoll zugehen.“ Als besonderes Bonbon für die Ehrenamtlichen gibt es in diesem Jahr eine viertägige Reise nach Paris, „ich möchte den Chor am Leben erhalten“, erklärt der 47-Jährige. Und das gelingt ihm brillant. Der Chor stehe heute gut da, sowohl was Quantität als auch was Qualität anbetrifft. Auf Deutsch: Es gibt in Brusl viele Sänger*innen, die auch noch verdammt gut singen können.

Mitsänger*innen gesucht!
Proben sind mittwochs um 20 Uhr im Vinzentiushaus (Josef-Kunz-Str. 4) gegenüber der Stadtkirche. info@bezirkskantorat-bruchsal.de www.kirchenmusik-bruchsal.de
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