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WILLI-Story | Zwischen Babyglück und Warteliste

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 Ein positiver Schwangerschaftstest zählt zu den emotionalsten Momenten im Leben – und markiert zugleich den Beginn einer Zeit voller Fragen und Entscheidungen. Eine wird oft unterschätzt: die Suche nach einer Hebamme, die heute früher beginnen sollte als je zuvor. Im Gespräch mit der freiberuflichen Hebamme Vera Luft wird deutlich, warum der Beruf trotz wachsender Bedeutung zunehmend unter Druck gerät.

Aus WILLI 05/26 Family Time

Was früher oft erst später Thema wurde, ist heute nahezu sofort notwendig. „Die meisten Frauen melden sich direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest“, berichtet die freiberufliche Hebamme Vera Luft aus Forst. Der Grund: Die Nachfrage ist enorm, das Angebot begrenzt. Bereits in der 9. oder 10. Schwangerschaftswoche sind viele Hebammen ausgebucht – teilweise sogar sieben bis acht Monate im Voraus.

Dass es immer schwieriger wird, eine Hebamme zu finden, ist längst kein Einzelfall mehr. Viele Schwangere berichten, dass sie 20 oder mehr Anfragen stellen müssen, bevor sie eine Zusage erhalten – wenn überhaupt. „Es ist nicht realistisch, dass jede Schwangere eine Hebamme findet“, sagt Luft offen. Besonders in ländlichen Regionen spitzt sich die Lage zu, doch auch in Städten bleibt die Situation angespannt.

Hebammenmangel verschärft Versorgungslage deutlich

Dabei handelt es sich bei der Hebammentätigkeit um einen der ältesten und wichtigsten Gesundheitsberufe überhaupt. Hebammen begleiten Frauen durch Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit dem Neugeborenen. Ihre Arbeit ist gesetzlich fest verankert – bei jeder Geburt in Deutschland muss eine Hebamme anwesend sein.

Vera Luft: Freiberufliche Hebamme und Begleiterin durch Schwangerschaft und Wochenbett.

Trotz dieser zentralen Rolle wird der Beruf zunehmend unattraktiver. Gründe dafür sind unter anderem steigende bürokratische Anforderungen und eine Vergütung, die mit dem Aufwand oft nicht Schritt hält. „Der bürokratische Aufwand ist enorm gestiegen, gleichzeitig sind die Gebühren kaum angepasst worden“, erklärt Luft. Viele entscheiden sich zwar für die Ausbildung, bleiben aber langfristig nicht im Beruf.

Seit 2020 wurde die Ausbildung in Deutschland zudem auf ein duales Studium umgestellt, um den europäischen Standards zu entsprechen. Ein wichtiger Schritt für die Professionalisierung – doch die strukturellen Probleme bleiben bestehen.

Viele verbinden Hebammen in erster Linie mit der Geburt im Kreißsaal. Doch ihr Aufgabenfeld ist deutlich breiter. Hebammen betreuen Frauen während der Schwangerschaft, bieten Vorsorgeuntersuchungen an (mit Ausnahme von Ultraschall), helfen bei Beschwerden und bereiten werdende Eltern auf die Geburt vor. Besonders wertvoll ist die Zeit nach der Geburt: Im sogenannten Wochenbett kommen Hebammen regelmäßig nach Hause, kontrollieren die Entwicklung des Babys, unterstützen beim Stillen und stehen bei allen Fragen rund um Pflege, Schlaf oder Rückbildung zur Seite. Diese Betreuung wird von der Krankenkasse übernommen.

Großer Bedarf, zu wenig Hebammen

„Wir begleiten Frauen in einer sehr sensiblen Phase ihres Lebens – körperlich und emotional“, beschreibt Luft ihre Arbeit. Dabei gehe es nicht nur um medizinische Aspekte, sondern auch um Vertrauen, Sicherheit und das Gefühl, nicht allein zu sein.

Was Hebammen von anderen medizinischen Fachkräften unterscheidet, ist vor allem die Nähe. Sie lernen Familien oft über Wochen oder Monate hinweg kennen, erleben ihren Alltag und können individuell unterstützen. „Wir haben eine ganz andere, umfassendere Sicht auf die Situation“, so Luft. Diese persönliche Begleitung kann gerade in einer Zeit, die von Unsicherheiten geprägt ist, enorm entlastend wirken.

Trotz aller Herausforderungen bleibt der Beruf für viele Hebammen eine echte Berufung. „Jedes neugeborene Baby ist ein Wunder“, sagt Luft. Es sei ein Geschenk, Familien in dieser besonderen Lebensphase begleiten zu dürfen.

Schwangere suchen monatelang erfolglos Betreuung.

Damit das auch in Zukunft möglich ist, braucht es jedoch Veränderungen. Weniger Bürokratie, eine gerechtere Bezahlung und bessere Rahmenbedingungen könnten dazu beitragen, den Beruf langfristig attraktiver zu machen und die Versorgung zu sichern.
Für werdende Eltern hat Vera Luft aus Forst einen ganz praktischen Tipp: „Kümmern Sie sich wirklich direkt nach dem Schwangerschaftstest um eine Hebamme – selbst wenn sich später noch etwas ändert.“ Wer online nicht fündig wird, sollte sich an die Krankenkasse wenden.

Denn eines ist klar: Hebammen sind weit mehr als Geburtshelferinnen. Sie sind Begleiterinnen, Vertrauenspersonen und eine unverzichtbare Stütze für Familien – gerade in einer der wichtigsten Phasen des Lebens.

Hebammen in unserer Region

Die Suche nach einer passenden Hebamme gehört zu den wichtigsten Schritten rund um die Geburt. Unsere Übersicht zeigt eine Auswahl an Hebammen aus der Region und soll dabei eine erste Orientierung bieten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität.

 Bad Schönborn 

  • Angela Deschner, Hebelstr. 3A, Tel. 07253 – 84 68 72 8, kontakt@feminatalis.de, www.feminatalis.de

 Bruchsal 

  • Hebammenteam Bruchsal, Belegsystem der RKH Kliniken, Gutleutstraße 1-14, 76646 Bruchsal, Tel. 07251-708-57371, bs.hebammenteam@rkh-gesundheit.de
  • Jasmin Radl-Tusint, Hagwäldle 5, 76646 Bruchsal, Tel. 0176-24517394, jasmin.tusint@googlemail.com
  • Christin Hörner, Pallottinerweg 4, 76646 Bruchsal, tina.hoerner@t-online.de
  • Monika Mosebach, Schwetzinger Straße 14a, 76646 Bruchsal, Tel. 07251-84944
  • Heike Böhne, Huttenstr. 46, 76646 Bruchsal, Tel. 07251 69901, heike-sun@gmx.de
  • Birgitta Theiss, 76646 Bruchsal, 015201732737, dp@stelldichvor.com, www.fitundkugelrund.de
  • Ina Hecht, Näherweg 5, 76646 Bruchsal, Tel. 07251-81167, hebamme@inahecht.de, www.inahecht.de
  • Dagmar Lorenz, Eggerten 30, 76646 Bruchsal, Tel. 07251/81655, dagmar.mo@gmx.de, www.hebamme-lorenz-bruchsal.de

 Forst 

  • Martina Michel, Hambrücker Str. 53, 76694 Forst, Tel. 0177 7271224, martina-michel@web.de
  • Vera Luft, Isarstraße 1, 76694 Forst, Tel. 0176 72406779, www.hebamme-forst.de

 Graben-Neudorf 

  • Judith Starke, Dreisam Str. 10, 76676 Graben-Neudorf, Tel.: 07255-900568

 Hambrücken 

  • Heike Jaspers, Wiesenstraße 9, 76707 Hambrücken, Tel. 015207907650, hebamme-heike@web.de

 Karlsdorf-Neuthard 

  • Bauchwerk – Sabrina Herrmann, Kirchstraße 13, 76689 Karlsdorf-Neuthard, Tel. 0160 5579233, info@bauchwerk-praxis.de
  • Heike Röther, Ried 10, 76689 Karlsdorf-Neuthard, Tel. 07251 – 9379605, hebamme@heike-roether.de
  • Jana Kolb, Industriestraße 3f, 76689 Karlsdorf-Neuthard, Tel. 0176 72119440, kontakt@jana-kolb.de, www.jana-kolb.de

 Kraichtal 

  • Sara Browne, Hauptstr. 99, 76703 Kraichtal, Tel. 0152-26003351, Hebamme-sara-browne@gmx.de, www.hebamme-sara-browne.de
  • Dorothea Kramp, Eisenbahnstr 2, 76703 Kraichtal, Tel. 0152 08525862, dorothea.kramp@baby-harmonie.de, www.baby-harmonie.de

 Östringen 

  • Barbara Hub, Allmendstr. 31, 76684 Östringen, Tel. 07253-24918
  • Christina Schneider, Theodor-Heuss-Straße 4, 76684 Östringen, Tel. 07253-4077798, hebamme.tine@norose.de

 Waghäusel 

  • Sabrina Haag, Hebammenpraxis Hand in Hand, Waghäusler Straße 97, 68753 Waghäusel, Tel. 0176 34359666, kontakt@hebamme-kirrlach.de, www.hebamme-kirrlach.de
  • Melanie Schramm Rotkreuzstraße 22 68753 Waghäusel Tel. 0176/34505087, hebamme.melanieschramm@gmail.com, www.melanieschramm-hebamme.de

 Weingarten 

  • Agnes Mammel Bussardweg 15 76356 Weingarten Tel. 07244 – 742616 hebamme.agnes@web.de www.hebamme-agnes.de Claudia Müller Ahornweg 10 76356 Weingarten Tel. 07244 706412

 

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