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Vom Hoffnungsträger zum Problemfall: Glasfaserausbau braucht neue Lösungen

Kreis Karlsruhe, 17. April 2026 | Nach dem Rückzug privater Investoren sieht der Landkreis den Glasfaserausbau nur noch mit erweiterten Förderprogrammen gesichert.

Der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes im Landkreis Karlsruhe steht vor einer entscheidenden Herausforderung. Das ursprünglich geplante Zusammenspiel aus privatwirtschaftlichem und gefördertem Ausbau gilt nach dem Rückzug der Deutschen Glasfaser GmbH als gescheitert.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel machte im Verwaltungsausschuss deutlich, dass die Kooperation mit privaten Investoren nicht die erhofften Ergebnisse gebracht habe. Ziel sei gewesen, den Ausbau effizient voranzutreiben und Doppelstrukturen zu vermeiden. Dieses Modell habe sich jedoch als nicht tragfähig erwiesen.

„Ein gut gemeinter Pakt, der sich als unrealistisch erwiesen hat.“

Bereits 2022 wurden erste Vereinbarungen mit dem Unternehmen getroffen. 28 von 32 Kommunen beteiligten sich an den Kooperationsverträgen. Dennoch stoppte die Deutsche Glasfaser GmbH nun angekündigte Projekte und setzte den weiteren Ausbau bis mindestens 2028 aus. Betroffen sind unter anderem Bad Schönborn, Karlsdorf-Neuthard und Ettlingen.

Zwar konnten seit 2023 in neun Kommunen rund 7.500 von geplanten 12.000 Hausanschlüssen realisiert werden, doch der Großteil der Gemeinden muss weiterhin auf den Ausbau warten.

Die Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe (BLK) treibt den geförderten Ausbau weiter voran. Mit rund 123 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln wurden bereits etwa 450 Kilometer Glasfasertrassen verlegt. Dennoch reichen diese Maßnahmen allein nicht aus, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen.

Ein zentrales Problem: Viele Kommunen konnten bislang keine Fördermittel nutzen, da sie aufgrund optimistischer Markteinschätzungen als eigenwirtschaftlich ausbaufähig galten – eine Einschätzung, die sich nun als falsch erweist.

Vor diesem Hintergrund fordert Dr. Christoph Schnaudigel eine Öffnung der Bundesförderprogramme. In einem Schreiben an Bundesminister Dr. Karsten Wildberger macht er deutlich, dass nur durch angepasste Förderbedingungen Versorgungslücken geschlossen werden können.

Ohne neue Förderregeln droht das Ziel eines flächendeckenden Ausbaus bis 2030 in weite Ferne zu rücken.

Der Landkreis will nun gemeinsam mit der BLK alternative Lösungen entwickeln, um den Ausbau dennoch voranzubringen. Klar ist: Die Zukunft der digitalen Infrastruktur in der Region hängt entscheidend von politischen Weichenstellungen auf Bundesebene ab.

Trotz der Rückschläge bleibt das Ziel bestehen: eine zuverlässige und flächendeckende Glasfaseranbindung für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen im gesamten Landkreis.

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