Bruchsal, 12. Mai 2026 | Der Kreistag des Landkreises Karlsruhe hat den Standort für eine neue Deponie der Klasse II auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie in Bruchsal beschlossen.
Mit der einstimmigen Entscheidung des Kreistags beginnt die konkrete Planung für eine neue Deponie der Klasse II in Bruchsal. Die Anlage soll künftig mineralische Restabfälle aufnehmen und auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie entstehen.
Für den Standort sprechen nach Angaben des Landkreises insbesondere die bereits vorhandenen Flächen und die bestehende Infrastruktur. Zudem ist kein vorgeschaltetes Raumordnungsverfahren erforderlich, was das Verfahren beschleunigen könnte.
Der Landkreis benötigt eigene Kapazitäten für mineralische Restabfälle.
Bislang verfügt der Landkreis Karlsruhe über keine eigene Deponie für mineralische Abfälle und arbeitet deshalb mit der Deponie Hamberg im Enzkreis zusammen. Da deren Kapazitäten jedoch begrenzt sind, soll nun eine eigene Lösung geschaffen werden.
Geplant ist die Ablagerung von jährlich rund 37.000 Tonnen inerten Materials. Dazu zählen unter anderem Straßenaufbruch, belasteter Bodenaushub, Produktionsrückstände sowie bestimmte Betonabfälle aus kerntechnischen Anlagen, die unterhalb gesetzlicher Strahlungsgrenzwerte liegen. Auch Privatpersonen sollen dort künftig kleinere Mengen Asbest- oder Mineralfaserabfälle entsorgen können.
Über einen Zeitraum von rund 60 Jahren wird mit einer gesamten Einbaumenge von etwa 2,2 Millionen Tonnen gerechnet.
Das äußere Erscheinungsbild des Geländes soll weitgehend erhalten bleiben.
Landrat Dr. Christoph Schnaudigel erklärte, dass insbesondere der markante Hügel im nördlichen Bereich der bisherigen Deponie von den Maßnahmen unberührt bleibe. Die neue Deponiefläche im südlichen Bereich werde diese Höhe nicht überschreiten.
Im nächsten Schritt sollen die Planungsleistungen ausgeschrieben werden. Danach folgt das eigentliche Planfeststellungsverfahren. Dabei werden unter anderem Fragen zum Anlieferverkehr, zu Umweltaspekten sowie zur Finanzierung geprüft. Der Landkreis rechnet derzeit mit durchschnittlich elf LKW-Fahrten pro Tag.
Nach Angaben des Landkreises sollen die Kosten nicht über die allgemeinen Müllgebühren finanziert werden, sondern durch die tatsächlichen Nutzer der Deponie.
Eine öffentliche Informationsveranstaltung findet am 20. Mai statt.
Um die Bevölkerung frühzeitig einzubinden, lädt der Landkreis am 20. Mai zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in die Aula der Balthasar-Neumann-Schule in Bruchsal ein. Beginn der Vorträge ist um 18.30 Uhr.
Dort informieren unter anderem Knut Bühler, Erster Landesbeamter des Landkreises Karlsruhe, sowie Carol Adam, Geschäftsführerin des Abfallwirtschaftsbetriebs Landkreis Karlsruhe, über die Ergebnisse der Standortsuche und die weiteren Schritte.
Begleitend wurde unter www.deponie2.de eine eigene Projektseite eingerichtet, auf der Informationen, häufige Fragen und aktuelle Entwicklungen veröffentlicht werden.
Landfunker RegioNews Regioportal für News, Videos & Termine aus Bruchsal, Bretten, Karlsruher Norden
