24.03.2026 | Hinter RALV steckt „Real Artificial Lens Vision“, ein System, mit dem sich verschiedene implantierbare Linsen vor einer Operation testen lassen. Für Augenarzt Dr. med. Patrick Vivell ist das ein entscheidender Fortschritt:
„Neu ist, dass der Patient, bevor er operiert wird, erleben kann, wie das Sehen hinterher sein wird.“
Bisher mussten sich Patientinnen und Patienten auf Beratung und Erfahrung verlassen. Heute können sie selbst durch verschiedene Linsen „hindurchsehen“ und entscheiden, welche für sie am besten passt. „Der Patient musste sich darauf verlassen, was wir erzählt haben“, sagt Vivell. Mit RALV ändere sich das grundlegend.
Im Fokus stehen dabei sogenannte Intraokularlinsen, die vor allem bei Grauem Star eingesetzt werden und im Idealfall die Brille ersetzen. Vivell erklärt:
„Die Linse korrigiert auf die Ferne, auf die mittlere Entfernung und auf die Nähe“
Eine Art Gleitsichtbrille im Auge.
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Meist altersbedingte Trübung der Augenlinse (häufig ab 60 bis 65 Jahren)
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Typische Symptome: verschwommenes Sehen, erhöhte Blendempfindlichkeit, verblasste Farben
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Fortschreitende Verschlechterung der Sehkraft im Alltag
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Einzige Behandlung: Operation mit Austausch der Linse
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Ersatz durch eine künstliche Linse mit individueller Sehstärke
Doch nicht jeder ist automatisch geeignet. Refraktivmanagerin Ute Kleine-Gung betont: „Man sollte vorher erst bei uns einen Test machen lassen.“ Eine gewisse Sehschärfe sei notwendig, um die Unterschiede zwischen den Linsen überhaupt erkennen zu können.
Wie sich das Ganze in der Praxis anfühlt, zeigt der Erfahrungsbericht von Peter Zimmermann aus Weiher. Über 40 Jahre lang trug er eine Brille, bevor bei ihm Grauer Star festgestellt wurde. Der Test mit dem neuen System hat ihn überrascht.
Heute kommt er ohne Brille aus und bereut die Entscheidung nicht.
„Ich bin sehr zufrieden. Ich würde den Schritt nie mehr rückgängig machen.“
Für Vivell ist genau das der entscheidende Punkt: „Der Sinn ist ja, dem Patienten die Möglichkeit zu geben: wählen Sie aus!“ Gleichzeitig appelliert er, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen: „Schauen Sie, welches optische Prinzip für Sie am besten ist, bevor es zu spät ist.“
Neben aller Technik bleibt eines klar: Auch moderne Linsen brauchen Zeit. Der Körper und vor allem das Gehirn müssen sich erst an das neue Sehen gewöhnen.
Wie das RALV-System genau funktioniert, welche Möglichkeiten es bietet und wie der Test in der Praxis abläuft, sehen Sie im vollständigen Studiotalk im Video.
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