Erdwärmebohrung Symbolbild Wikipedia (cc)

Freiburg gibt grünes Licht für Geothermie-Bohrungen in Dettenheim


Das Regierungspräsidium Freiburg hat die Bohrungen zur Gewinnung von tiefer Geothermie in Dettenheim genehmigt. Das von der Deutschen Erdwärme GmbH vorgelegte Projekt zur Nutzung von Erdwärme für Strom und Nahwärme hat alle erforderlichen bergrechtlichen Verfahren durchlaufen und kann nun realisiert werden.

Der Bau des Bohrplatzes zwischen Russheim und Huttenheim ist für Anfang 2025 geplant, mit dem Ziel, Erdwärme aus bis zu 3.750 Metern Tiefe zu fördern. Diese Genehmigung folgt auf umfassende Prüfungen durch Fachbehörden und die Beteiligung von Naturschutzverbänden sowie der Gemeinde. Der Standort soll rund sechs Kilometer entfernt vom bereits laufenden Projekt in Graben-Neudorf liegen und dient der erweiterten Wärmeversorgung im nördlichen Landkreis Karlsruhe. In Graben-Neudorf ruhen die Arbeiten allerdings auf unbestimmte Ziet, da aufgrund des bei den Bohrungen vorgefundenen mit über 200 Grad zu heißen Wassers zunächst geeignete widerstandsfähige Bohrwerkzeuge beschafft werden müssen.


Die vorgesehene Bohrstelle zwischen Rußheim und Huttenheim

Realisierung des Energievorhabens

Die Deutsche Erdwärme GmbH hat den Hauptbetriebsplan im Rahmen eines detaillierten Genehmigungsverfahrens durchgesetzt. Die Planung umfasst neben den Bohrungen auch Testarbeiten zur Bestätigung der verfügbaren Erdwärmemenge. Die regionale Energieerzeugung soll damit auf erneuerbare Ressourcen umgestellt werden, was einen wichtigen Schritt in Richtung Energie- und Wärmewende in der Region darstellt.

Kooperation und Gemeinschaftsprojekte

In Kooperation mit den angrenzenden Gemeinden und Stadtwerken wird das Projekt zudem eine Schlüsselrolle für das geplante kommunale Fernwärmenetz zwischen Dettenheim und Bretten spielen. Die geologischen Vorarbeiten zeigten ein gut erreichbares Thermalwasserreservoir, das nun für die Energieversorgung genutzt werden soll.

Lokale Opposition und Bedenken

Trotz der offiziellen Genehmigung gibt es lokale Kritiker, die gegen das Projekt sind. Die Interessengemeinschaft (IG) gegen Geothermie in Dettenheim äußert Bedenken bezüglich der Sicherheit und potentieller Erdbebenrisiken und kündigt Widerstand an. Ihre Einwände wurden bisher vom Gemeinderat nicht unterstützt. Die IG plant, ihre Aktivitäten fortzusetzen, um ihre Bedenken weiterhin zu kommunizieren.

Regierungspräsidium Freiburg | Deutsche Erdwärme GmbH

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