Tipp | Das Bulli-Projekt – T2 Restaurierung im Doppelpack: Low Budget trifft auf Perfektion
Aus RegioMagazin WILLI 12/15
Einen Bulli zu restaurieren, das ist ist eine Sache.
Ein Buch darüber zu schreiben, etwas ganz anderes …
Lange nichts gehört von unserem ehemaligen WILLI-Redakteur Heiko P. Wacker.
Der charismatische Mann mit dem Pferdeschwanz, der runden Nickelbrille und dem Vollbart. Als Mann der ersten Stunden von WILLI verfasste er weit mehr als 200 Artikel für unser Stadtmagazin. Mittlerweile ist er promovierter Historiker und Buchautor. Dabei geht es schon irgendwie immer um historische Themen – nachdem er 2012 das Standardwerk zum Heidelberger Schloss verfasst hatte, widmet er sich nun in seinem aktuellen Buch der Komplett-Restaurierung zweier Bullis.
Wir würden ihn als umtriebig und energiegeladen beschreiben. Immer unterwegs und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Möglichkeiten seine „Hirngespinste“ in die Tat umzusetzen. Kein Wunder nennen ihn viele auch „H’ordich“. Er selbst sagt von sich: „Ich habe keine Macken, das sind alles „Special Effects“! Daher galt es damals auch als Selbstverständlichkeit für ihn ins WILLI-Valentinskostüm zu schlüpfen, um mit Glamouranzug und Zylinder am Valentinstag Rosen auf offener Straße zu verteilen.
Irgendwann wurde es ruhiger um ihn, jedenfalls was WILLI betraf. Er war beruflich viel im Ausland unterwegs. Es galt Europa, Japan, Afrika, Russland und die USA zu erkunden. Heute arbeitet Heiko, der auch tief im Geschehen des Brettener Peter-und-Paul-Festes drinsteckt, hauptsächlich als Freier Journalist, und schlägt sich durch Themengebiete wie Wissenschaft, Motor, Verkehr, Auto- und Motorradtests oder Oldtimer. Sein technisches Interesse kommt nicht von ungefähr, als 3-jähriger Bauernbub lenkte er bereits den Traktor der Familie im Schritttempo übers Feld, während die Erwachsenen das Heu aufluden.
Seiner Vorliebe für motorisierte Gefährte lässt er zwischenzeitlich freien Lauf. Ein Beispiel gefällig? Vor gut zwei Jahren wagte er gemeinsam mit zwei Kumpels den Ritt quer durch die USA: Von Kalifornien bis nach New York, stilecht im ollen Benz aus San Diego, der es trotz diverser Reparaturen, oft genug mitten im Nirgendwo, im Laufe mehrerer Wochen von der West- bis an die Ostküste schaffte. Nach den 7.000 Kilometern wurde der treue Sternenkreuzer aber nicht verscherbelt, sondern ins Alte Europa verschifft, flott gemacht und mit einer deutschen Zulassung gesegnet. Einer von Heikos Kumpels fährt „Theodor“ noch heute.
Sein neustes „Oldtimer Abenteuer“ hat er jetzt zu Papier gebracht. „Das Bulli-Projekt“ gibt es ganz frisch im Handel. Sehr detailliert zeigt er hier Schritt für Schritt und mit knapp 600 Abbildungen die komplette Restaurierung zweier Bullis. Launig und doch in hohem Maße informativ beschreibt Heiko P. Wacker die Wiedererweckung der beiden Fahrzeuge. Der Kampf gegen den Rost, der Reiz eines wieder erwachten Motors, die Freude über eine leuchtende Lackierung. „All das will erlebt sein“, sagt Heiko, „Egal welchem Ideal man folgt, ob man nun Perfektion anstrebt oder es zunächst lässiger angeht – wichtig ist nur die richtige Einstellung. Dann kommt der Spaß am Bulli-Projekt von ganz allein.“
Wie es nach diesem Oldtimer-Abenteuer weitergeht, weiß unser H’ordich noch nicht so ganz. Verraten tut er nur so viel: Es ist ein neues Buch in Planung, es geht unter anderem um die Hippies …
Wir sind gespannt was wir in Zukunft von unserem Ehemaligen hören und sehen werden. Sicher ist nur eins: die Themen fuhren mal auf der Straße. Lassen wir uns überraschen …
Text: Iris Weindel | Bilder: Heiko P. Wacker
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