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BADEN-WÜRTTEMBERG | Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland: ein großer Zugewinn für die Medizin

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28.09.2022 | Südwesten profitiert von Ärztinnen und Ärzten aus dem Ausland

Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland, die im Südwesten heimisch werden, leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Patientenversorgung in Baden-Württemberg zu stemmen. Darauf macht die Landesärztekammer Baden-Württemberg in der Interkulturellen Woche aufmerksam, die noch bis zum 2. Oktober bundesweit kulturelle Vielfalt sichtbar werden lässt.

„Traditionell arbeiten Ärztinnen und Ärzte international. Schon immer haben Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland in Deutschland die Versorgung mitgetragen, deutsche Ärztinnen und Ärzte sind im Ausland, um Neues zu lernen und andere Kulturkreise kennenzulernen. Heute ist ein wichtiger Aspekt, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen und damit auch den Personalmangel im medizinischen Bereich ein Stück weit abzufangen“,

sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Die Ärztekammer bringe sich ein, um Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland in hiesige Tätigkeitsfelder zu integrieren. Der Kammerpräsident verweist exemplarisch auf die Fachsprachenprüfungen, die die vier Bezirksärztekammern Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg und Südbaden durchführen: Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland müssen die Prüfungen vor Aufnahme ihrer ärztlichen Tätigkeit hierzulande absolvieren, um nachzuweisen, dass sie im berufsspezifischen Kontext mündlich und schriftlich kompetent in deutscher Sprache kommunizieren können.

Im vergangenen Jahr 2021 haben im Südwesten insgesamt 1.066 Ärztinnen und Ärzte die Fachsprachenprüfungen durchlaufen. 690 davon haben die Prüfungen bestanden (65 Prozent). Zum Vergleich: Im Vorjahr 2020 waren es 1.062 Personen, 689 davon haben bestanden (ebenfalls 65 Prozent). 2019 absolvierten insgesamt 1.225 Personen die Prüfungen, 763 davon waren erfolgreich (62 Prozent). – Gemäß gesetzlicher Bestimmungen ist die Ausübung des Arztberufes für Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland ohne bestandene Fachprüfung nicht möglich. Wird die Prüfung nicht bestanden, müssen die Kenntnisse in der (Fach-) Sprache weiter vertieft werden, bevor ein neuer Anlauf genommen werden kann.

Bei der Fachsprachenprüfung geht es nicht darum, medizinisches Fachwissen einer Kandidatin beziehungsweise eines Kandidaten zu testen (dies geschieht in anderem Rahmen, unter der Ägide des Regierungspräsidiums und teilweise unter Beteiligung der Ärztekammern). Stattdessen handelt es sich um eine 60-minütige Einzelprüfung, die anhand eines im Vorfeld definierten Fallbeispiels eine typische Gesprächs- und Dokumentationssituation aus dem Krankenhaus- oder Praxis-Alltag simuliert. Getestet werden Hörverstehen sowie die Ausdrucksfähigkeit der Kandidaten in Wort und Schrift.

„Wir legen großen Wert auf ein hohes Sprachniveau, denn Verständigungsprobleme zwischen Patienten und medizinischem Personal oder dem medizinischen Personal untereinander können gravierende Folgen haben“,

erklärt Dr. Miller. Anamnese, Diagnose, Therapie – bei all dem werde miteinander gesprochen. Schwierigkeiten in der Verständigung könnten in der Folge zu falschen, zu langsamen oder gar nicht begonnenen Behandlungen führen. Daher sei es wichtig, dass erfahrene Ärztinnen und Ärzte der Ärztekammern sich in den Prüfungen ein Bild davon machten, ob die Kandidaten den sprachlichen Anforderungen des ärztlichen Alltags gewachsen seien, so Dr. Miller weiter. Gleichzeitig sei es für die Prüflinge selbst eine wertvolle Erfahrung, im Test für sich herauszufinden, ob die berufliche Integration (schon) klappt.

Die Prüflinge, die die Fachsprachenprüfung 2021 erfolgreich absolvierten, kamen am häufigsten aus Marokko – insgesamt waren es 67 Personen. Es folgten als Herkunftsländer die Arabische Republik Syrien (45 Personen), Ungarn und Rumänien (jeweils 37 Personen), Italien (33 Personen) und die Türkei (29 Personen). Ebenfalls dabei waren unter anderem Griechenland, Algerien, Russland, Libyen und Mexiko. Im Jahr davor war Ungarn das Land, aus dem die meisten erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten kamen (45 Personen), erneut gefolgt von der Arabischen Republik Syrien (44 Personen), Italien (37 Personen), Rumänien (33 Personen) und der Türkei (32 Personen). Marokko war hier noch auf dem siebten Platz (27 Personen).

Die Werte zeigen aus Sicht der Ärztekammer, welch großen Zugewinn Ärztinnen und Ärzte mit Zuwanderungsgeschichte für die Medizin im Südwesten darstellen. Gleichzeitig wird deutlich, dass neben der Überprüfung von medizinischem Fachwissen auch nachgewiesenes Kommunikations-Know-how im Rahmen der Fachsprachenprüfung nötig ist, um die Patientenversorgung auf hohem Level zu halten.

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