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WILLI-Reportage | Rasen ade, jetzt kommt MIKROKLEE

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Mikroklee, auch Microclover genannt, ist als mögliche Alternative zu klassischem Rasen in aller Munde. Es handelt sich um eine Rasenfläche, die nicht mehr gedüngt oder bewässert werden muss und trotzdem schön grün ist? Mit einem speziellen Weißkleerasen soll dies möglich sein.

Klee ist bei vielen Gartenbesitzern als Unkraut verschrien, das den Rasen verdrängt. Was aber, wenn es keinen Rasen zu verdrängen gibt und ausschließlich Klee unsere Grünfläche bildet. Es gibt eine neue kleinblättrige Kleesorte mit einer geringen Wuchshöhe und einer dichten Narbe die für die flächendeckende Begrünung perfekt geeignet sein soll.

Klee versorgt den Boden, und damit auch die Nachbarpflanzen, mit Stickstoff. Diesen bindet er über sogenannte Knöllchenbakterien an den Wurzeln aus der Luft. Deswegen muss Klee nicht gedüngt werden und bleibt ganzjährig grün – auch in der dunklen Jahreszeit. Das zwar kleine, aber schirmartige Kleeblatt des Mikroklees, sorge laut Hersteller dafür, dass Trockenperioden besser vertragen werden. Insgesamt müsse man dieses Grün deutlich weniger wässern. Mikroklee soll gegen Hitze und Trockenheit tolerant oder sogar resistent sein. Durch die ständige Bildung von Ausläufern, bzw. Kriechsprossen können die Pflanzen mehr Wasser aufnehmen und sei deshalb bei Hitze und Trockenheit robuster als Gräser.

Verschiedene Versuchsfelder haben gezeigt, dass Grünflächen mit Mikroklee mit weniger Aufwand verbunden sind. Der Arbeitsaufwand von echtem Mikroklee sei gegenüber einer Rasenfläche mit Gräsern um mindestens 60 Prozent geringer. Zwei bis drei Schnitte im Jahr wären meistens ausreichend. Wer auch mal eine zeitlang die Blüte stehen lässt sorge automatisch für die Nachsaat und tue gleichzeitig der Bienenwelt etwas Gutes. Auch das Wachstum sei bei Mikroklee sehr langsam und gering.

60 Prozent geringerer Arbeitsaufwand

Wer sich für Mikroklee oder eine Mikrokleemischung als Alternative zu normalen Gräsermischungen entschieden hat, bekommt die Samen im Handel und muss ein bisschen tiefer in die Tasche greifen als bei Standard Rasensamen. Es kann auch Mikroklee mit Gräsersamen vermengt in speziellen Mischungen gekauft werden oder sogar Rollrasen verlegt werden. Die Keimungszeit verhält sich wie bei den Gräsern.

Mikroklee (oben) im Vergleich zu ungedüngtem Rasen (unten). Foto: Eurogreen

Wird er als Nachsaat angewandt, müsse man sich keine Sorgen um Lücken im Rasen machen. Der Klee breite sich über den Frühling und Sommer so schnell und intensiv aus, dass der alte Rasen mit der Zeit verschwinden würden und die Fläche komplett geschlossen sei. Das mache den Zwergklee als Nachsaat so effektiv.

Von weitem sieht der Rasen wie ein üblicher Pflanzenteppich aus. Doch bei Klee müssen sich Gartenbesitzer auf eine andere Optik einstellen. Der Mikroklee-Rasen wirkt krautiger und weniger wie „gekämmt“ und damit einfach ungewohnt.

Wer dem Mikroklee ein Minimum an Pflege zukommen lässt und ihn keinen zu großen Belastungen aussetzt, habe eine sehr gute und pflegeleichte Alternative zu herkömmlichem Rasen gefunden.

Da die Grünanlage nicht gedüngt und vertikutiert werden müsse, reduziere sich der Pflegeaufwand erheblich, sind sich die verschiedenen Hersteller einig. Zudem müsse nichts gegen Unkräuter unternommen werden, da der Zwergklee deren Wachstum verhindert. Gewässert werden müsse er nur einmal pro Woche, wenn es nicht geregnet hat. Wer den Klee nicht jedes Jahr selbst nachsäen möchte, sollte eine Höhe von acht Zentimetern nicht unterschreiten. Dadurch kommt es zur Blütenbildung und Selbstaussaat. Bei der Eigennachsaat sollten die Pflänzchen auf 2,5 bis 3 Zentimeter gekürzt werden.

Kleeblattfakten

Optik

  • krautiger Look
  • nicht komplett eben
  • Bätter unterschiedlich groß
Vorteile

  • geringerer Pflegeaufwand
  • hohe Trockenresistenz
  • gut schnittverträglich
  • unterdrückt Unkräuter
  • regeneriert schnell
  • schließt Lücke in der Fläche mit Blütenstand
  • automatische Nachsaat
  • Paradies für Bienen
Vergleich mit gängigem Klee:

  • halb so hoch
  • deutlich kleinere Blätter
  • äußerst dichter Wuchs
Geeignete Sorten: (lt. Bundesamt für Ernährungssicherheit)

  • Euromic
  • Pirouette
  • Pipolina
Preis

  • 2g / Quatratmeter
  • je nach Anbieter 20 bis 50 Cent
Nachteil

  • geringere Belastbarkeit
  • kein Sportplatzrasen

Text: Iris Weindel

Aus RegioMagazin WILLI 10/2022

 

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