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KARLSRUHE | Landkreis stellt sich auf die Aufnahme weiterer geflüchteter Personen ein

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28.09.2022 | Mit einer Rückkehrberatung hilft das Landratsamt Menschen bei der Ausreise in die Heimat

Nach wie vor sind die Auswirkungen der Fluchtbewegung aufgrund des Kriegs in der Ukraine im Landkreis Karlsruhe zu spüren. Der Jugendhilfe- und Sozialausschuss, der am Montag, 26. September, in der Sporthalle in der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee stattfand, hat den aktuellen Sachstand zur Kenntnis genommen. Aktuell sind fast 4.600 geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer im Landkreis gemeldet. Besonders im Amt für Integration sowie im Jugendamt machen sich diese Zahlen bemerkbar. Stark betroffen sind zudem die Ausländerbehörden des Landratsamtes und der Großen Kreisstädte.

„Der Landkreis kann bei dieser wichtigen Aufgabe auf seine Erfahrungen und Strukturen aus der letzten Flüchtlingskrise zurückgreifen. Vor allem die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen bewährt sich auch dieses Mal wieder“,

sagt Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.

„Zu einer ersten Entlastung des Landkreises, seiner Städte und Gemeinden hat besonders die große Bereitschaft aller Privatpersonen beigetragen, die bereit waren und sind, geflüchtete Menschen aus der Ukraine bei sich aufzunehmen oder ihnen kurzfristig Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“

Landrat Dr. Schnaudigel hofft, dass diese Unterstützung weiterhin bestehen bleibt.

Denn die Aufnahmezahlen von Geflüchteten aus der Ukraine haben sich nach einer zwischenzeitlichen Entspannung seit Anfang Juli 2022 wieder deutlich erhöht. Für September ist für den Landkreis von einer Aufnahme von 230 Personen auszugehen. Unabhängig davon nehmen die Zugänge von geflüchteten Menschen aus anderen Region der Welt zu. Während im ersten Halbjahr 2021 monatlich durchschnittlich zwölf Personen an den Landkreis zugewiesen wurden, liegt die Aufnahmeverpflichtung derzeit bei 60 Personen. Hinzu kommen die gesonderten Aufnahmen zum Beispiel von Folgeantragstellern oder afghanischen Ortskräften.

Bis Jahresende stellt sich die Verwaltung darauf ein, monatlich insgesamt bis zu 500 Menschen aufnehmen zu können, sofern das notwendig werden sollte. Deshalb hat sich der Landkreis entschieden, den ehemaligen Standort des Impfzentrums in Bruchsal-Heidelsheim, der während der Flüchtlingskrise 2015/2016 schon einmal als Unterkunft diente, über September 2022 hinaus anzumieten. Zudem werden mehrere Flächen, die zwischenzeitlich anderweitig genutzt wurden, erneut für die Unterbringung von Asylbewerbern verwendet. Damit können fast 500 Plätze kurzfristig bereitgestellt werden.

Der Rechtskreiswechsel der geflüchteten Menschen aus der Ukraine, die bereits im Landkreis erfasst sind, ist weitestgehend erfolgt. Nahezu 3.300 Personen erhalten inzwischen Arbeitslosengeld II. Rund 250 Personen erhalten Grundsicherung im Alter oder Hilfe zum Lebensunterhalt. Erste Schritte der Integration auf den Arbeitsmarkt wurden ebenfalls eingeleitet.

Die Kriegsvertriebenen aus der Ukraine werden in der vorläufigen Unterbringung durch die soziale Beratung sowie in der Anschlussunterbringung und im privaten Wohnraum durch das Integrationsmanagement beraten. Aktuell betrifft das in Zuständigkeit des Landkreises rund 2.000 Personen. Der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamtes kümmert sich zudem um aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche, die ohne Elternteil im Landkreis Karlsruhe ankommen. Konkret war das in bislang 90 Fällen nötig.

Darüber hinaus ist es dem Landkreis Karlsruhe ein Anliegen, all denjenigen die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen, die das möchten. Diese Option steht auch den Geflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung. Die Gespräche der Perspektiv- und Rückkehrberatung finden primär in den Gemeinschaftsunterkünften in Waldbronn-Neurod und Karlsdorf-Neuthard statt. Sie richtet sich an drittstaatsangehörige Ausländerinnen und Ausländer ohne Aufenthaltsrecht, Asylbewerberinnen und Asylbewerber im laufenden Verfahren bzw. mit Gestattung, Ausländerinnen und Ausländer mit einem nur vorübergehenden Aufenthaltsrecht aus humanitären Gründen, bedürftige Ausländerinnen und Ausländer sowie Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution.

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