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Kraichgau im Mittelalter: Historiker treffen sich zum Kolloquium

Kraichtal, 19. März 2026 | Das 16. Kraichtaler Kolloquium widmet sich vom 24. bis 26. April 2026 der mittelalterlichen Geschichte des Kraichgaus. Veranstaltungsort ist Kraichtal-Unteröwisheim, so die Stadt Kraichtal.

Drei Städte stehen im Mittelpunkt – und doch geht es um eine ganze Landschaft: Speyer, Worms und Wimpfen prägten über Jahrhunderte hinweg die Entwicklung des Kraichgaus. Genau diesen Verflechtungen widmet sich das 16. Kraichtaler Kolloquium, das Ende April Historikerinnen und Historiker aus ganz Deutschland zusammenbringt.

Im Fokus steht eine Zeit, in der kirchliche und weltliche Macht eng miteinander verwoben waren. Von den Bischofssitzen in Speyer und Worms aus wurde der Kraichgau im frühen Mittelalter erschlossen – nicht nur geistlich, sondern auch politisch. Ihre Einflüsse reichen bis weit in die Neuzeit hinein.

Wimpfen als Schaltzentrale mittelalterlicher Macht

Eine besondere Rolle spielte das heutige Bad Wimpfen. Dort entstand früh eine geistliche Gemeinschaft, die im Auftrag der Wormser Bischöfe die Region organisierte. Später nutzten die Staufer die strategische Lage und errichteten eine Königspfalz – ein Zentrum königlicher Verwaltung mit Strahlkraft weit über die Region hinaus.

Mit dem Niedergang der Staufer veränderten sich die Machtverhältnisse grundlegend. Ehemalige Reichsdiener etablierten sich als eigenständige Ritterschaft zwischen Neckar, Bergstraße und Heuchelberg. Daraus entwickelte sich eine einzigartige politische und gesellschaftliche Struktur, die den Kraichgau bis heute prägt.

Vielfalt als historisches Erbe

Gerade diese Mischung aus kirchlicher Prägung, adliger Herrschaft und regionaler Eigenständigkeit macht den Kraichgau zu einer besonders facettenreichen Kulturlandschaft. Das Kolloquium will diese Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und damit neue Einblicke in die Geschichte der Region ermöglichen.

Die Referenten kommen von renommierten Universitäten und Forschungsinstituten – von Kiel über Leipzig und Würzburg bis nach München. Ihre Teilnahme unterstreicht die überregionale Bedeutung der seit 1996 veranstalteten Reihe.

Neben Fachpublikum sind auch historisch Interessierte ausdrücklich willkommen. Die Tagung richtet sich bewusst an ein breites Publikum und bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und lebendig zu erleben.

Ein Blick in die Forschung – und in neue Publikationen

Ein fester Bestandteil der Kolloquien ist die Veröffentlichung der Tagungsbeiträge. Bereits 14 Bände sind erschienen. Der neue, 15. Band mit dem Titel „Kleine Städte. Gemeinden der Vormoderne zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ wird im Rahmen der Veranstaltung am 24. April erstmals vorgestellt.

Anmeldungen sind bis zum 7. April über die Stadt Kraichtal möglich. Die Tagung wird durch zahlreiche Förderer unterstützt, darunter die Sparkasse Kraichgau, regionale Vereine sowie das Weingut des Grafen Neipperg in Schwaigern.

Den Flyer zur Tagung finden Sie hier.

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