„Der Fünfer!“
Schon das Wort ließ Manchen den Atem anhalten. Der altehrwürdige Sprungturm im Bruchsaler SaSch!-Hallenbad hat in seinen 55 Jahren unzählige Geschichten gesehen: Salti, Köpfer, Mutsprünge, Bauchplatscher. Stolze Siegerposen oben – oder der peinliche Rückzug über die Leiter. Von unten sah’s immer einfacher aus als von da oben, fünf Meter über dem Wasser. Wer dann doch sprang und genug Luft hatte, tauchte die 3,80 Meter ganz runter und dann bis ans andere Beckenende, hoffend, dass Freundinnen und Freunde das auch mitgekriegt hatten. Jetzt ist Schluss damit – und zwar endgültig.
Der Abriss ist beschlossen
Wie die Stadtwerke Bruchsal mitteilen, zeigten sich bei den Sanierungsarbeiten gravierendere Schäden an der Bausubstanz als gedacht. Eine weitere Instandsetzung wäre unwirtschaftlich, also fällt der Turm. Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Haag hat die Entscheidung gemeinsam mit dem Bädermanagement getroffen. In der laufenden Saison bleibt der Turm gesperrt, der Rückbau ist für die Sommerpause 2026 geplant.
Ob ein Ersatz kommt, bleibt offen. Möglich ist laut Stadtwerken eine modernere Attraktion – etwa eine Rutsche. Thilo Wüstenhagen, Sprecher der Stadtwerke, versucht es positiv zu sehen: „Der Sprungturm spielte zuletzt ohnehin eine untergeordnete Rolle. Viele Badegäste bevorzugen heute andere Angebote.“ Und fügt hinzu, dass die beliebte Kinderspielstunde nun um einen Freitagstermin erweitert und nun dreimal pro Woche stattfände.
Zeiten ändern sich
Der Rückbau steht symbolisch für eine größere Entwicklung: Sparmaßnahmen werden sichtbarer, und manche Bruchsaler Wahrzeichen verschwinden leise. Die Stadtwerke nennen den Schritt „Rückbau statt Neubau“ – ein Satz, der künftig öfter fallen dürfte.
Wer mag, kann sich das neue Bild des Beckens mit Landfunkers Hilfe schon mal vorstellen: das Wasser still, die Decke hoch – und der Platz, wo der Fünfer stand, leer.
Bildbearbeitung: Landfunker.de
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Ist der Turm schon weg?
Nein, das Bild wurde nur bearbeitet,so schnell sind keine Handwerker
Tja, das war’s dann also mit der „Ära“ Sprungturm. Mut wird der Wirtschaftlichkeit geopfert. Unsere neuen Helden rutschen dann eine TÜV-geprüfte Rutsche hinunter. „Fein hast du das gemacht!“ Wir erleben es ja überall: Kinder dürfen sich heute nicht mehr beweisen. In der Schule bringen wir sie bis vors Klassenzimmer, beim Fußball zählt das Erlebnis und nicht das Tor. Beim Schulsport das Bemühen, nicht die Note. Und im Schwimmbad ersetzt die Rutsche das Adrenalin.
Natürlich kann man sagen: Der Turm ist marode, der muss weg. Aber muss man’s wirklich in Watte verpacken mit Sätzen wie „spielte ohnehin eine untergeordnete Rolle“? Nein, er spielte eine übergeordnete – für all jene, die sich dort zum ersten Mal etwas getraut haben. Und das war gut so. Wo sollen unsere Kinder eigentlich noch lernen, was Mut bedeutet – wenn wir alles, was Mut erfordert, Stück für Stück abbauen?
Du hast genau das geschrieben, was ich beim Lesen des Artikels dachte. Danke !