19. März 2026 | Eine bundesweite Mitmach-Aktion ruft dazu auf, Zecken auf Haustieren zu fotografieren und zu melden, um ihre Ausbreitung besser zu verstehen. Initiatoren sind NABU, NABU|naturgucker und die Tierärztliche Hochschule Hannover.
Sie sind klein, unscheinbar – und doch längst ein Thema von wachsender Bedeutung: Zecken. Während sie sich im Fell von Hunden und Katzen festsetzen, liefern sie gleichzeitig wertvolle Hinweise für die Forschung. Genau hier setzt eine bundesweite Mitmach-Aktion an: Wer eine Zecke entdeckt, kann aktiv zur Wissenschaft beitragen.
Im Mittelpunkt steht eine einfache Idee mit großer Wirkung. Haustierhalter sollen gefundene Zecken fotografieren und über die Aktion „Zecken & Co.“ von NABU|naturgucker melden. Die Bilder helfen Expertinnen und Experten dabei, die Arten zu bestimmen und ihre Verbreitung zu dokumentieren. Denn längst ist klar: Die Zeckenlandschaft in Deutschland verändert sich.
Neue Arten breiten sich aus – der Klimawandel spielt eine Rolle
Neben dem bekannten Gemeinen Holzbock tauchen zunehmend Arten aus wärmeren Regionen auf. Besonders sogenannte Buntzecken aus Süd- und Südosteuropa gewinnen an Boden. Für Fachleute wie Dr. Stefan Bosch ist das kein Zufall: Mildere Winter sorgen dafür, dass Zecken heute oft ganzjährig aktiv sind.
Das hat Folgen für Mensch und Tier. Die Wahrscheinlichkeit, beim Spaziergang, Wandern oder bei der Gartenarbeit auf Zecken zu treffen, steigt deutlich. Gleichzeitig wächst das Risiko, dass Krankheitserreger übertragen werden – darunter Borreliose oder FSME, eine Form der Hirnhautentzündung.
Ein genauer Blick lohnt sich – für Haustiere und Menschen
Wer draußen unterwegs ist, sollte danach genauer hinschauen. Das gilt nicht nur für den eigenen Körper, sondern besonders für Hunde und Katzen. Wird eine Zecke entdeckt, empfiehlt sich ein vorsichtiges Entfernen – möglichst nah am Kopf, ohne den Körper zu quetschen. Anschließend liefern Fotos von oben und unten wichtige Daten für die Forschung.
Die gesammelten Informationen gehen dabei über die reine Artbestimmung hinaus. Sie zeigen auch, welche Tiere besonders häufig betroffen sind und an welchen Körperstellen sich die Parasiten bevorzugt festsetzen.
Auch für Tiere kann es gefährlich werden
Vor allem Hunde sind gefährdet: Bestimmte Zeckenarten können die sogenannte Babesiose übertragen – eine Erkrankung, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Gleichzeitig zeigt sich, dass verschiedene Zeckenarten unterschiedliche Wirte bevorzugen, von Schafen über Igel bis hin zu Vögeln.
Ein oft unterschätzter Aspekt betrifft den Schutz von Haustieren. Wer Zeckenhalsbänder nutzt, sollte darauf achten, entfernte Tierhaare im Hausmüll zu entsorgen. Denn Vögel verwenden diese gern für ihre Nester – mit potenziell fatalen Folgen für ihren Nachwuchs, wenn Rückstände von Wirkstoffen enthalten sind.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme bietet die Meldeplattform „Zecken & Co.“ von NABU|naturgucker. Dort können Funde einfach dokumentiert und zur wissenschaftlichen Auswertung beigetragen werden.
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