Karlsruhe und Region, 04. März 2026 | Mit steigenden Temperaturen beginnt auch wieder die Zeckenzeit. Die AOK Mittlerer Oberrhein weist darauf hin, dass die Region zu den Risikogebieten für FSME und Borreliose zählt und empfiehlt einen wirksamen Schutz.
Sobald es draußen wärmer wird, zieht es viele Menschen wieder in Garten, Park und Wald. Doch dabei steigt auch das Risiko eines Zeckenstichs. In Europa ist vor allem der sogenannte „Gemeine Holzbock“ verbreitet, der Krankheiten wie Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen kann.
„Auch die Region Mittlerer Oberrhein zählt zu den Risikogebieten, in denen sowohl FSME als auch Borreliose verbreitet sind“, erklärt Petra Spitzmüller, Geschäftsführerin der AOK Mittlerer Oberrhein. Gegen FSME, eine Erkrankung, die zu einer schweren Hirnhautentzündung führen kann, gibt es keine Medikamente. Die wichtigste Schutzmaßnahme ist deshalb eine Impfung.
FSME-Impfung wird empfohlen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung für Kinder und Erwachsene, die in Risikogebieten leben oder dort häufig mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in diesen Regionen die Kosten für die Impfung. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Injektionen, Auffrischungen sind je nach Alter alle drei bis fünf Jahre notwendig.
Gegen Borreliose gibt es hingegen keinen Impfstoff. Die bakterielle Infektion lässt sich zwar mit Antibiotika behandeln, bleibt jedoch häufig zunächst unbemerkt. Typische Warnzeichen können ein sich ausbreitender roter Ring um die Einstichstelle sowie grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf-, Glieder- oder Gelenkschmerzen sein.
Schutzmaßnahmen im Freien beachten
Zecken werden aktiv, sobald die Temperaturen über acht Grad steigen. Sie halten sich bevorzugt in feuchtem Gras, Gebüsch oder Unterholz auf. Wer sich in der Natur aufhält, sollte daher geschlossene Schuhe, lange Hosen und möglichst helle Kleidung tragen. Hosenbeine können zusätzlich in die Socken gesteckt werden. Nach dem Aufenthalt im Freien empfiehlt es sich, den Körper gründlich nach Zecken abzusuchen.
Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell und vorsichtig mit einem feinen Instrument entfernt werden. Dabei darf die Zecke nicht gequetscht werden. Hausmittel wie Öl, Nagellack oder Klebstoff sollten nicht verwendet werden. Nach dem Entfernen empfiehlt es sich, die Einstichstelle zu desinfizieren.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts werden etwa drei Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder sowie sieben Prozent der 14- bis 17-Jährigen mindestens einmal von einer mit Borrelien infizierten Zecke gestochen. Landesweit registrierte die AOK Baden-Württemberg im Jahr 2024 insgesamt 14.088 Borreliose-Fälle. In der Region Mittlerer Oberrhein waren es in den vergangenen Jahren rund 1.200 Betroffene jährlich.
Weitere Informationen zu zeckenübertragenen Krankheiten finden sich auf der Website des Robert-Koch-Instituts.
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