20. Februar 2026 | Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vorgestellt. Mit 38.643 registrierten Straftaten wurde der niedrigste Stand der vergangenen 20 Jahre erreicht. Die Gesamtkriminalität im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sank um 8,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr wurden 3.755 Straftaten weniger erfasst. Auch die sogenannte Häufigkeitszahl, also die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, ging weiter zurück: von 5.532 auf 5.049. Im Landesvergleich liegt der Rückgang über dem Durchschnitt von Baden-Württemberg mit minus 6,1 Prozent. Die Aufklärungsquote sank leicht auf 59,3 Prozent und liegt damit unter dem Landeswert von 62,5 Prozent.
Polizeipräsidentin Caren Denner betonte bei der Vorstellung der Zahlen, dass statistische Erfolge allein nicht ausreichen. Neben der objektiven Sicherheit spiele auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung eine entscheidende Rolle.
Diebstahl bleibt häufigste Deliktgruppe
Mit 12.879 Fällen bleibt der Diebstahl trotz eines deutlichen Rückgangs um 1.580 Fälle die größte Deliktgruppe. Die Aufklärungsquote lag bei 31,7 Prozent und damit leicht über dem Vorjahr.
Die Zahl der Körperverletzungsdelikte sank von 3.966 auf 3.710 Fälle, bleibt jedoch auf einem hohen Niveau. Besonders einfache Körperverletzungen sowie gefährliche und schwere Körperverletzungen gingen zurück. Leitender Polizeidirektor Dr. Gustav Zoller verwies darauf, dass Gewalt häufig spontan und im öffentlichen Raum eskaliere. Prävention bleibe daher eine zentrale Aufgabe.
Messerkriminalität und Einbrüche im Fokus
Straftaten mit Messerbeteiligung bewegten sich mit 189 registrierten Fällen nahezu auf Vorjahresniveau. Ein Teil der Delikte stand im Zusammenhang mit Bedrohungen und Sachbeschädigungen. Die Stadt Karlsruhe reagierte unter anderem mit zwei Messerverbotszonen.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um rund elf Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 2017. Etwa die Hälfte der Fälle blieb im Versuchsstadium. Laut Leitendem Kriminaldirektor Detlef Erny verursachen Einbrüche nicht nur materielle Schäden, sondern beeinträchtigen auch das Sicherheitsgefühl der Betroffenen.
Rückgänge bei Rauschgift, Sexual- und Gewaltdelikten
Die Rauschgiftkriminalität sank um etwa 14 Prozent. Hintergrund ist unter anderem die seit April 2024 geltende Teillegalisierung von Cannabis. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gingen um rund vier Prozent zurück, ebenso die Delikte im öffentlichen Raum. Straftaten gegen das Leben reduzierten sich auf 27 Fälle, neun weniger als im Vorjahr.
Auch die Zahl der registrierten Fälle häuslicher Gewalt sank um 8,3 Prozent auf 1.087 Fälle. Acht von zehn Opfern waren weiblich.
Gewalt gegen Einsatzkräfte bleibt Problem
411 Angriffe auf Polizeibeamtinnen und -beamte wurden 2025 registriert, ein leichter Rückgang um 3,5 Prozent. 201 Einsatzkräfte erlitten leichte, zwei schwere Verletzungen. Caren Denner bezeichnete Angriffe auf Einsatzkräfte als inakzeptabel und kündigte konsequente strafrechtliche Verfolgung an.
Die Cyberkriminalität sank leicht um 1,2 Prozent. Auffällig ist der hohe Anteil junger Tatverdächtiger. Rund ein Viertel war jünger als 21 Jahre.
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