Foto: er24

Nacht des Feuerwerks – und der Löscharbeiten. Graben-Neudorf und Stutensee besonders betroffen

LANDKREIS KARLSRUHE, 01. JANUAR 2026 | Es beginnt meist schon weit vor Null Uhr: Köpfe im Nacken, kurze Stille, Aaahhhh! Das Feuerwerk als fester Bestandteil des Jahreswechsels – genauso wie die üblichen Meldungen am Neujahrsmorgen: Brennende Garagen, verrußte Wohnungen, Verletzungen. 

Trotzdem berichtet die Polizei von einer „verhältnismäßig“ ruhigen Nacht. Solange es andere trifft, ist es nur eine Schlagzeile: In Graben-Neudorf und Stutensee-Spöck steht Feuerwerk als Ursache im Raum, in Weingarten brannte es schon am frühen Silvestermorgen – vermutlich aus einem anderen Grund.

 

Graben-Neudorf: Garage und Dachstuhl brennen

In der Neujahrsnacht wird es in Graben-Neudorf gegen 01:40 Uhr ernst. In der Nagoldstraße brennt es im Bereich einer Garage – beim Eintreffen der Feuerwehr steht diese bereits in Vollbrand. Die Alarmstufe wird erhöht, denn die Flammen greifen rasch auf den Dachstuhl eines angrenzenden Einfamilienhauses über. Hohe Flammen und starke Rauchentwicklung sind weithin sichtbar.

Um den Brand vollständig zu bekämpfen, wird das Dach geöffnet. Bewohner müssen in dieser Nacht nicht gerettet werden – das Haus ist zum Zeitpunkt des Brandes menschenleer, verletzt wird niemand. Der Schaden ist dennoch erheblich: Garage und Dachstuhl werden vollständig zerstört, das Wohnhaus ist durch den Brand nicht mehr bewohnbar.

Insgesamt sind laut Angaben der Feuerwehr 15 Fahrzeuge in der Brandbekämpfung und acht Fahrzeuge des Rettungsdienstes im Einsatz – zusammen mehr als 100 Einsatzkräfte. Die Löscharbeiten ziehen sich bis in die frühen Morgenstunden. Zur Brandursache laufen Ermittlungen der Polizei; vor dem Gebäude wurde demnach geböllert, Silvesterfeuerwerk wird als mögliche Ursache nicht ausgeschlossen.

Stutensee-Spöck: Anbau vor Mehrfamilienhaus brennt

Zuvor kommt es am Silvesterabend gegen 21:30 Uhr in Stutensee-Spöck zu einem weiteren Brand. Die Feuerwehr wird mit dem Stichwort „Wohnungsbrand“ in die Steinbückelstraße alarmiert. Vor Ort steht ein kleiner Anbau vor einem Mehrfamilienhaus in Vollbrand, das Gebäude wird vorsorglich geräumt.

Nach ersten Erkenntnissen wird niemand verletzt. Die Einsatzkräfte bringen das Feuer rasch unter Kontrolle und verhindern ein Übergreifen der Flammen auf das Wohngebäude. Mit einer Drehleiter wird die Fassade kontrolliert, Brandgut wird aus dem Anbau geräumt, um letzte Glutnester abzulöschen. Zur Ursache gibt es noch keine abschließenden Angaben – mutmaßlich könnte ein Silvesterböller den Brand ausgelöst haben. Auch hier ermittelt die Polizei.

Weingarten: Brand an Heizungsanlage

Am Silvestermorgen gegen 09:20 Uhr brennt es in Weingarten in der Keltergasse – vermutlich ganz ohne Böllereinwirkung. Es wird ein Dachstuhlbrand gemeldet. Beim Eintreffen zeigt sich starke Rauchentwicklung aus dem Erdgeschoss eines Einfamilienhauses.

Wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilt, brennt im Erdgeschoss die Heizungsanlage. Das Feuer greift auf einen angrenzenden Raum über, Rauch verteilt sich im gesamten Gebäude. Verletzt wird niemand, das Wohnhaus ist durch den giftigen Rauch jedoch vorerst unbewohnbar. Erschwert werden die Arbeiten durch winterliche Bedingungen: Bei etwa minus fünf Grad gefriert Löschwasser auf der Straße, es entsteht Rutschgefahr. Streusalz wird eingesetzt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Polizei hat auch hier Ermittlungen aufgenommen.

Aus Sicht des Polizeipräsidiums Karlsruhe blieb die Lage in der Silvesternacht „durchweg in einem gut beherrschbaren Rahmen“. Das polizeiliche Einsatzkonzept sei aufgegangen. Die eingerichteten Feuerwerksverbotszonen seien von der feiernden Bevölkerung bis auf wenige Einzelfälle eingehalten worden. Dazu beigetragen hätten eine planmäßig erhöhte Zahl an Polizeibeamten sowie die Unterstützung durch Kräfte des Einsatzzuges Karlsruhe.

Karlsruher Innenstadt: 3.000 Feiernde – Polizei greift früh ein

In der Karlsruher Innenstadt hielten sich in der Silvesternacht nach Polizeiangaben rund 3.000 Personen auf öffentlichen Plätzen der Kernstadt auf und brannten zahlreiche Feuerwerkskörper ab. Besonders um Mitternacht zeigte die Polizei mit einem erhöhten Kräfteansatz Präsenz und schritt bei sich anbahnenden Auseinandersetzungen konsequent ein. Größere Schlägereien seien so verhindert worden. Im Verlauf der Nacht kam es gleichwohl zu einzelnen kleineren Körperverletzungsdelikten im gesamten Präsidiumsbereich.

Unsachgemäßes Feuerwerk, „Beschuss“ unter Gruppen, Schreckschusswaffen

Auch außerhalb der Innenstadt zündeten einzelne Personen Feuerwerk unsachgemäß. In einzelnen Fällen beschossen sich Personengruppen gegenseitig mit Feuerwerkskörpern. Schwerere Verletzungen wurden der Polizei hierbei nicht bekannt. Zudem stellten Einsatzkräfte im Laufe der Nacht mehrere verbotswidrig geführte Schreckschusswaffen sicher.

Viele Kleinbrände – Feuerwehr und Rettungsdienste stark gefordert

Neben der polizeilichen Einsatzbewältigung seien insbesondere Feuerwehr und Rettungsdienste stark gefordert gewesen. Die Polizei registrierte zahlreiche Brände an Mülleimern, Altkleidercontainern, Buschwerk, Grünflächen und vereinzelt Bäumen, die nach bisherigen Erkenntnissen auf Feuerwerkskörper zurückzuführen sind.

Schwerwiegendere Ereignisse: zwei Brände und weitere Straftaten

Zu den schwerwiegenderen Ereignissen zählte aus Sicht der Polizei oben genannter Brand in Graben-Neudorf – der Sachschaden wird auf rund 250.000 Euro geschätzt. Die Brandursache ist bislang unklar, die Ermittlungen übernahm der Kriminaldauerdienst.

In Karlsbad-Langensteinbach setzte ein fehlgeleiteter Feuerwerkskörper einen Balkonbereich in Brand. Eine Sitzgruppe brannte, Rauch zog in die Wohnung. Personen wurden nach derzeitigem Kenntnisstand nicht verletzt. Der Sachschaden wird auf circa 10.000 Euro geschätzt.

Einen Angriff auf Einsatzkräfte meldet die Polizei ebenfalls: Eine Streifenbesatzung des Polizeireviers Karlsruhe-Waldstadt wurde aus einer Gruppe Jugendlicher heraus mit einer Rakete beschossen. Ein Tatverdächtiger konnte identifiziert und vorläufig festgenommen werden. Ihn erwartet eine Anzeige wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.

In Karlsruhe-Durlach sprengten Unbekannte gegen 03:30 Uhr einen Zigarettenautomaten und zerstörten diesen vollständig. Ob Feuerwerkskörper oder ein anderes Sprengmittel verwendet wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise geben können, sich bei der Kriminalpolizei unter 0721 666-5555 zu melden.

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