Groß-Baustelle am Bahnhof Bruchsal: Braucht es eine zusätzliche Fußgängerampel?

BRUCHSAL, 12. Februar 2026 | Wer in diesen Tagen am Bahnhof ankommt, merkt sofort: Hier wird nicht gekleckert, hier wird geklotzt. Der gesamte Vorplatz ist Baustelle. Asphalt ist aufgerissen, rote Absperrbaken dominieren das Bild, der Verkehr wird einspurig geführt oder großräumig umgeleitet. Ein freundlicher Stadteingang sieht anders aus – keine Frage.

Doch die Maßnahme hat Gewicht. Der Platz wird nicht nur erneuert, sondern für Erdwärmeleitungen vorbereitet – ein Projekt, das die Stadt langfristig unabhängiger und moderner machen soll. Und perspektivisch kommt noch ein großes Parkhaus hinzu, das den innerstädtischen Verkehr deutlich entlasten dürfte. Kurz gesagt: Es wird investiert in die nächsten Jahrzehnte.

Worum geht es hier?
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Erdwärmeleitungen

Mitten in dieses Großprojekt hinein platzte nun die Anfrage eines Landfunker-Lesers. Er wies darauf hin, dass die frühere, ampelgeregelte Querung vor dem Bahnhof durch die neue Verkehrsführung faktisch außer Kraft gesetzt sei. Sein Vorschlag – oder vielmehr seine Forderung: Eine neue Fußgängerampel müsse her. Er habe dies bereits im Rathaus angeregt.

„Vielleicht wollen Sie das mal als Presse anfragen.“

Das haben wir getan – und die Antwort von Oliver Bienek, Amtsleiter des Ordnungsamts der Stadt Bruchsal, fiel sachlich und nachvollziehbar aus. Der Verkehr verlaufe an dieser Stelle nur noch in eine Richtung. Fußgänger könnten entweder direkt queren oder wenige Meter weiter in Richtung neuer ZOB eine bestehende Ampel nutzen. Auch in Richtung Europaplatz gebe es eine Querungshilfe. Beschwerden seien bislang nicht eingegangen, die Situation werde aber regelmäßig überprüft.

Die Kirche im Dorf lassen bzw. die Fußgängerampel am ZOB nehmen

Also sind wir selbst vor Ort gegangen. Und ja: Die Baustelle ist dominant. Sie fordert Aufmerksamkeit, sie zwingt zu Umwegen, sie verlangt Geduld. Wer vom Bahnhof in die Stadt möchte – oder umgekehrt – muss je nach Ziel ein paar Schritte mehr einplanen. Bequemer war es vorher.

Aber ist es unzumutbar? Wohl kaum. Die erwähnte Ampel am neuen Busbahnhof liegt nur rund 80 Meter entfernt. Das ist kein halber Kilometer, kein Hindernislauf – sondern ein kurzer Umweg. Zudem liegt dieser Übergang deutlich näher an der künftigen Hauptachse zwischen Busbahnhof und Bahnhof. Eine zweite Ampelanlage quasi direkt daneben würde nicht nur zusätzlichen technischen Aufwand bedeuten, sondern auch den Verkehrsfluss weiter bremsen – bei ohnehin einspuriger Führung.

Man darf es ruhig so sagen: Wer eine Großbaustelle vor der Haustür hat, muss für eine gewisse Zeit Einschränkungen in Kauf nehmen. Das gehört dazu. Es ist Teil des Preises für Fortschritt. Und aktuell dürfte der Verkehr durch die Einspurigkeit und die Umleitungen ohnehin geringer sein als im Normalbetrieb – viele Autofahrer meiden die Strecke bereits.

Was allerdings tatsächlich ins Auge – oder besser gesagt: unter die Schuhe – fällt, sind die teils großflächigen und tiefen Wasserpfützen, die sich über die gesamte Breite des Gehwegs ziehen. Hier wäre eine pragmatische Verbesserung wünschenswert. Vielleicht ließe sich durch eine temporäre Wegeerhöhung oder eine bessere Drainage dafür sorgen, dass Fußgänger trockenen Fußes zum Zug oder in die Innenstadt gelangen.

Die Situation ist nicht perfekt, aber beherrschbar.

Am Ende bleibt der Eindruck: Die Situation ist nicht perfekt, aber beherrschbar. Und sie ist vorübergehend. Wenn die Bauzeit vorbei ist, wird der Bahnhofsbereich moderner, funktionaler und zukunftsfähiger sein als in den vergangenen 30 Jahren. Bis dahin sind 80 Meter mehr Weg wohl ein Beitrag, den man als Bürger leisten kann.

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