Symbolbild Bachforelle (Quelle: Wikiwand)

Fischsterben in Kraichbach: Großbrand führt zu ökologischem Desaster

12.7.23 | Nach einem verheerenden Brand in einer Recyclingfirma im Interkommunalen Industriegebiet Oberderdingen führte das Löschwasser, das kurzzeitig in den Kraichbach gelangte, zu einem noch unbekannten Ausmaß von Fischsterben. Trotz sofortiger Maßnahmen zur Schadensminderung zeigen Messungen erhöhte Wasserwerte, welche hunderte von Fischen verenden ließen.

Am Montagabend entflammte ein Großbrand in einer Recyclingfirma, gelegen zwischen Kraichgaubahnlinie und B293 Flehingen. Die intensiven Löscharbeiten dauerten bis Dienstagabend an und konnten erfolgreich das Feuer eindämmen. Ungefähr 550 Einsatzkräfte, einschließlich der Wehren umliegender Landkreise, THW, Polizei, Rettungsdienst, DRK-Bereitschaften und Gemeindemitarbeiter, waren involviert. Erfreulicherweise gab es keine Verletzten.

Kurzfristige Wasserbelastung mit dramatischen Folgen

In den ersten Stunden des Einsatzes gelangte Löschwasser kurzzeitig über ein Regenüberlaufbecken (RÜB) in den Kraichbach. Zwar wurde das RÜB rasch geschlossen und das Löschwasser zur Kläranlage umgeleitet, jedoch hat dieser kurze Zeitraum ausgereicht, um den Kraichbach stark zu belasten. Messungen offenbarten erhöhte Wasserwerte, welche zum Tod einer hohen, unbestimmten Anzahl an Fischen führten.

Sofortige Maßnahmen zur Schadensbegrenzung

Die Einsatzkräfte reagierten unverzüglich auf die veränderten Wasserwerte und koordinierten die erforderlichen Schritte mit der Gewässerschutzbeauftragten der Unteren Wasserschutzbehörde des Landratsamtes Karlsruhe. Es wurde alles Mögliche unternommen, um das Ausmaß der Kontamination einzudämmen: Löschwasser und Schaum wurden abgesaugt, fachgerecht entsorgt und mit Frischwasser nachgespült. Der Angelsportverein unterstützte bei der Entfernung der toten Fische.

Dank an die Helfer

Ein herzliches Dankeschön geht an alle Einsatzkräfte, die bei großer Hitze und unter hohen Belastungen stundenlang im Einsatz waren, um den Großbrand so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bekommen und zu löschen. Ein besonderer Dank geht auch an die Freiwilligen Feuerwehren, Landwirte und Unternehmen aus der Region für die Unterstützung bei der Löschwasserversorgung. Zudem hat der lokale Einzelhandel die Helfer mit Lebensmitteln und Getränken versorgt.

DER KRAICHBACH

Der Kraichbach entspringt südlich von Sternenfels im Enzkreis an den westlichen Randhöhen des Strombergs. Nach einigen hundert Metern Durchfluss erreicht er den Kraichsee. Er zieht weiter durch den Kraichgau im Landkreis Karlsruhe, berührt mehrere Gemeinden und folgt dann der Kraichtalbahn ab Gochsheim.

In Ubstadt-Weiher erreicht der Bach die Oberrheinische Tiefebene, wo er teilweise von Dämmen begleitet, von Nebengräben gesäumt und durch mehrere Abzweigungen gekennzeichnet ist. Er zieht vorbei an Gemeinden wie Weiher, Stettfeld, Bad Langenbrücken und Bad Mingolsheim, bevor er in den Rhein-Neckar-Kreis übergeht und durch Orte wie St. Leon, Reilingen und Hockenheim fließt.

Schließlich mündet der Kraichbach westlich von Ketsch von rechts in den Altrhein, gegenüber der dortigen Insel.

Hier fließt der Kraichbach:
Sternenfels – Oberderdingen – Flehingen – Gochsheim – Münzesheim – Oberöwisheim – Unteröwisheim – Ubstadt – Weiher – Stettfeld – Bad Langenbrücken – Bad Mingolsheim – Kronau – St. Leon – Reilingen – Hockenheim – Ketsch

WIR BERICHTETEN:

UPDATE: Großbrand einer Recyclinganlage in Oberderdingen. Geruchsbelästigung bis weit in die Region.

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