BRUCHSAL, am 17. APRIL 2026 | Wolfgang Bosbach spricht am 17. April in der Stadtkirche. Die Veranstaltung unter dem Titel „Quo futurum, Europa?“ widmet sich politischen Entwicklungen, innerem Zusammenhalt und der Rolle Europas in einer sich verändernden Weltlage.
Im Vorfeld des Vortrags hat Hubert Hieke für Landfunker.de dem langjährigen CDU-Innenpolitiker drei Fragen gestellt – mit Blick auf die Arbeit der aktuellen Bundesregierung, notwendige Reformen sowie die sicherheitspolitische Lage Europas.
Bei Ihrem letzten Besuch Anfang 2025 stimmten Sie zu, dass die Merz-Regierung nur einen Schuss hätte und der sitzen müsse. Sonst wollten Sie sich das Ergebnis der nächsten Wahl 2029 gar nicht vorstellen. Hat die Regierung die Flinte überhaupt schon gefunden?
Bosbach: Gefunden ja, jetzt muss sie allerdings noch mit mehr Munition geladen und zielgenau in Position gebracht werden. Bitte zu bedenken, dass diese Regierung erst ein knappes Jahr im Amt ist! In vier Bereichen lässt sich der Politikwechsel verdeutlichen: Migration, Reform des Bürgergeldes, Stärkung der privaten Altersvorsorge und Stützung des Automobilstandortes Deutschland. Die nächsten großen Herausforderungen sind die Themen Gesundheit, Pflege, Rente.
Sie mahnten insbesondere einen grundlegenden Politikwechsel in Wirtschaft, Sicherheit und Migration an. Hat sich in diesen Bereichen schon entscheidendes getan oder muss da mehr kommen?
Bosbach: Natürlich muss – und wird – noch mehr kommen, nicht nur bei der notwendigen Reform der sozialen Sicherungssysteme. Nur ein einziges Beispiel: Die horrenden Kreditaufnahmen unter dem Stichwort „Sondervermögen“ werden in kurzer Zeit kaum die erhoffte Wirkung entfalten , wenn wir bei den Themen Entbürokratisierung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren nicht voran kommen.
Muss Europa und Deutschland angesichts der völlig unberechenbaren Trump-Regierung wehrhafter werden? Wenn ja, ist dazu auch ein Mentalitätswechsel bei uns und in Europa unabdingbar?
Bosbach: Ja, das müssen wir, auch wenn die Präsidentschaft Trump spätestens in drei Jahren enden wird. Für uns Europäer war es jahrzehntelang bequem und relativ preiswert darauf verweisen zu können, dass der NATO Partner USA schon genügend militärische Power besitzt um jede ernsthafte Bedrohung des Kontinents abzuwehren. Und in den USA wird immer lauter gefragt, warum dort auch die Rechnungen für Europa bezahlt werden sollen. Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Weder im Innern, noch nach außen
Der Vortrag in Bruchsal greift diese Themen auf und soll Raum für Diskussion und Einordnung bieten.
Ort: Vinzentiushaus / Stadtkirche, Josef-Kunz-Straße 4, Bruchsal
Termin: Freitag, 17. April 2026, 19:00 Uhr
Anmeldung: telefonisch unter 07251 / 82895 oder per
E-Mail an hubert.kessler@die-kulturinitiative.de
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