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WILLI-Reportage | Noble Straßennamen in der Bahnstadt Bruchsal – Teil 4

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Willy Brandt und Heinrich Böll werden wohl die Meisten kennen, auf unsere deutschen Nobelpreisträger sind wir sehr stolz. Die Französin Marie Curie hat sogar zweimal den Nobelpreis bekommen, das wissen schon weniger. Aber wer sind Bertha von Suttner, Nelly Sachs und Elie Wiesel? Auch sie haben den berühmten schwedischen Ehrenpreis in verschiedenen Kategorien bekommen.

Als der Gemeinderat Bruchsal die Bebauung des alten Messplatzgeländes beschloss, die Neugestaltung der „Bahnstadt Bruchsal“ begann, hat man sich darauf verständigt, dass die neuen Straßen mit Namen von Nobelpreisträgern benannt werden sollen. Über diverse Vorschläge wurde diskutiert, sieben Menschen wurden ausgewählt.

Marie Curie

(*7. November 1867 in Warschau, †4. Juli 1934 bei Passy)

Marie Curie erhielt 1903 als erste Frau den Nobelpreis (Physik) – und 1911 noch einen weiteren (Chemie). Sie war Vorbild für Frauen auf der ganzen Welt.

Im Rahmen ihrer vielfältigen Forschungen, für die ihr 1903 ein anteiliger Nobelpreis für Physik und 1911 der Nobelpreis für Chemie zugesprochen wurde, entdeckte Madame Curie gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre Curie die chemischen ElementePolonium und Radium. Sie untersuchte die von Henri Becquerel beobachtete Strahlung von Uranverbindungen und prägte für diese das Wort „radioaktiv“. Marie Curie ist die einzige Frau unter vier Personen, denen bisher mehrfach ein Nobelpreis verliehen wurde, und neben Linus Pauling die einzige Person, die Nobelpreise auf zwei unterschiedlichen Fachgebieten erhielt.

Marie wuchs im damals zu Russland gehörigen Teil Polens auf. Da Frauen dort nicht zum Studium zugelassen wurden, zog sie nach Paris und begann 1891 ein Studium an der Sorbonne, das sie mit Lizenziaten in Physik und Mathematik beendete. Im Dezember 1897 begann sie die Erforschung radioaktiver Substanzen, die seitdem den Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit bildeten.

Nobelpreise in zwei Fachgebieten

Anfang 1903 traten bei Marie erste gesundheitliche Probleme auf, die sie jedoch auf Überarbeitung zurückführten, im selben Jahr teilte die Schwedischen Akademie der Wissenschaften, dem Ehepaar Curie mit, dass sie „in Anerkennung der außerordentlichen Leistungen, die sie sich durch ihre gemeinsame Forschung über die von Professor Henri Becquerel entdeckten Strahlungsphänomene erworben haben“ gemeinsam mit Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik erhalten sollten. Die Einladung zum offiziellen Festakt im Dezember 1903 nahmen sie nicht wahr.

1911 erhielt Madame Curie den Nobelpreis für Chemie, ihren zweiten, „in Anerkennung ihrer Verdienste um den Fortschritt der Chemie durch die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium, durch Isolierung des Radiums und die Untersuchung der Natur und der Verbindungen dieses bemerkenswerten Elementes“.

Im Jahr 1914 wurde Marie Curie zur Leiterin des Radium-Instituts ernannt. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs blieb sie in Paris, um über den Radiumvorrat des Institutes zu wachen. 1916 wurde auf ihren Vorschlag hin am Institut die Abteilung Emanation geschaffen. Die für die „Radiumtherapie“ hergestellten Radium- und Radonampullen wurden für die Behandlung verwundeter Soldaten benutzt. Henri de Rothschild (1872–1946) gründete 1920 die Curie-Stiftung, um die wissenschaftliche und medizinische Arbeit am Institut zu unterstützen. Mitarbeiter des Radium-Institutes veröffentlichten von 1919 bis 1934 insgesamt 438 wissenschaftliche Artikel, 31 Artikel stammten von Marie Curie.

Die Auszeichnung ihrer Tochter Irène mit dem Nobelpreis für Chemie, den diese 1935 gemeinsam mit ihrem Ehemann „in Anerkennung ihrer Synthese neuer radioaktiver Elemente“ erhielt, erlebte Marie Curie nicht mehr. Sie starb am 4. Juli 1934 im Sanatorium Sancellemoz bei Passy (Hochsavoyen) an einer „aplastischen perniziösen Anämie“, einer durch Schädigung des Knochenmarks verursachte Bluterkrankung, die vermutlich auf ihren langjährigen Umgang mit radioaktiven Elementen zurückzuführen ist.

Text: Andrea Bacher-Schäfer

Aus RegioMagazin WILLI 04/2022

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