Bruchsal, 11. Februar 2026 | Der badische Dichter und Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel wäre am 16. Februar 200 Jahre alt geworden.
Von Bruchsal zeigte sich Joseph Victor von Scheffel nach eigenen Aussagen wenig begeistert. Das lag allerdings weniger an der Stadt selbst als vielmehr an seiner Tätigkeit: In Bruchsal musste er seinem ungeliebten Beruf als Jurist nachgehen.
Eigentlich wollte Scheffel Künstler und Maler werden. Auf Wunsch seines Vaters studierte er jedoch Rechtswissenschaften und schloss das Studium mit einer Doktorarbeit über die Bedeutung des Surrogats nach französischem und römischem Recht ab. Im Anschluss arbeitete er einige Monate am Bruchsaler Hofgericht.
Während dieser Zeit wohnte er in der Huttenstraße 19. Eine kleine Gedenktafel an diesem Haus erinnert seit rund 100 Jahren an seinen Aufenthalt vom 9. Dezember 1851 bis zum 9. Mai 1852. Doch Scheffel quittierte schließlich den Staatsdienst und wandte sich ganz der Literatur und den schönen Künsten zu.
Bestseller-Autor des 19. Jahrhunderts
Scheffel verfasste zahlreiche Lieder und Gedichte sowie das Versepos „Der Trompeter von Säckingen“ und den historischen Roman „Ekkehard“. Beide Werke erreichten hohe Auflagen und eine große Leserschaft. In den 1860er- und 1870er-Jahren galt er damit – in heutiger Sprache – als eine Art Kultautor und Pop-Literat.
1876 wurde er anlässlich seines 50. Geburtstags in den Adelsstand erhoben. Zehn Jahre später starb Scheffel im Alter von nur 60 Jahren. Mehr als 10.000 Menschen säumten seinen Trauerzug.
Neben der Gedenktafel in der Huttenstraße erinnert auch eine Tafel am Kübelmarkt an Joseph Victor von Scheffel. Dort lebte einst der Bruchsaler Justizrat Albert Preuschen mit seinem Kater Hidigeigei, dem Scheffel in seinem „Trompeter“-Epos ein literarisches Denkmal setzte.
Darüber hinaus tragen in Bruchsal eine Straße sowie ein Hotel seinen Namen – Zeichen dafür, dass der einstige Bestseller-Autor auch heute noch Teil der Stadtgeschichte ist.
Bildunterschrift: Dieser historische Wegweiser führte vor 1945 Besucher vom Schloss Bruchsal hinauf zur neben dem Stadtgarten gelegenen Gaststätte „Scheffelhöhe“. Er zeigt Scheffel und den Kater Hidigeigei.
Foto: Stadtarchiv
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