OBERDERDINGEN, 04.02.2026 | Die BLANC & FISCHER Group stellt bei B.PRO die Industriesparte ENOXX ein – im Jahresverlauf 2027 fallen nach einer Pressemitteilung der BLANC & FISCHER Group rund 180 Arbeitsplätze weg.
Die B.PRO-Gruppe, Teil der BLANC & FISCHER Group und einer der größten Arbeitgeber der Region, stellt ihre Industriesparte ENOXX im Verlauf des Jahres 2027 ein. Nach Angaben des Unternehmens endet die Beschäftigung für rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Oberderdingen staffelweise bis zur Schließung. Zuvor hatte die Gruppe nach eigenen Angaben mehrere Lösungsansätze geprüft und zuletzt nach Interessenten für eine Übernahme gesucht – leider ohne Erfolg.
Der Abbau von Arbeitsplätzen trifft nicht nur die Belegschaft und ihre Familien, sondern wirkt auch in die regionale Wirtschaft hinein: Wegfallende Einkommen, Kaufkraft und Aufträge können sich auf Dienstleister und Zulieferer auswirken. Nach Unternehmensangaben arbeiten bei B.PRO derzeit rund 500 Menschen, davon rund 180 in der ENOXX-Sparte in Oberderdingen. Wann wie viel der Beschäftigungen entfallen, will das Unternehmen im zweiten Quartal konkretisieren.
Sparte nicht mehr rentabel
Unter der Marke ENOXX fertigte B.PRO Edelstahlteile für die Industrie, darunter Produkte für die Automobilindustrie. Die Sparte ist laut Unternehmen seit geraumer Zeit nicht mehr rentabel. Zusätzlich verweist die Unternehmensleitung auf Risiken durch den altersbedingt störanfälliger werdenden Maschinenpark sowie auf mögliche Haftungsforderungen. Eine Erneuerung wäre demnach nur mit Investitionen im zweistelligen Millionenbereich möglich und aus dem laufenden Geschäft nicht refinanzierbar.
Der Konzern kündigte an, den Stellenabbau „so sozialverträglich wie möglich“ zu gestalten. Gespräche mit Arbeitnehmervertretern und der IG Metall laufen, ein konkreter Zeitplan soll im zweiten Quartal auf Basis der Produktionsplanung und Kundenprojekte erkennbar werden.
Fokus auf Kerngeschäft Speisenlogistik
Parallel zur Aufgabe von ENOXX will B.PRO das strategische Kerngeschäft in der Speisenlogistik weiterentwickeln. In der anstehenden Transformationsphase sollen Produktivität und wirtschaftliche Stabilität gestärkt und Marktchancen genutzt werden – insbesondere durch Automatisierung.
Druck auf Industriearbeitsplätze in der Region
Dass Industriearbeitsplätze in der Region insgesamt unter Druck stehen, zeigt auch ein angekündigter Einschnitt in der Nachbarregion: Beim Hausgerätehersteller NEFF in Bretten soll das Werk wie berichtet bis 2028 schließen; dabei würden rund 980 Arbeitsplätze wegfallen.
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