Unfallstatistik 2025: weniger Crashs, mehr Verletzte in Stadt- und Landkreis

LANDKREIS KARLSRUHE, 16. Februar 2026 | Wenn Blaulichtmeldungen in den Medien zu den meistgeklickten Inhalten gehören, zeigt das vor allem eins: Das Thema Verkehrsunfälle betrifft nahezu alle – als Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger oder im ÖPNV. Die aktuelle Verkehrsstatistik des Polizeipräsidiums Karlsruhe macht sichtbar, wo sich das Risiko 2025 verschoben hat: weg von der reinen Unfallzahl – hin zu mehr Fällen mit Verletzten.

22.306 Verkehrsunfälle registrierte das Polizeipräsidium Karlsruhe im Jahr 2025 im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Das sind 177 weniger als 2024. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um rund fünf Prozent auf 2.358 Fälle.

Im Durchschnitt nahmen die Beamtinnen und Beamten alle 24 Minuten einen Verkehrsunfall auf – rund 60 pro Tag. Auch wenn die Gesamtzahl der Unfälle leicht zurückging (minus 0,8 Prozent), zeigt die Statistik eine Verschiebung: Mehr Menschen wurden verletzt.

Schwerverletzte im Zehnjahresvergleich deutlich rückläufig

Die Zahl der Schwerverletzten stieg gegenüber 2024 von 320 auf 350 Fälle (plus rund neun Prozent). Im Zehnjahresvergleich bedeutet dieser Wert jedoch einen Rückgang um etwa 40 Prozent – der zweitniedrigste Stand seit 2016.

Bei den Verkehrstoten setzte sich die rückläufige Entwicklung fort: 21 Menschen verloren 2025 ihr Leben – vier weniger als im Vorjahr.

Unterschiedliche Entwicklung in Stadt und Landkreis

Im Stadtgebiet Karlsruhe stiegen die Unfälle mit Personenschaden um rund zwei Prozent. Gleichzeitig sank dort die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten, während mehr Leichtverletzte registriert wurden.

Im Landkreis Karlsruhe nahm die Zahl der Unfälle mit Personenschaden in allen Bereichen zu. Insgesamt lag der Anstieg hier bei rund elf Prozent.

Häufigste Ursachen bei Unfällen mit Personenschaden waren unzureichender Abstand sowie Vorfahrts- und Vorrangsverletzungen. Bei tödlichen Verkehrsunfällen spielte neben Vorfahrtsverstößen insbesondere nicht angepasste Geschwindigkeit eine Rolle.

Rainer Emig, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion, erklärt: „Der beinahe 40-prozentige Rückgang der Schwerverletzten in den vergangenen zehn Jahren zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auf diesem Erfolg wollen wir uns allerdings nicht ausruhen. Wir werden daher weiterhin konsequent die Einhaltung von Geschwindigkeit und Abstand im Straßenverkehr überwachen sowie die verbotene Handynutzung verfolgen.“

Fahrrad, Pedelec und E-Scooter: Mehr Unfälle, weniger Tote

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrradbeteiligung – einschließlich Pedelecs – stieg von 960 auf 1.020 Fälle (plus rund sechs Prozent). Die Zahl der Schwerverletzten sank leicht von 110 auf 107, die der getöteten Radfahrenden von 8 auf 6. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Leichtverletzten um rund sechs Prozent.

Bei Pedelecs ging die Zahl der Schwerverletzten von 46 auf 35 zurück, die Zahl der tödlich Verletzten sank von 5 auf 2. Die Leichtverletzten stiegen hingegen deutlich um rund 20 Prozent – von 153 auf 184 Fälle.

Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen nahmen erneut deutlich zu. 138 Fälle wurden registriert – 46 mehr als 2024. In 65 Prozent der Fälle waren die Unfälle selbstverschuldet.

Motorrad, Schwerverkehr und Unfallflucht

Motorradunfälle erhöhten sich um rund neun Prozent. Die Zahl der Todesopfer blieb mit vier unverändert.

Im Schwerverkehr sank die Zahl der registrierten Unfälle leicht auf 1.001 Fälle (minus 12). Die Zahl der Schwerverletzten bei Lkw-Unfällen ging um rund 25 Prozent zurück.

Bei etwa jedem fünften Verkehrsunfall entfernte sich der Verursacher unerlaubt vom Unfallort. Die Zahl der Unfallfluchten sank von 5.106 auf 4.938 Fälle (minus rund drei Prozent). Rund 36 Prozent dieser Delikte – 1.790 Fälle – konnten aufgeklärt werden.

Kontrollen und Prävention im Fokus

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit setzte das Polizeipräsidium Karlsruhe 2025 auf gezielte Verkehrsüberwachung und umfangreiche Präventionsarbeit. Dazu gehörten Schulwegsicherung, Radfahrausbildung, Verkehrssicherheitstage, Schulungen für Seniorinnen und Senioren, Veranstaltungen zu Alkohol, Drogen und Medikamenten im Straßenverkehr sowie Schulbustrainings.

Die häufigsten Verstöße betrafen überhöhte Geschwindigkeit, fehlende Gurtanlegung, unerlaubte Handynutzung am Steuer sowie Verstöße im gewerblichen Güter- und Personenverkehr.

Weitere Informationen: Die vollständige Verkehrsunfallstatistik 2025 ist auf der Website des Polizeipräsidiums Karlsruhe abrufbar: https://ppkarlsruhe.polizei-bw.de/statistiken/

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