Karlsruhe–Rastatt, 05. Februar 2026 | Zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit in der Region Karlsruhe-Rastatt erneut gestiegen. Die wirtschaftliche Lage belastet den Arbeitsmarkt, während die Jobcenter zugleich einen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen.
Der Arbeitsmarkt in der Region bleibt unter Druck. Zum Start ins Jahr 2026 ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt erneut angestiegen. Insgesamt waren im Januar 27.822 Menschen arbeitslos gemeldet – das sind 1.743 Personen mehr als im Dezember und 169 mehr als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 4,6 Prozent und lag damit 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb die Quote unverändert. Der saisonal übliche Anstieg zum Jahresbeginn fällt damit in eine Phase anhaltender wirtschaftlicher Schwäche.
„Der konjunkturelle Gegenwind ist deutlich spürbar“
Christine Groß-Herick, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt, spricht von großen Herausforderungen: Der übliche Jahresanfangseffekt werde aktuell durch die schwierige konjunkturelle Lage verstärkt. Bereits im vergangenen Jahr habe der wirtschaftliche Gegenwind den Arbeitsmarkt erheblich belastet – und auch 2026 bleibe die Situation anspruchsvoll.
Auffällig ist dabei die unterschiedliche Entwicklung in den beiden Rechtskreisen. Während der Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem die Arbeitslosenversicherung nach SGB III betrifft, verzeichnen die Jobcenter im Bereich der Grundsicherung einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
Jobcenter mit positiver Entwicklung
Im Rechtskreis SGB III waren im Januar 13.692 Personen arbeitslos gemeldet – 1.089 mehr als im Dezember und 1.081 mehr als vor einem Jahr. In den Jobcentern (SGB II) wurden hingegen 14.130 Arbeitslose registriert. Zwar stieg auch hier die Zahl im Vergleich zum Vormonat um 654 Personen, gegenüber dem Vorjahr sank sie jedoch um 912 Personen. Insgesamt betreuen die Jobcenter rund 51 Prozent aller Arbeitslosen in der Region.
Erfreulich sei laut Groß-Herick insbesondere, dass die Integration von Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit – vielfach mit Fluchthintergrund – zunehmend gelinge. Sprachkurse und Qualifizierungsangebote der vier Jobcenter in der Region zeigten Wirkung.
Qualifizierung bleibt Schlüssel
Auch deshalb setzt die Agentur für Arbeit im Jahr 2026 weiterhin konsequent auf Ausbildung und Qualifizierung. Diese seien nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig bleibe der Fachkräftebedarf vieler Unternehmen eine zentrale Herausforderung – trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Die Dynamik am Arbeitsmarkt bleibt hoch: Im Januar meldeten sich insgesamt 7.022 Personen arbeitslos, während 5.322 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten.
Unternehmen suchen weiter Personal
Trotz der angespannten Lage bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften bestehen. Im Januar wurden 1.027 neue Stellen gemeldet – deutlich weniger als im Vormonat, aber nahezu auf Vorjahresniveau. Die meisten offenen Stellen gibt es aktuell in den Bereichen wirtschaftliche und freiberufliche Dienstleistungen, Handel, Kfz-Instandhaltung, Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe sowie im Baugewerbe.
Insgesamt befanden sich damit 6.969 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Eine Übersicht der wichtigsten Entwicklungen ist hier abrufbar.
Landfunker RegioNews Regioportal für News, Videos & Termine aus Bruchsal, Bretten, Karlsruher Norden