Bruchsal Statement 1. März

Prof. Dr. Jürgen Wacker | “Der moderne Politiker braucht Mut, wie ihn Lincoln und Rathenau gezeigt hatten.”

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75 Jahre nach Kriegsende – Wiederholt sich die Geschichte? Ist die Situation, wie sie nach dem Ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik herrschte, mit der in der Bundesrepublik des Jahres 2020 zu vergleichen?

Viele Menschen machen sich Sorgen, dass sich die Geschichte wiederholt. Wie können die Parteien extreme Meinungen und Strömungen wieder in der demokratischen, sogenannten „Mitte“ versammeln? Die Wahl des Ministerpräsidenten im Bundesland Thüringen hat alle erschüttert. Sind dadurch Rückschlüsse auf die übrigen Bundesländer zu ziehen oder handelt es sich um ein singuläres Phänomen?

Unsere Redaktion hat Menschen mit Bezug zu Bruchsal, Politik und Historie um ein Statement zu dieser Frage gebeten. Nicht alle Eingeladenen konnten oder wollten darauf eine Antwort geben.

Antwort von Prof. Dr. Jürgen Wacker, Stadtrat Bruchsal, Mitglied der FDP

“Walther Rathenau, liberaler Politiker der Weimarer Republik (DDP), Außenminister Deutschlands und 1922 von Rechtsradikalen in Berlin ermordet, suchte nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg nach einem gerechten Ausgleich mit den Siegermächten und musste dafür mit seinem Leben bezahlen. Abraham Lincoln, amerikanischer Präsident und Schöpfer des liberalen Credo, das wie folgt beginnt: „Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, indem ihr die Starken schwächt.“, schaffte die Sklaverei ab. Er war der erste amerikanische Präsident, der 1865 einem Anschlag zum Opfer fiel.

Politik braucht Aufklärer, Querdenker, Menschen, die Worte und Taten zusammenführen, um das Zusammenleben der Menschen in einem modernen Staat auf der Basis gegenseitiger Toleranz humaner zu gestalten.

Extremisten gab es zu allen Zeiten. Sie sind wie Parasiten, die ein gesunder Körper abwehrt, aber ein schwacher Körper ist ihnen ausgeliefert. Giovanni di Lorenzo schreibt in der ZEIT vom 13. Februar 2020: ‚Wenn eine rechtspopulistische Partei in einem kleinen Bundesland in der Lage ist, eine halbe Systemkrise auszulösen, dann liegt das nicht an der Stärke dieser Rechtspopulisten, sondern an der Schwäche der anderen!‘ 
Für uns Liberale gilt, Äquidistanz zu jeder Form von Extremismus zu wahren, da menschenverachtenden Ideologen und Doktrinäre das liberale Prinzip von Toleranz und gegenseitigem Respektes ablehnen und bekämpfen.

Starke Politiker schauen nicht auf aktuelle Umfragen, sondern setzen sich für Ihre Mitbürger ein, in dem sie auf die Überzeugungskraft ihrer Ideen vertrauen und alles tun, diese den Bürgern näher zu bringen. Der moderne Politiker braucht Mut, wie ihn Lincoln und Rathenau gezeigt hatten. Die Mitte braucht mutige Politiker! Mögen manche Politiker aus Opportunismus die Partei oder die Kernüberzeugung ihrer Partei wechseln, wie ein Chamäleon seine Farbe der Umgebung anpasst, so gilt für uns Liberale das Credo der Toleranz von Abraham Lincoln: „Ihr werdet kein Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten und keinen Enthusiasmus wecken, wenn ihr dem Einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt!“

Ich habe noch kein blaues Chamäleon gesehen – weder in Afrika, noch bei uns in Europa!
 Wenn die Liberalen stark und Ihrer Überzeugung treu bleiben, ist es mir um das Wohl unseres Landes nicht bange!”

Jürgen Wacker, Februar 2020

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