LANDKREIS KARLSRUHE, 30. JANUAR 2026 | Der Arbeitsmarkt im Landkreis Karlsruhe ist mit spürbarem Druck in das Jahr 2026 gestartet. Der saisonal übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel stärker aus als in den Vorjahren. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt waren im Januar 1.743 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr blieb das Niveau nahezu konstant, die Quote lag erneut bei 4,6 Prozent. So die Bundesagentur für Arbeit.
Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung in den beiden Rechtskreisen. Während die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) deutlich zunahm, ging sie in der Grundsicherung (SGB II) im Jahresvergleich zurück. Rund 51 Prozent aller Arbeitslosen wurden weiterhin von den Jobcentern betreut. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur zeigen sich hier erste Effekte intensiver Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen, insbesondere für Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit.
Hohe Dynamik trotz steigender Zahlen
Trotz des Anstiegs bleibt der Arbeitsmarkt in Bewegung. Im Januar meldeten sich mehr als 7.000 Personen arbeitslos, gleichzeitig beendeten über 5.300 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, vielfach durch Aufnahme einer Beschäftigung. Der Arbeitsmarkt reagiert damit weiterhin sensibel auf konjunkturelle Veränderungen, ohne in eine starre Abwärtsspirale zu geraten.
Regionale Entwicklung im nördlichen Landkreis
Im nördlichen Landkreis Karlsruhe – darunter die Bereiche Bruchsal, Bretten, Kraichtal, Waghäusel und Philippsburg – zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier führte der Jahresbeginn zu steigenden Arbeitslosenzahlen, vor allem in der Arbeitslosenversicherung. Die Grundsicherung entwickelte sich dagegen stabil bis leicht rückläufig. Insgesamt bewegen sich die Quoten in diesen Geschäftsstellenbezirken weiterhin im moderaten Bereich, teils unter dem Durchschnitt des gesamten Agenturbezirks.
Strukturell prägend für die Region bleibt der Mix aus Industrie, Handwerk, Logistik und Dienstleistungen. Während einzelne Industriezweige und das Baugewerbe schwächer in das Jahr gestartet sind, bestehen im Dienstleistungsbereich, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel weiterhin Beschäftigungschancen. Entsprechend ist die Zahl der gemeldeten Stellen zwar gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, liegt aber weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
Nachfrage nach Arbeitskräften hält an
Im Januar meldeten Unternehmen im gesamten Agenturbezirk gut 1.000 neue Stellen. Der Stellenbestand lag bei knapp 7.000 offenen Arbeitsplätzen. Gesucht werden vor allem Fachkräfte in wirtschaftsnahen Dienstleistungen, im Handel, im Gesundheitswesen sowie im verarbeitenden Gewerbe. Die Arbeitsagentur sieht darin einen Hinweis darauf, dass der strukturelle Fachkräftebedarf trotz konjunktureller Schwäche anhält.
Nach Einschätzung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt wird die wirtschaftliche Entwicklung auch in den kommenden Monaten ein entscheidender Faktor bleiben. Qualifizierung und Ausbildung gelten weiterhin als zentrale Instrumente, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und die regionale Wirtschaft langfristig zu stabilisieren.
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