Philippsburg | Die Türme sind Geschichte. Um 6 Uhr 6 fielen die Wahrzeichen.

14.5.2020 | Die beiden Kühltürme sind heute am ersten Tag und in den ersten Stunden des Zeitfensters gesprengt worden. Damit machen Sie Platz für den Konverter, der den grünen Gleichstrom aus dem Norden empfangen und hier bei uns als Wechselstrom verteilen soll.

Aus Sicherheitsgründen war für die Sprengung nur ein Zeitfenster von 48 Stunden genannt worden, um Menschenansammlungen wegen des Coronavirus zu vermeiden. Drei Sicherheitsringe rund um das Kraftwerk wurden aufgebaut, um ein Herankommen zu Verhindern. Auch die gesamte Presse war ausgesperrt, sodass die Berichterstattung hauptsächlich auf dem basiert, was die EnBW bereit ist, mitzuteilen. Aber in Zeiten von Corona muss man auch das wohl hinnehmen.

Warum dürfen die Kühltürme nicht als Wahrzeichen stehen bleiben?
Die Antwort finden Sie hier!


INFO-BOX

Tobias Ehrhardt sah auf dem Heimweg von seiner Nachschicht die Türme fallen

Tobias Ehrhardt war gerade auf dem Heimweg von seiner Nachtschicht und hat, wie viele andere in Philippsburg und Umgebung, damit gerechnet, dass die Türme gleich in den ersten Minuten nach 6 Uhr fallen werden, da die gesetzliche Nachtruhe eine Sprengung vor 6 Uhr nicht erlaube. Also ist er an einen geeigneten Platz gefahren – den Parkplatz beim Tennisclub Rheinsheim. Hier hatten sich schon etwa 20 weitere Fotografen und Interessierte, alle mit gebührendem Coronaabstand, aufgestellt. Dass sich die Entscheidung für ihn gelohnt hat, sieht man im folgenden Videoclip.

Der frühen Morgen beginnt mit Vogelgezwitscher – wie an jedem Morgen, nur mit einem bedeutendem Unterschied: Er wird durchbrochen von zwei dumpfen Donnerknallen. Nach dem ersten bewegt sich der linke Turm erst langsam zur Seite, um dann wie in Zeitlupe nach unten zu fallen. Der zweite Knall, der zweite Turm fällt. Ein Flugzeug ist in der Luft, wohl nicht zufällig, hier dürften einzigartige Fotos und Videos entstanden sein.

Das war’s!

Tobias findet es schade, früher wusste er immer, wenn er in der Region unterwegs war, wo sein Heimatort liegt.

 

https://www.facebook.com/itsallabout.gutelaunepartii/videos/2947398328670533/

Vielen Dank lieber Tobias Erhardt, dass Sie uns das Video zur Veröffentlichung bereit gestellt haben!


 

Und hier dann die Videos, die der Presse von der EnBw zur Verfügung gestellt wurden:

Warum dürfen die Kühltürme nicht als Wahrzeichen stehen bleiben?
Die Antwort finden Sie hier!

 

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Warum durften die Kühltürme nicht als Wahrzeichen stehen bleiben?

Auf dem bisherigen Standord der Kühltürme entsteht das Baufeld für den geplanten Gleichstrom-Konverter, welcher als Kompromiss gefunden worden war. Massive Proteste von Bürgerinitiativen hatten 2015 verhindert, dass der Konverter an den ursprünglich geplanten wohnortnahen Konverterstandort „Landstraßenäcker“ zwischen Wiesental und Oberhausen errichtet werden sollte.

Der geplante Konverter trägt dazu bei, dass eine der großen und für die Energiewende notwendigen Stromtrassen zwischen Nord- und Süddeutschland realisiert werden kann. In Philippsburg wird somit der südliche Endpunkt des Netzausbauprojekts ULTRANET sein, ein wichtiger Knotenpunkt für den Stromtransport in die Region.

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ-Leitung) haben eine erheblich größere Kapazität als vergleichbare Wechselstromleitungen. Sie ermöglichen eine verbesserte Nutzung bestehender Stromtrassen und reduzieren den Bedarf neuer Stromleitungen im Wechselstromnetz. Im Süden angekommen, wird der grüne Gleichstrom aus dem Norden  wieder in Wechselstrom umgewandelt und an die Verbraucher verteilt.

Der Stromtransport funktioniert auch umgekehrt von Süd nach Nord, z.B. zum Abtransport überschüssigen Fotovoltaik-Stroms. Die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom und umgekehrt, übernehmen Gleichstrom-Umspannwerke („Konverter“).

Quelle Plan: EnBW

 

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