Es grünt so grün.
Mein Freund der Baum … ist tot.
Aus der Reihe: NO COMMENT!
Nun haben wir den Salat. Die versiegelten Flächen machen uns allen das Leben schwer. In der Stadt haben wir es jahrzehntelang geschafft, die Flächen pflegeleicht zu glätten. Platten und Steine bestimmen die Plätze. Quadratisch, praktisch, pflegeleicht.
Dabei ist es keine neue Erkenntnis, dass Versiegelung aufheizt. Und dass Bäume für das Klima innerhalb der Städte und Ortschaften gut sind, weiß man auch nicht erst seit gestern. Aber über Bäume entscheidet nicht der Gesundheitsminister, sondern der Stadtkämmerer.
Und so wird wider besseren Wissens weiterzementiert. Ob Bahnstadt, Marktplatz, Kübelmarkt oder Friedrichsplatz, ich könnte die Ortschaften im WILLI-Land besuchen und würde die Plätze finden, die mehr Grün verdienten. Überall in Stein ergraute Plätze. Wie schön wäre eine Wiese, ein Baum oder eine Hecke. Hauptsache Schatten und Luft zum Atmen. Aber deren Pflege sei teuer. Nun dürfte die Rechnung für Wässern und Beschatten höher werden als eine rechtzeitige Investition in Grün.
Grüne Lungen in den Städten sind wohltuend und erholsam, schon immer. Jetzt werden sie zum Lebensretter. Statt technischer Lösungen – Bäume. Wie bestechend einfach. Ein Schattenplätzchen unterm Baum ist überall ein Traum und mittlerweile so wichtig, dass man von lebensbedrohlichen Zuständen reden muss, wenn Schatten fehlt.
Späte Erkenntnis! Als wäre das Problem vom Himmel gefallen. Nein, ist es nicht, und ja, es besteht jetzt dringender Handlungsbedarf. Und ja, das kostet jetzt mehr als wenn man früher gegengesteuert hätte. Plötzlich wissen alle, dass man klimatisieren und verschatten und kühlen muss, nachdem wir Hitzerekorde erlebt haben. Nun wird es zum Flächenbrand. Die Steine schießen zurück. Ich greife mal tief in die verbale Kommentatoren-Kiste: Flächenbombardement, hausgemacht! Die versiegelten Vorgärten und Plätze heizen uns ein und alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist, verbrennt sich die Füße. Nur wo sind die Bäume, auf die man flüchten könnte?
Die komfortable Begehbarkeit, die die Stadtgestalter jahrzehntelang geplant haben, ist nun unser Problem. Befahrbarkeit, Sicherheit, Barrierefreiheit, Festigkeit, Tragkraft, ich weiß nicht was alles berücksichtigt werden muss, bis man einen Platz gebaut hat und am Ende nur noch die bestmögliche schlechte Lösung „Versiegelung“ hat. Aber auch da wo der Einzelne etwas tun könnte geht Bequemlichkeit vor Vernunft, wenn das Auto für die Klimaanlage läuft. Hauptsache das Indoorklima stimmt, draußen sollen es andere richten. Und so warten die Eltern im Auto auf die Kids vor der Schule tiefgekühlt. Wie wäre es mit Selbstverantwortung und nicht nur mit dem Finger auf andere zu zeigen? Dann zeigen nämlich immer vier Finger auf dich.
Liebe Politik. Liebe Bürgerinnen,
liebe Menschen im WILLI-Land.
Es gibt Aktionen von Brauereien, die beim Verkauf einen Teil für Bäume für den Urwald spenden. Das ist gut so. Und ich weiß, dass die Kassen der Kommunen leer sind, und je größer umso teurer Bäume sind.
Wie wäre es, wenn wir mal klein anfangen und Bäume für unsere Plätze spenden. Die Verwaltung gräbt das Loch und wir suchen die Baumpaten. Und wir stellen unseren Bürgermeistern ein „Sondervermögen Baum“ zur Verfügung. Es geht nämlich ums (Über-)Leben!
U. Konrad
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