„Zahnarztstuhl. Ein Wort, das bei den meisten Menschen eher den Fluchtreflex als Vorfreude auslöst. Wenn dann noch Begriffe wie ‚Komplettsanierung‘ oder ‚Kieferknochen‘ fallen, ist die Panik meist perfekt. Im Bruchsaler Stadtstudio widmet sich der Implantologe Dr. Jos Z. Gal genau diesen Patientenängsten – und den ziemlich direkten Fragen von Moderator Ulrich Konrad.“
Gal, der in seiner Praxis jährlich über 1.000 Implantate setzt und das Geschäft seit mehr als 20 Jahren macht, liefert hier kein trockenes Medizin-Seminar ab. Stattdessen knöpft er sich die gängigsten Mythen und Werbeversprechen der Branche vor.
Allen voran: „Feste Zähne an einem Tag“. Klingt nach Drive-in für ein neues Gebiss, oder? Gal holt die Erwartungen charmant auf den Boden der Tatsachen zurück und erklärt, was wirklich dahintersteckt. Ja, man kommt morgens zahnlos (oder mit Lücke) in die Praxis und geht abends tatsächlich mit einer festen Zahnreihe nach Hause. Der Haken, der gar kein echter ist: Es handelt sich um ein Hightech-Provisorium. Der Kiefer muss heilen, das Gewebe zur Ruhe kommen. Die endgültigen Zähne gibt es erst Wochen später. Der unschlagbare Vorteil bleibt aber bestehen: Die peinliche Übergangszeit ganz ohne Zähne fällt komplett flach.
Spannend wird es, wenn Gal vom „Implantieren ohne Schnitt“ erzählt. Das klingt im ersten Moment wie Kochen ohne Hitze. Doch dank 3D-Röntgen, Mundscannern und 3D-gedruckten Bohrschablonen wird die künstliche Wurzel heute oft millimetergenau und minimalinvasiv direkt durchs Zahnfleisch navigiert. Kein großes Aufklappen, keine wilden Nähte. Zumindest, wenn die Basis stimmt – wer vorher noch entzündete Baustellen im Mund hat, kommt um klassische chirurgische Handarbeit nicht herum.
Selbst das Schreckgespenst vom fehlenden Knochen hat heute viel von seinem Schrecken verloren. Wo früher standardmäßig langwierig und schmerzhaft Knochen aufgebaut werden musste, reicht heute oft clevere Geometrie: Speziell angewinkelte Implantate nutzen den spärlich verbliebenen Knochen einfach extrem effizient aus.
Warum man sich das ansehen sollte? Weil diese „Sprechstunde“ erfrischend ehrlich ist. Es geht um Vollnarkose, um die tatsächlichen Kosten und vor allem um die Grenzen der Machbarkeit. Ein Pflichttermin für alle, bei denen das Thema Implantat vom fernen „Vielleicht irgendwann“ zum nervösen „Was mache ich jetzt eigentlich?“ mutiert ist – und für jeden, der einfach keine Lust mehr auf wackelige Prothesen hat.
















