1050 Jahre Bruchsal – das klingt nach dicken Chroniken und ziemlich viel Vergangenheit. Doch Stadtgeschichte lebt vor allem von Bildern, Erinnerungen und Menschen, die etwas zu erzählen haben. Zum Jubiläum blicken wir deshalb nicht nur zurück: Wir zeigen Bruchsal in Gemälden, lassen beim Erzählcafé persönliche Geschichten lebendig werden und öffnen im „Bruchsaler Geschichtsfenster“ auf Landfunker.de immer wieder neue Kapitel. Denn seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 976 hat sich viel verändert, nur eines nicht: Brusl steckt voller Geschichten.
Die Gemälde aus der Ausstellung „Ein Bild von einer Stadt“ zeigen Straßen, Plätze und Gebäude aus unterschiedlichen Zeiten. Beim Erzählcafé wurden sie zu Auslösern ganz persönlicher Erinnerungen. Unsere Bildergalerie lädt zum genauen Hinschauen ein: Welches Bruchsal erkennen Sie wieder?
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Mit Bleistift, Kohle und Aquarellfarben hielt der Künstler seine Heimat, aber auch die umgebende Region fest und verstand es, die dargestellten Orte durch eine ihm eigene Kommunikation zwischen Farbe und Kontur in ihrer ganz eigenen Charakteristik festzuhalten. Schreiber war eigentlich Postbeamter und eignete sich Technik und Farbverständnis autodidaktisch an. Zu sehen sind ein Blick in die Kaiserstraße mit Holzmarkt und Großer Brücke im Rücken, entstanden 1936 (unten), sowie die Ansicht aus der Engelsgasse mit Blick zur Württemberger Straße von 1939 (oben).
„Wir hatten hier in der Ausstellung beobachtet, dass die Gemälde sehr zum Erzählen anregen und die Menschen miteinander in Kontakt kommen. Ich glaube nicht, dass das das letzte Erzählcafé war. Das hat sehr gut geklappt. Das werden wir wieder machen.“ – Regina Bender

Das Gemälde zeigt den Bruchsaler Holzmarkt, wie er vor der Zerstörung der Stadt aussah. Solche Alt-Bruchsal-Motive entstanden auch noch lange nach dem 1. März. Häufig nach historischen Fotografien oder Postkarten. Eine Aufnahme im Stadtarchiv zeigt den Holzmarkt aus nahezu derselben Perspektive und könnte als Vorlage gedient haben.

Das Gemälde wurde 1962 durch die Stadt Bruchsal vom Künstler erworben. Beim Erzählcafé berichtete Kleins Sohn Reinhold Klein, dass dieses und weitere Gemälde, die Bruchsal in der Zeit des Wiederaufbaus zeigen, als Auftragsarbeiten entstanden sind, in denen Klein für die Stadt Bruchsal die Neugestaltung der Innenstadt nach der Bombardierung 1945 festhalten sollte. Klein wählte dabei – seinem Sohn zufolge – die Motive selbst aus und fertigte so eine Reihe an Gemälden an, die Bruchsal in den 60er Jahren und die typische Architektur des Wiederaufbaus zeigen.
„Es war wie ein Puzzle. Mancher hat etwas gewusst, aber nicht vollständig. Dann kam ein anderer und hat die Geschichte weitererzählt – oder gesagt: Das stimmt nicht ganz, es war ein bisschen anders.“ – Reinhold „Little“ Klein, Sohn des Bruchsaler Malers Willy Klein

Der „Nierlesbrunnen“ auf dem Schönbornplatz war über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt in der Bruchsaler Innenstadt. Das Gemälde vermittelt die lebendige Atmosphäre rund um den Brunnen inmitten der Architektur des Wiederaufbaus. 1988 musste er der Neugestaltung der Innenstadt weichen. Heute steht an seiner Stelle der Pavillon auf dem Schönbornplatz.













